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«Wetter-Peitschenhieb» In Minneapolis steigen die Temperaturen um fast 40 Grad

Legende: Video Der Mittlere Westen der USA erstarrt in Eiseskälte abspielen. Laufzeit 01:23 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.02.2019.
  • Für die Nachbarstädte Minneapolis und Saint Paul sagte der Nationale Wetterdienst (NWS) Temperaturen von plus 7 Grad Celsius am Sonntag voraus.
  • Gestern lagen die Temperaturen noch bei minus 32 Grad – innert weniger Tage wird es also um fast 40 Grad wärmer.
  • Bis Mitte nächster Woche soll die Temperatur dann wieder um 30 Grad auf minus 23 Grad fallen.
  • Landesweit sind im Zusammenhang mit der arktischen Kälte bisher mindestens 21 Todesfälle verzeichnet worden.

Der NWS sprach von einem «Wetter-Peitschenhieb», der die Städte trifft. Der Wetterdienst teilte mit, die «lebensbedrohlichen» arktischen Luftmassen, die in den vergangenen Tagen Teile der USA beherrschten, sollten noch am Freitag aus dem Nordosten des Landes abziehen.

Kalifornien drohen Überschwemmungen

Ungemach droht nun aber dem Westen der USA: An der Westküste wurden bis Montag gleich zwei schwere Stürme erwartet. «Schwere Regenfälle, starke Winde und viel Schnee in den Bergen werden Auswirkungen auf weite Teile Kaliforniens an diesem Wochenende haben», warnte der NWS. Gegenden, die im Sommer von verheerenden Waldbränden betroffen waren, drohten nun Überflutungen.

In Chicago war es am Donnerstag mit minus 29 Grad Celsius kälter als an allen bisherigen letzten Januartagen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1870. Nach NWS-Angaben verzeichnete die Millionenmetropole 52 Stunden am Stück Temperaturen von unter 0 Grad Fahrenheit, das entspricht minus 18 Grad Celsius. Der Wetterdienst versah seinen Tweet dazu mit dem Hashtag #chiberia2019 – eine Mischung aus Chicago und Sibirien.

Tatsächlich war es in Chicago nach einem Bericht des Senders NBC zeitweise sogar kälter als in Sibirien, am Südpol, auf dem Mount Everest oder in Alaska.

In Chicago stiegen die Temperaturen an, sie lagen am Freitag aber weiterhin unter dem Gefrierpunkt. Der Wetterdienst hatte in den vergangenen Tagen vor Erfrierungen auf ungeschützter Haut innerhalb von Minuten gewarnt. Alleine in Chicago wurden mehr als 60 Wärmestuben für Wohnungslose eingerichtet. Auch alle Polizeiwachen dienten als Möglichkeit für Menschen, sich aufzuwärmen.

Bierlieferungen wurden gestoppt

Die Kältewelle führte zum Teil zu skurrilen Begebenheiten. In vielen Orten wurden Lieferketten unterbrochen. Gastwirte wurden nicht mehr mit Bier beliefert, aus Angst, der Gerstensaft könnte einfrieren. Die Kälte führte vereinzelt zu Stromausfällen. In vielen Bundesstaaten blieben Schulen und manche Universitäten geschlossen. Die Flughäfen kamen teils mit dem Enteisen der Maschinen nicht nach. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen oder waren verspätet. In mehreren Bundesstaaten wurde keine Post zugestellt.

Auch in der US-Hauptstadt Washington im Nordosten des Landes lagen die Temperaturen am Freitag wieder deutlich unter dem Gefrierpunkt, am Vormittag fiel Schnee. In zahlreichen Schulen in der Region fiel der Unterricht aus oder begann verspätet.

Auslöser ist der Polarwirbel

Verantwortlich für die «arktische Kälte» war der sogenannte Polarwirbel. «Im Winterhalbjahr bekommt der Nordpol kein Sonnenlicht ab und kühlt sich mehr und mehr ab. Diese kalte Luft bleibt mehr oder weniger über dem Nordpol liegen und wird von einem global zirkulierenden Westwindgürtel umschlungen», erklärt SRF-Meteorologe Jan Eitel. Während der Polarwirbel normalerweise stabil mit seinem Zentrum über der Arktis bleibt, hatte er sich in den vergangenen Tagen ungewöhnlich weit nach Süden ausgebreitet.

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