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Schlechte Zahlen bei den Imkern
Aus Tagesschau vom 19.10.2019.
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Schlechte Erntezahlen 2019 Die Schweizer Honigtöpfe sind leer

Eigentlich ist der Mai als Blüte- oder Blühmonat bekannt, doch dieses Jahr wurde er seinem Namen alles andere als gerecht: Nass und kalt war er, gar der kälteste Mai seit rund 30 Jahren wie Meteo Schweiz berichtete.

Den Schweizer Honigbienen hat dies nach dem Frühlingserwachen in den Wochen zuvor arg zugesetzt. Aufgrund des unwirtlichen Mai-Wetters konnten sie nicht oder nur begrenzt ausfliegen, um ausreichend Nektar für die Honigproduktion einzusammeln.

Bienen fehlte es an Nahrung

Die Folge davon war, dass die im März und April stark angewachsenen Bienenvölker nun nicht mehr genügend Nahrung hatten, schliesslich ist der eigene Honig die Hauptnahrung von Honigbienen.

80 Prozent des produzierten Honigs essen die Bienen im Regelfall selbst, nur 20 Prozent erntet der Imker.

Bild von Bienen bei der Bestäubung.
Legende: Die Bienen in der Schweiz litten unter dem schlechten Mai-Wetter. Keystone

Im Mai waren die Bienen wegen des schlechten Wetters also gezwungen, mehr als üblich vom eigenen Honig zu essen. Und falls der Imker vergessen hatte, die Bienen notfallmässig zu füttern, dann verhungerten ein paar sogar.

Wertschätzung von vielen Milliarden

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Den fleissigen Insekten verdanken wir Menschen einen Grossteil unserer Nahrung. Ohne die Bestäubung der Bienen müssten wir auf rund 75 Prozent unserer Nutzpflanzen verzichten. Auch sind sie ein massiver globaler Wirtschaftsfaktor, die ökonomische Wertschätzung ihrer Leistung geht in den dreistelligen Milliardenbereich (FAO 2016). Jedoch sind die wenigsten Arten dieser wichtigen Bestäuber Honigbienen.

Eine Tragödie für die Bienen und für die Imker. Im Frühjahr blieb die Honigernte, abgesehen von ein paar regionalen Ausnahmen, fast gänzlich aus. Diese rekordschlechte Frühlingshonigernte macht sich nun in der gesamten Jahresbilanz bemerkbar, wie der Imkerverband der deutschen und rätoromanischen Schweiz «Bienen Schweiz» mitteilt.

Über ein Drittel weniger

2019 wurden gemäss einer Umfrage durchschnittlich gerade mal 13 kg Honig pro Bienenvolk geerntet. In den letzten zehn Jahren zuvor waren es – trotz erheblicher Schwankungen – im Schnitt 21 kg pro Volk. Die Schweizer Honigproduktion ist dieses Jahr somit auf einem Rekordtief, seit der Imkerverband «Bienen Schweiz» die Erträge aufzeichnet.

Glas mit Honig.
Legende: 2020 soll für Imker wieder ein besserer Jahrgang werden. Keystone

Ein Rekordtief bedeutet zum einen tiefere Einnahmen sowohl für die Berufsimker wie auch für die zahlenmässig grössere Gruppe der Hobbyimker. Bruno Reihl vom Imkerverband «Bienen Schweiz» spricht von einem zweistelligen Millionenbetrag, der den Schweizer Imkern dieses Jahr fehlen dürfte.

Besserung ist in Sicht

Eine rekordschlechte Ernte bedeutet zum anderen auch, dass weniger Schweizer Honig auf dem Markt sein wird, was sich preislich zum Beispiel an den anstehenden Weihnachtsmärkten bemerkbar machen könnte, so Bruno Reihl.

