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Nobelpreis für Wirtschaft Gewinner forschen zu Wachstum in Zeiten des Klimawandels

  • Der Nobelpreis für Wirtschaft geht an William D. Nordhaus (USA) und Paul M. Romer (USA) für ihre Forschung zu ökologisch nachhaltigem Wirtschaftswachstum.
  • Die Auszeichnung ist mit umgerechnet rund 980'000 Schweizer Franken dotiert.
  • Sie wird gemeinsam mit den traditionellen Nobelpreisen am 10. Dezember in Stockholm verliehen.

Die Forschung von William D. Nordhaus und Paul M. Romer habe erheblich zu einem besseren Verständnis von nachhaltigem Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit Klimawandel und technischem Fortschritt beigetragen, erklärte die Akademie.

Beide Männer lehren an bekannten US-Universitäten. Der 1941 geborene Nordhaus ist Professor an der Yale University, Romer arbeitet an der Stern School of Business der New York University.

Legende: Video Nobelpreis für Wirtschaft 2018 geht an zwei US-Amerikaner (Ton: Englisch) abspielen. Laufzeit 00:31 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.10.2018.

Schonendener Umgang mit natürlichen Ressourcen

William D. Nordhaus hat sich als Experte für Umwelt- und Klimaökonomie einen Namen gemacht. Dabei geht es etwa um die Frage, wie sich wirtschaftliches Wachstum mit einem möglichst effizienten und schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen kombinieren lässt.

Auch die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Klima spielen eine grosse Rolle – Nordhaus konstruierte etwa spezielle Modelle, die die Wechselwirkungen beider Systeme untereinander analysieren. Er ist auch Mitglied der US-Wissenschaftsakademie und beriet das Parlament sowie die Regierung in Washington in vielen Wirtschaftsfragen.

Älterer Mann mit Brille und Anzug.
Legende: Den Nobelpreis für Wirtschaft erhielt William D. Nordhaus, weil er sich als Experte für Umwelt- und Klimaökonomie einen Namen gemacht. Keystone

Entwicklungsländer im Fokus

Paul M. Romer beschäftigte sich mit Problemen der Wirtschaft in Entwicklungsländern, den besonderen Effekten der Verstädterung auf das Wachstum dort, Folgen technischer Neuerungen sowie der Verteilung des wirtschaftlichen Wohlstands.

Während der Bekanntgabe des Preises gab sich Romer zuversichtlich, dass die Menschheit ihre CO2-Emissionen reduzieren könne. «Es ergeben sich dabei einige Einschränkungen. Aber wenn wir einmal damit anfangen und versuchen, weniger Kohlendioxid freizusetzen, werden wir erstaunt sein, dass es nicht so schwierig ist wie gedacht.»

Mann mit grauen Haaren und schwarzer Brille.
Legende: Zusammen mit William D. Nordhaus wurde Paul M. Romer für seine Arbeit rund um Klimawandel und technologische Innovationen ausgezeichnet. Keystone

Kein klassischer Nobelpreis

Der Wirtschaftspreis zählt – anders als die Auszeichnungen für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden – nicht zu den klassischen Nobelpreisen. Im Testament des schwedischen Industriellen Alfred Nobel taucht er nicht auf. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis erst 1968 im Gedenken an Nobel.

Seit der ersten Verleihung 1969 wurden vor allem Ökonomen aus den USA ausgezeichnet. Auch vergangenes Jahr zeichnete die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie den US-amerikanischen Forscher Richard Thaler für seine Arbeiten zur Verhaltensökonomie aus. Seine Forschung, so die Jury, habe bedeutsam zum Verständnis der Psychologie der Ökonomie beigetragen.

Die mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 980'000 Schweizer Franken) dotierte Auszeichnung wird gemeinsam mit den traditionellen Nobelpreisen am 10. Dezember – dem Todestag Nobels – in Stockholm verliehen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger (Hpf)
    Der letzte Respekt ist weg. Jetzt werden - wie ich zumindest meinte - ehrenhafte Anerkennungen zu politischen Zwecken missbraucht.
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  • Kommentar von Moritz Wille (Moritz Wille)
    „Mit der globalen Ökonomie ist also alles gut wie es ist und wird bestimmt immer besser.“ Wenn man das eloquent genug sagt, bekommt man diesen komischeb Nobelpreis. Ich bin aber trotzdem nicht sicher ob unser Planet ewiges, exponenzielles Wachstum verkraftet. So sind doch unsere Recourcen endlich, wohingegen ewiges Wirtschaftswachstum rein Mathematisch gegen unendlich strebt. Ich verstehe nicht wie hochdotierte Ökonomen diesen Wiederspruch legitimieren. Framework of the possible and impossible?
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  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    Herren Leu und Specker, ich versteh das nicht falsch, aber ich hinterfrage das (immer mehr) 'Wohlhaben'. Wenn ich zurückdenk, zB in die 80er... hatten wir da zu wenig 'Wohlhaben'? Ich hab nicht das Gefühl, dass es uns heute besser geht als damals, auch wenn es viele moderne Errungenschaften noch nicht (für jeden) gab. Aber wir hatten alle viel mehr Zeit, weniger Stress und weniger gefüllte Agendas. Ich frag mich (und bezweifle!), ob das ständige Wachstum an Konsum mehr Lebensqualität bringt.
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