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«Verstörende Entdeckung» Hohlraum unter der Antarktis wächst rasant

Legende: Video Grosser Hohlraum unter der Antarktis abspielen. Laufzeit 00:26 Minuten.
Aus News-Clip vom 02.02.2019.
  • In Rekordgeschwindigkeit wächst unter einem Gletscher in der Antarktis ein riesiger Hohlraum.
  • Er sei zehn Kilometer lang und vier Kilometer breit schreiben Forscher des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der US-Raumfahrtbehörde Nasa im Fachmagazin «Science Advances».
  • Der grösste Teil des Eises sei innerhalb der letzten drei Jahre geschmolzen, der entstandene Hohlraum sei 350 Meter hoch.

Das sei eine verstörende Entdeckung, teilte die Nasa mit. Nun müsse erforscht werden, wie der Schmelzvorgang den Meeresspiegel beeinflusse. Der Hohlraum, der einmal 14 Milliarden Tonnen Eis gefasst hat, befindet sich unter dem Thwaites-Gletscher in der Westantarktis.

Seit 2016 schmilzt er schneller

Das Gestein unter dem Gletscher liegt hier deutlich tiefer als der Meeresspiegel. Der grösste Teil des Eises sei innerhalb der letzten drei Jahre durch eindringendes Meerwasser geschmolzen, schreiben die Forscher.

«Wir haben jahrelang vermutet, dass Thwaites nicht fest mit dem Untergrund verbunden ist», sagt Ko-Autor Eric Rignot. Mit neuen Satelliten sei es nun erstmals möglich gewesen, die Veränderung des Gletschers und das Ausmass des Hohlraums genau zu messen. Seit 2010 beobachten Nasa-Satelliten den Gletscher mit hochauflösendem Radar.

Ein Anstieg von 65 Zentimeter

«Die Grösse der Höhle unter dem Gletscher spielt eine wichtige Rolle beim Schmelzvorgang», sagt Erstautor Pietro Milillo. «Wenn mehr Wärme und Wasser unter den Gletscher gelangen, schmilzt er schneller.» Der gesamte Thwaites-Gletscher ist so gross wie Florida und derzeit für 4 Prozent des Anstiegs des Meeresspiegels verantwortlich.

Würde der gesamte Gletscher wegschmelzen, könnten die Weltmeere um etwa 65 Zentimeter ansteigen, heisst es in der Nasa-Mitteilung. «Zu verstehen, wie das Meer diesen Gletscher schmilzt, ist unerlässlich, um zu berechnen, welchen Einfluss das auf den Meeresanstieg in den kommenden Jahrzehnten hat», sagt Rignot.

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71 Kommentare

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  • Kommentar von Dani Keller (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    Die letzte Sau die durchs Klimadorf getrieben wurde, war das Larsen C Shelf 2017 in der Antarktis. Meines Wissens ist dieser "gigantische" Eisberg inzwischen abgebrochen und hat sich um 90 Grad gedreht. Mehr ist bisher nicht passiert. Im Prinzip immer noch in der gleichen Ecke. Aber was war das 2017 für ein Medienhype...
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    1. Antwort von Willy Gruen (wgruen)
      Das Abbrechen des bisher grössten beobachteten Eisberges vom Larsen C Schelfeis im Juli 2017 droht den verbleibenden Rest von Larsen C noch schneller aufzulösen. Das war kein Mediahype, sondern eine sachliche Feststellung. Klimaleugner wollen davon leider nichts wissen, sondern bezeichnen dies schlicht als 'mediale Sau'.
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  • Kommentar von Peter Stutz (Peter Stutz)
    Das Video ist wertlos und SRF Artikel ist falsch. Es gibt keinen Hohlraum, und wenn der verschwinden würde, würde auch der Meeresspiegel nicht steigen. Im Originalartikel steht: In den Klimamodellen zuwenig berücksichtigt wurde die Tatsache, dass das Abschmelzen durch eindringendes Meereis 7m bis 10m pro Jahr zum Abschmelzen beiträgt, das Abschmelzen an der Oberfläche nur 1m. Durch das Kollabieren des Thwaitesgletschers würde der Meeresspiegel um 65 cm steigen, durch das ganze Becken um 2,4 m.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ Stutz: Der Artikel von SRF entspricht exakt der Publikation der NASA. Der Artikel ist auf nasa.gov abrufbar vom 30.1.2019. Die Nasa bezieht sich auf einen Artikel von P. Milillo et al. "Heterogeneous retreat and ice melt of Thwaites Glacier, West Antarctica" aus Science Advances. Dieser Artikle ist auf der Webseite des Journals zu finden. Ihr Zitat finde ich darin nicht.
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    2. Antwort von Nic Grund (Gruendeli)
      Irrtum Herr Stutz! Der SRF Artikel ist OK. Haben Sie den original Artikel gelesen und auch verstanden? Gletscher die ins Meer ragen können entweder auf dem Fels am Meeresgrund aussitzen. Dann haben sie eine tiefe Fliessgeschwindigkeit. Oder Meerwasser dringt zwischen Gletscher und Meeresgrund ein und schmilzt den Gletscher von unten weg (Hohlraum!). Dann ist der Gletscher nicht mehr verankert und seine Geschw. nimmt zu. DARUM sind diese Messungen wichtig denn DAS führt zu Meerespiegelanstieg.
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    3. Antwort von SRF News
      Wir haben den Artikel überprüft. Er entspricht der Mitteilung der NASA und ist korrekt. Freundliche Grüsse, die Redaktion
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  • Kommentar von M. Jaeger (jegerlein)
    Eine Eishöhle also. Interessantes Naturphänomen. Auch wenn so gross wie Manhattan.
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