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Analyse zeigt: Baerbock ist oft Hauptziel von Falschnachrichten
Aus SRF 4 News aktuell vom 08.09.2021.
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Untersuchung zu Fake News Kanzlerkandidatin Baerbock ist häufigstes Ziel von Desinformation

Laut einer Analyse haben mehr als 30 Millionen Deutsche eine Falschnachricht über die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock gesehen. Das beeinflusst die Wahl.

Haustierverbot, um CO2 einzusparen, kein regulärer Studienabschluss, Nacktbilder: Über die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, werden ausserordentlich viele Narrative verbreitet, die nicht der Wahrheit entsprechen. Ihre beiden Konkurrenten ums Kanzleramt sind weit weniger häufig das Ziel solcher Desinformationskampagnen. Das zeigt eine Analyse von Avaaz. Die Bewegung will unter anderem Desinformation bekämpfen.

Es sei im deutschen Wahlkampf bisher einmalig, dass ein Kandidat oder eine Kandidatin im Vergleich zu anderen Politikern so klar hervorsteche, was Fake News betrifft, sagt Christoph Schott, Kampagnenleiter bei Avaaz. «Sie ist klar das Nummer-eins-Ziel von diesen Falschnachrichten.»

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Aus dem Archiv: Baerbock und ihre Grünen unter Druck
05:20 min, aus Echo der Zeit vom 12.06.2021.
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Die Narrative von Baerbock seien zunächst auf Social Media aufgetaucht und anschliessend von Nutzerinnen und Nutzern, auch privat, geteilt worden. Und auch nach der Faktenprüfung seien die Themen von Online-Medien aufgegriffen worden: «Hasst Annalena Baerbock wirklich Hunde?»

Das sei gefährlich, sagt Schott: «Die Medien wiederholen die Falschnachricht und diese wird erst weiter unten im Text korrigiert. Dadurch kommen viele Menschen erst mit der Falschnachricht in Verbindung und glauben sie vielleicht sogar, weil sie nicht klar widerlegt wurde.»

Millionenfache Verbreitung von Falschnachrichten

In der Analyse wird festgehalten, dass die Desinformationen in Deutschland mittlerweile die Massen erreicht haben. Damit haben sie das Potenzial, eine Gefahr für die Bundestagswahlen darzustellen. Denn über die Hälfte der deutschen Erwachsenen hätten eine Falschnachricht über Baerbock gesehen. Bei 60 Millionen Wählerinnen ergibt das mehr als 30 Millionen Menschen.

Falschnachrichten, die hängenbleiben und ein falsch gesetzter Fokus: «Man hat die letzten Monate gesehen, dass sehr viel Fokus auf Nebenschauplätze gerichtet wurde – von Baerbocks Lebenslauf bis hin zu kleinen oder privaten Details von den Kandidaten», so der Kampagnenleiter. Dabei gäbe es wichtigere und grosse Themen: «Von Klimawandel bis Digitalisierung; was im Land ansteht, was ein neuer Kanzler oder eine neue Kanzlerin am Ende lösen muss.»

Legende: Es gebe wichtigere Themen als beispielsweise den Lebenslauf der Kanzlerkandidaten, findet Christoph Schott von Avaaz. Reuters

Schott ist der Meinung, dass Fake News Wahlen und Wahlkämpfe bereits beeinflusst haben und auch weiterhin werden. Als Beispiel nennt er den US-Wahlkampf zwischen Clinton und Trump aus dem Jahr 2016. «Das US-Meinungsforschungsinstitut Gallup hat festgestellt, dass das Wort ‹E-Mail› auf die Frage, was die Wählerinnen und Wähler über Hillary Clinton gehört haben, dominiert hat.» Es sei sicherlich nicht alles falsch daran, doch die grosse Rolle, die das gespielt habe, könne hinterfragt werden.

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E-Mail Affäre: Keine Hinweise auf kriminelles Verhalten Clintons
13:18 min, aus HeuteMorgen vom 07.11.2016.
abspielen. Laufzeit 13:18 Minuten.

In Deutschland war es Baerbocks Lebenslauf, der diese grosse Rolle gespielt hat. Der Kampagnenleiter bei Avaaz appelliert abschliessend, sich nicht von Falschnachrichten ablenken zu lassen, sondern das grosse Ganze im Blick zu haben.

SRF 4 News, 08.09.2021, 06:18 Uhr;

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Wenn alles was Baerbock und Grüne kritisiert von ihnen äusserst wohlwollenden Medien und diese sich wegen deren grossen Sympatie alles Kritische als Falschmeldung tituliert wird, ist dieser Umstand der als häufig befundenen Falschmeldung nachvollziehbar. Ob und dass gleiche Ellen für Medien weniger sympatischen oder gar mit offen ablehnender Haltung Bedachten gelten, ist mehr wie fraglich.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Dass über Frau Baerbock mehr Falschnachrichten kursieren, wundert nicht. Kombination Grüne/Frau scheint für einige ein rotes Tuch zu sein. Die Männer können sich anstellen wie sie wollen, bei ihr scheint es ein Selbstläufer zu sein. Nach der Plagiatgeschichte hätte sie vielleicht reagieren sollen, nun riskiert sie verheizt zu werden. Herr Schott "Die Medien wiederholen die Falschnachricht, diese wird erst weiter unten im Text korrigiert." Diesen Abschnitt sollten sich einige zu Herzen nehmen.
  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Das Geld für die Wahlwerbung zahlt sich eben aus, egal ob diese aus Eigenwerbung oder aus Denunziation der Gegner besteht. Die Grünen haben wohl ein kleineres Werbebudget und müssen auf die Vernunft der Wähler hoffen - dass diese falsche oder unwichtige Informationen als solche erkennen.