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Legende: Video Maurer: «Wir haben den Fall Khashoggi abgehandelt» abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.01.2019.
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SRF-User zum Fall Khashoggi Geld stinkt nicht – oder doch?

Bundespräsident Maurer will die Handelsbeziehungen zu Saudi-Arabien normalisieren. SRF-User sehen das anders.

Ein unliebsamer saudischer Journalist wird ins Konsulat in der Türkei gebeten und ermordet. Der Fall Khashoggi hat im Oktober weltweit einigen Staub aufgewirbelt. Selbst Aussenminister Ignazio Cassis stellte Konsequenzen für die schweizerischen Beziehungen zu Saudi-Arabien in Aussicht.

Zwar ist der Fall noch nicht gänzlich aufgearbeitet, Saudi-Arabien räumte aber zumindest ein staatliches Verschulden ein, ohne jedoch die Rolle von Kronprinz Mohammed bin Salman darin zu klären. Mittlerweile scheint sich der Staub allerdings wieder gelegt zu haben. «Wir haben den Fall Khashoggi, der die Welt beschäftigt, schon lange abgehandelt», sagte Ueli Maurer gestern am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zur SDA. Zurecht oder nicht? Das sagen unsere SRF-News-User.

Eine Frage der Moral

Die Diskussion in der Kommentarspalte dreht sich beim Thema Handelsbeziehungen zu Saudi-Arabien vor allem ums «liebe Geld». Einige SRF-User geisseln die wirtschaftliche Doppelmoral. «Nur nicht die Saudis verärgern, die bringen gewissen Kreisen viel Geld. Da drückt man schon einmal ein Auge zu bei einem schweren Gewaltverbrechen», schreibt etwa Reto Albertini.

Ein römischer Kaiser hat festgestellt: Pecunia non olet – Geld stinkt nicht. Das weiss Herr Maurer. Im Finanzdepartement wird täglich gelüftet. Es ist unglaublich!
Autor: Heiner Zumbrunn

Und ein weiterer Kommentierender stellt fest: «Ueli Maurer bleibt seiner Linie treu, denn zum Tiananmen-Massaker meinte er auch sinngemäss: tempi passati!» Es sei einerseits stossend, andererseits aber auch ehrlich, denn nach Auffassung Maurers habe die Wirtschaft eben nichts mit Ethik oder Moral zu tun, schreibt er weiter.

Es geht uns gut, wir brauchen keine wirtschaftlichen Beziehungen mit diesem Schurkenstaat.
Autor: Stefan Huwiler

Dafür zeigt eine nicht repräsentative Umfrage zum Thema: 74 Prozent der Umfrage-Teilnehmer möchten die Handelsbeziehungen zu Saudi-Arabien nicht in der bisherigen Form weiterführen.

Das unterstreicht auch der Kommentar von Stefan Huwiler: «Es geht uns gut, wir brauchen keine wirtschaftlichen Beziehungen mit diesem Schurkenstaat.» Er sieht den Fall Khashoggi dabei eher als Randnotiz. Saudi-Arabien begehe viel schlimmere Verbrechen, die ganze Völker beträfen und diese seien Grund genug, das Land zu sanktionieren und international ins Abseits zu stellen.

Doch es gibt auch Stimmen, die den Kurs des Finanzministers unterstützen. So verteidigt Max Blatter die Entscheidung Maurers mit dem Hinweis darauf, dass nicht bewiesen sei, dass die Anordnung zur Ermordung Khashoggis tatsächlich vom Kronprinzen kam. Er beruft sich dabei auf den Grundsatz: «Im Zweifel für den Angeklagten/Beschuldigten.»

«Dialog ist wichtig»

Sukkurs erhält Ueli Maurer übrigens auch von Elisabeth Schneider-Schneiter, der Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission (APK). Den Dialog weiterzuführen sei wichtig und richtig. «Wenn Gespräche geführt werden, heisst das nicht, dass die Schweiz das Vorgehen Saudi-Arabiens in den verschiedenen Bereichen goutiert, sondern dass der Dialog ein Zugang sein kann, um die Bewältigung von humanitären Katastrophen anzugehen», sagt die Nationalrätin im Interview.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Charaktereigenschaft von Bundesrat "Maurer": "My friend Putin".... "Kashoggi-Mordfall".... - alles "Peanuts" - Hauptsache der "Wirtschafts-Rubel rollt"!!
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt  (lb)
    Goethe: "Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust". Die Schweiz hat eine (nicht zu toppende) Neutralitäts-Geschichte. Khashoggi ist klar ein klarer Fall mit klar identifizierten Schuldigen. Nur. Verfehlungen der einen, Vertuschungen der anderen Seite sind, so traurig das ist, "Normalität". in unserer Welt Und in dieser "beschissenen Welt" MUSS die Schweiz Neutralitäts-Politik betreiben. Dabei ist ganz wichtig, zwischen Land, Machthabern, Regierung, Wirtschaft und Bevölkerung zu unterscheiden.
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    1. Antwort von Marc Bühler  (Capten Demokratie)
      Neutralität ist nichts was mann sich selber gibt. Das Neutralität Prinzip funktioniert nicht auf das eigene empfinden sondern darauf ob ein Möglicher Gegner die Neutralität anerkennt. Die Schweiz ist nicht Neutral. Nehmen wir an es gibt Krieg zwischen der Nato und Russland, warum sollte Russland unserere Neuträlität anerkennen? Sind wir denn Neutral Russland gegenüber? Wir tragen Sanktionen mit dessen Gründe uns nie betrafen. Das Neutralitätsprinzip beruht übrigbends auf den Versailler Vertrag.
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    2. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Neutralität bedeutet nicht, dass man keine Meinung zu einer Thematik haben oder das Vorgehen eines Staates kritisieren darf und entsprechende Konsequenzen zieht. Sie ist auch nicht dazu da, sich dahinter zu verstecken um immer maximal absahnen zu können oder einfach weg zu schauen, wenn Ungerechtigkeit herrscht.
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    3. Antwort von Charles Dupond  (Egalite)
      Bingo! Diese Unterscheidung gilt auch in der Schweiz! Machthaber und Regierung haben zum Schutze der Sichterheit und der Grundbeduerfnisse von Buerger, Volk und Staat strikte Neutralitaet zu beobachten, und Wirtschaft sowie Medien gegen Bruch zu kandarieren. Die Bevoelkerung waere nicht nur an realen, sondern auch an virtuellen Stammtischen im Rahmen des nicht Strafbaren absolut frei in der Meinungseusserung. Aber gerade sie wird im Internet von den Plattformern politisch scharf zensuriert!....
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