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Sturm «Sabine» fegt über Europa
Aus Tagesschau vom 10.02.2020.
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Winterstürme und ihre Namen Warum «Sabine» in Grossbritannien «Ciara» heisst

Mit einer Wetterpatenschaft kann man im deutschsprachigen Raum für knapp 200 Euro Stürmen einen Namen geben. In anderen Ländern kann jeder seine Vorschläge einbringen.

Es ist ein etwas merkwürdiges Ansinnen – seinen eigenen Vornamen als Bezeichnung eines Wintersturms oder gar eines Orkans zu wissen. Trotzdem: man – in diesem Jahr wohl besser frau – kann sich diesen Wunsch im deutschsprachigen Raum für knapp 200 Euro erfüllen.

Für den Wintersturm, der die Schweiz in der Nacht auf heute erreicht hat, hatte diesen Wunsch eine gewisse Sabine Kaufmann, wie man der offiziellen Webseite der Freien Universität Berlin entnehmen kann. Seit 1954 vergibt das Meteorologische Institut der FU Berlin die Namen der Tief- und Hochdruckgebiete, die das Wetter in Deutschland beeinflussen. An diesen Namen orientieren sich auch einige Nachbarländer wie Österreich, Tschechien oder die Schweiz.

Weibliche Namen für Tiefs, männliche für Hochs

Bis 1997 hätte Sabine Kaufmann ihren Namen nur einem Tiefdruckgebiet übertragen können, die männlichen Namen belegten die Hochs. Seit 1998 werden männliche und weibliche Namen alternierend verwendet. In geraden Jahren sind die Frauen Patinnen von Tiefdruckgebieten dran, in ungeraden Jahren die Männernamen.

Frau Kaufmann – oder jemand, der ihr vielleicht ein Geburtstagsgeschenk machen wollte – beantragte beim Institut für Meteorologie in Berlin eine Wetterpatenschaft, erfolgreich. Im Jahr werden etwa 50 bis 60 Hochs und 130 bis 150 Tiefs getauft, die Namen werden in alphabetischer Reihenfolge vergeben. Nach Sturm «Sabine» folgt schon bald das Tiefdruckgebiet «Tomris».

Andere Länder, andere Sitten, andere Namen

Auf den britischen Inseln wurden bis 2015 die Stürme oft nach althergebrachter Sitte nach dem Namen des Eintrefftages benannt – zum Beispiel der «St. Jude's Day»-Sturm im Oktober 2013. Doch allzu oft gab es für die Stürme in Medien trotzdem unterschiedliche Namen, weshalb das irische und britische Meteorologische Institut nun einheitliche Namen vergeben. Dies aber nur für gewichtige Tiefdruckgebiete – Hochdruckgebiete blieben unbenannt.

Benannt werden sie alternierend nach männlichen und weiblichen Vorbildern – und durch Vorschläge der Öffentlichkeit. Tausende Vorschläge gehen jedes Jahr ein, die Entscheidung treffen aber die beiden meteorologischen Institute, zusammen mit dem niederländischen Wetterdienst. Für dieses Jahr war es der Name «Ciara», der nächste Sturm heisst «Dennis». Übernommen werden die Namen auch in Frankreich, Spanien und Portugal, sofern die Briten den Sturm zuerst benannt haben. Und auch die Romands übernehmen jeweils den Namen dieses Modells.

Keine Namen von Prominenten

In Skandinavien sollen die Stürme vor allem «lokales Namensgut» verwenden. Auch die skandinavischen Länder benennen – wie Grossbritannien und Irland – nur überregionale Wetterereignisse nach einer jährlich vorab erstellten Namensliste. Weil die Stürme meistens zuerst auf Norwegen treffen, sind die Bezeichnungen des norwegischen Instituts für alle skandinavischen Länder verbindlich. Vermieden werden dabei aber die Namen des Königshauses oder anderer prominenter Personen.

In Berlin beim Meteorologischen Institut ist der Buchstabe X für das Jahr 2020 noch immer frei. Xanthe, Xenia oder Xaveria dürfen sich melden.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Heer  (Heer)
    Bedeutet dies, dass man diese im Bericht besagte, "Sabine Kaufmann und die Freie Universität Berlin", für die Sturmschäden und die "Sturm-Toten" verantwortlich machen und gerichtlich belangen kann ? -
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  • Kommentar von Mark De Guingois  (MDG)
    Tja, man kann sich fragen, ob es sinnvoll ist, dass jede Region Europas eigene Namen auswählt... Immerhin hat die Schweiz sich irgendwo angepasst. In der Romandie nach Westen, in der deutschsprachigen Schweiz nach Deutschland.... Aber wir sind flexibel...
    Ich persönlich finde es sehr kindlich...
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