Unterschiedlich hohe Honigernten seien aber durchaus die Norm, betont er. Nächstes Jahr könnte bereits wieder ein gutes Jahr werden, genauso wie 2018 ein gutes Jahr für die Schweizer Imker war. Heuer werde er jedoch nicht alle seiner Kunden beliefern können.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    na sowas, im Mai soll es zu kalt gewesen sein, und in Nordschweden wurden heute minus 27 Grad gemessen, ein seit 13 Jahren nie mehr im entferntesten gemessener Wert Ende Oktober.
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    1. Antwort von Philipp Moreno  (HOC)
      Na so etwas und trotzdem verschwinden die Gletscher und die Skipistenbetreiber müssten künstlich beschneien und so etwas dann auch noch von Jahr zu Jahr mehr.
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    2. Antwort von Arnold Vass  (Captain Planet)
      Die Schweiz befindet sich zwischen dem 40ten und 50ten Breitengrad und im Vergleich zu anderen Ländern ausserhalb von Europa, ist es bei uns überdurchschnittlich warm. Schon mal etwas vom Golfstrom gehört und dass dieser Golfstrom warme Luft nach Europa bringt? Oder dass der Golfstrom immer schwächer und es in der Konsequenz bei uns kälter wird? Alles Auswirkungen der Globalen Erwärmung, ob sie das glauben wollen oder nicht...
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    3. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      ach wie herzig Arnold Voss, den Jetstream noch vergessen. Nun erklären sie mir mal die Funktionsweise vom Golfstrom und vom Jetstream.
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    4. Antwort von Arnold Vass  (Captain Planet)
      Ach Werner Christmann, ich muss ihnen gar nichts erklären. Falls sie sich dafür interessieren, gibt es genug Fachliteratur darüber.
      Was die Quintessenz ihres Kommentars ist, habe ich leider nicht verstanden. Der Golfstrom sowie der Jetstream werden von der menschengemachten Globalen Erderwärmung beeinflusst. Veränderungen sind messbar und zu beobachten.
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    5. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      reine Glaubenssache Her Voss, es gibt auch ganz andere Fachliteratur dazu, wenn man die denn auch zur Kenntnis nehmen möchte. Nur, die Bienen, um die es hier geht hatten einfach im Mai zu kalt, und zwar hier zwischen dem 40-sten und 50-sten Breitengrad.
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    6. Antwort von Arnold Vass  (Captain Planet)
      Hr. Chrestmann, zum Glück haben Naturwissenschaften nichts mit Glauben zu tun; man bedient sich der mathematischen Wahrscheinlichkeit. Wer gegenteiliges behauptet ist offensichtlich kein Naturwissenschaftler.
      Im Beitrag geht es um Bienen, in ihrem Kommentar allerdings nicht. Sie suggerieren, dass die Globale Erderwärmung nicht stattfindet, anhand einer Monats-durchschnittstemperatur und einer Stichprobe aus Schweden. Da kann man nur schmunzeln.
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    7. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Ja, ich hoffe auch, dass spätere Klimahistoriker sich nicht anhand aufgefundenen Daten zu den Honig-Ertragsmengen der Bienen orientieren um das Klima von 2019 zu rekonstruieren...
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  • Kommentar von James Klausner  (Harder11)
    Unser spezieller Dank dafür geht an die Landi/Fenaco, welche nach wie vor die entsprechenden Spritzmittel verkauft, sowie an die Bauern, welche unverwandt blütenlose Monokultur-Grasfllächen anbauen.
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    1. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      soso, nun soll die Fenaco dafür verantwortlich sein, dass es im Mai zu kalt war. Die Bienen fliegen nämlich erst ab 8 Grad Aussentemperatur. Deshalb blieben sie im Mai "zu Hause" und ernährten sich vom eigenen Honig.
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  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Seit Jahren gebe ich Wildbienen ein zu Hause und da gibt es keinen direkten Gewinn. Indirekt wird bestäubt was bestäubt werden muss. Gerne bezahle ich Fr. 25.-- um das Häuschen (Behindertenarbeit) in Schuss zu halten.
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    1. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      @Seeländer Wie können sie etwas behaupten, dass sie anscheinend nicht kennen. Wildbienen funktionieren anders. Es ist wie der Unterschied einer hochgezüchteten Milchkuh zu einer gehörnten Schweizer Original Braunvieh.
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