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«Querdenken»-Bewegung Facebook und Instagram löschen Konten mit Verschwörungstheorien

  • Facebook hat in Deutschland knapp 150 Konten, Seiten und Gruppen auf seinen Plattformen gelöscht, die der Internetkonzern der sogenannten «Querdenken»-Bewegung zuordnet.
  • Diese kritisiert seit Monaten die staatlichen Corona-Massnahmen.
  • Die veröffentlichten Inhalte hätten zu Gewalt führen können, so der Konzern.
  • Laut der Deutschen Presse-Agentur sind auch auf Instagram, das ebenfalls zu Facebook gehört, knapp 150 Konten und Gruppen gelöscht worden.
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Aus dem Archiv: Viele Fake News zu Kanzlerkandidatin Baerbock
04:13 min, aus SRF 4 News aktuell vom 08.09.2021.
abspielen. Laufzeit 04:13 Minuten.

Facebook-Sicherheitsmanager Nathaniel Gleicher wirft den Querdenkern vor, in koordinierter Weise wiederholt gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook verstossen haben. «Hierzu zählen die Veröffentlichung von gesundheitsbezogenen Falschinformationen, Hassrede und Anstiftung zur Gewalt.» Seit dem vergangenen Mai sei eine erhebliche Zunahme solcher Aktivitäten registriert worden.

Bei den beanstandeten Inhalten sei es in erster Linie darum gegangen, die Verschwörungstheorie der «Coronadiktatur» zu verbreiten. Entsprechende Netzaktivitäten hätten sich über mehrere Internetdienste im gesamten Internet erstreckt und stellten in der Regel Gewalt als probates Mittel dar, um die Corona-Massnahmen der deutschen Regierung zu kippen.

«Querdenken»-Gründer will sich wehren

Es sei die weltweit erste gezielte Aktion, die sich gegen eine Gruppierung richte, die eine «koordinierte Schädigung der Gesellschaft» hervorrufe, sagt Gleicher. Betroffen seien auch die Accounts von Querdenken-Gründer Michael Ballweg.

Ballweg kündigte an, gegen die Löschung rechtlich vorzugehen. Insbesondere die Facebook-Seite von «Querdenken711» mit über 30'000 Abonnenten habe nur Inhalte zu den Themen Grundrechte und Meinungsfreiheit zum Thema gehabt. Man habe sich bereits in den vergangenen Monaten mehrfach gegen ungerechtfertigte Löschungen rechtlich zur Wehr setzen können, sagte er der deutschen Presse-Agentur.

Verfassungsschutz beobachtet «Querdenker»

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Die Anhänger der «Querdenken»-Initiative gehen in Deutschland seit Monaten gegen die staatlichen Corona-Massnahmen auf die Strasse. Bei den Demonstrationen in Berlin und anderen Städten kam es auch zu Angriffen auf Polizisten und Medienvertreter. Die Bewegung wird inzwischen von verschiedenen Landesverfassungsschutz-Ämtern beobachtet.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die Szene als «Sammel-Beobachtungsobjekt» im Visier, ähnlich wie beim Salafismus. Bei der Überwachung können auch geheimdienstliche Mittel eingesetzt werden, sowie Bankkonten und Finanzströme zwischen den Akteuren durchleuchtet werden.

Facebook betonte, das «schädliche Netzwerk» sei von Personen betrieben worden, die mit Gewalt ausserhalb der Plattform und anderen «sozialen Schäden» in Verbindung gebracht würden. An diesen koordinierten Kampagnen seien in der Regel authentische Nutzer beteiligt. Die Personen in dem Netzwerk nutzten aber auch doppelte Konten, um verletzende Inhalte zu posten und zu verbreiten.

«Aufruf zu Verschwörungen» abgewendet

«Querdenken» konzentriere sich in erster Linie darauf, die Verschwörungserzählung zu fördern, dass die Covid-19-Beschränkungen der deutschen Regierung Teil eines grösseren Plans sind, um die Bürger ihrer Freiheiten und Grundrechte zu berauben. «Wie aus den öffentlichen Medien bekannt ist, hat diese Gruppe in Deutschland reale Gewalt gegen Menschen ausgeübt, die im Journalismus, bei der Polizei oder im Gesundheitswesen arbeiten», heisst es im Blogeintrag des Facebook-Managers.

Wer nun das «Querdenken»-Angebot auf Instagram aufruft, bekommt eine Fehlermeldung angezeigt: «Diese Seite ist leider nicht verfügbar.» Nicht betroffen ist der Chatdienst Whatsapp, der ebenfalls zum Facebook-Konzern gehört.

SRF 4 News, 16.09.2021, 24:00 Uhr;

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61 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
    Social Media sehe ich wie das Haus eines Gastgebers, der mich in sein Haus einläd, wo ich andere Gäste treffen und mich mit ihnen auszutauschen kann. Er ist der Hausherr und hat daher das Recht, seine Hausregeln zu definieren, wie er es für richtig hält.

    Wenn ich seine Einladung annehme und sein Haus betrete, habe ich mich nach seinen Regeln zu richten. Will ich das nicht tun, habe ich das Haus zu verlassen, bzw. er hat das Recht, mich vor die Tür zu setzen.

    So einfach ist das.
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      @Nussbauer: Bei Facebook handelt sich nicht um ein Privathaus, sondern um ein Gemeinschaftswerk wo ein Architekt zwar den Plan vorgibt, aber die Mauern nicht vom Architekten, sondern von Millionen Schaffern erstellt wurden. Diese Schaffer wurden nun nicht am Schaffen gehindert, sondern der Architekt hat einfach mal bereits Erstelltes zerstört was eigentlich nur den Besitzer eines Zimmers treffen sollte, aber nun auch Tausende betrifft, die dort akzeptable Inhalte gepostet hatten.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ich staune wie sich in den arabischen Staaten die Führer der extremsten Gruppierungen scheinbar ungeindert über die soziale Medien organisieren und mitteilen können.
  • Kommentar von Werner Gerber  (1Berliner)
    Es ist schon bemerkenswert wieviele Sympathisanten von Fake News hier auftreten und von Zensur und Orwell faseln. Mit diesen Kommentaren widerlegen sie sich ja selber, schließlich wird der Unsinn hier veröffentlicht. Gut so, aber es braucht die Wachheit der Leser.
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      @Gerber: Ich für meinen Teil kann sehr gut selber entscheiden, was Wahrheit ist und was nicht. Ich kann mit Fake, Lüge und substanzlosem BlaBla umgehen und finde es schade, dass manche so wenig Vertrauen in die Menschheit haben, und glauben dass andere nicht selber entscheiden könnten, was richtig ist und was nicht.
      Mit jeder Zensur geht Diversity verloren und damit die Chance uns als Menschheit auf mehrheitsfähige Lösungen zu einigen, Fake als Fake zu entlarven.