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Chlorothalonil verbieten? Auf den Bund warten? Auf die Industrie warten?
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 29.11.2019.
abspielen. Laufzeit 03:39 Minuten.
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Chlorothalonil im Grundwasser Die Aargauer Regierung will das Pflanzenschutzmittel verbieten

Chlorothalonil verbieten? Die Regierung spricht sich für ein Verbot aus. Das schreibt sie in den Antworten auf Vorstösse aus dem Parlament. Das Pflanzenschutzmittel ist umstritten, weil dessen Abbauprodukt via Grundwasser im Trinkwasser landet. Die Aargauer Exekutive wünscht sich ein Anwendungsverbot. Das heisst, Chlorothalonil dürfte per sofort nicht mehr gespritzt werden. Bei einem Verkaufsverbot wäre es so, dass die Bauern ihre Vorräte noch aufbrauchen dürften. Zuständig für ein mögliches Verbot ist aber nicht der Kanton, sondern der Bund.

Chlorothalonil: Möglicherweise krebserregend

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Chlorothalonil ist ein Pflanzenschutzmittel. Seit den 1970er-Jahren wird es von den Schweizer Bauern auf den Feldern eingesetzt. Von den Feldern gelangt es dann ins Grund- und Trinkwasser.Seit Kurzem gilt Chlorothalonil als möglicherweise krebserregend. Neue Forschungen kamen zu diesem Schluss. Der Bund hat das Mittel deshalb auf die Liste der relevanten Stoffe gesetzt, was bedeutet, dass gewisse Höchstwerte nicht überschritten werden dürfen.

In etlichen Gemeinden werden die Höchstwerte nun überschritten, obwohl es gar nicht mehr Chlorothalonil im Trinkwasser hat als in den letzten Jahren. Betroffen ist vor allem das Mittelland, weil hier die Felder intensiv landwirtschaftlich genutzt werden.

Markt schneller als Bund: Der Markt hat das Verbot offenbar schon vorweggenommen. Ein Pflanzenschutzexperte sagt gegenüber SRF, die Händler würden das Mittel gar nicht mehr anbieten, da die Nachfrage fehle. Die Landi (Fenaco), von der die meisten Bauern ihre Pflanzenschutzmittel beziehen, wolle es nicht riskieren, auf Lagerbeständen sitzen zu bleiben, wenn das Verbot kommt. Die Branche rechnet damit, dass dieses bis spätestens im Frühjahr 2020 ausgesprochen wird.

Reagiert die Planzenschutzmittel-Industrie?

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Was tut die Industrie? Chlorothalonil sei out, sagt der Pflanzenschutzexperte. Er beobachtet einen Wandel bei den Herstellern von Pflanzenschutzmitteln, weg von der Reaktion hin zur Prävention. Gemeint ist damit, dass neue Produkte entwickelt werden, welche die Pflanzen stärken sollen, damit sie schon gar nicht mehr von Pilzen befallen werden. Der Trend gehe in diese Richtung.

Wer informiert über Chlorothalonil? Das Amt für Verbraucherschutz des Kantons Aargau weiss ziemlich genau, wo Grundwasser oder Trinkwasser belastet ist. Aber es muss nur dann informieren oder warnen, wenn die Bevölkerung akut gefährdet ist. Dies sei bei Chlorothalonil, so die Regierung, nicht der Fall, im Gegensatz zu einem Fall, wo Fäkalbakterien im Wasser kursieren. Die Information der Menschen in Bezug auf Chlorothalonil sei Sache der lokalen Wasserversorger. Diese hätten eine Informationspflicht.

Geht es ohne Chlorothalonil? Die Regierung sagt, bei Wintergerste und Winterweizen gebe es eigentlich keine Alternative zum Fungizid Chlorothalonil, das die Pflanzen vor Pilzbefall schützt. Der von SRF befragte Pflanzenschutzexperte sagt, dass die Bauern mit Etragseinbussen rechnen müssen, wenn Chlorothalonil verboten werde. Allerdings könne man diese Einbussen nicht beziffern. Das hänge immer auch von den Witterungsbedingungen ab.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Eric Cerf  (Alpenjonny)
    Es ist ein heisses Eisen, die Belastung durch Pestizide im Grundwssser! Quer durch die CH versprühen Bauern und Anverwandte munter weiter Pestizide als ob alles in bester Ordnung sei. Ist es aber nicht. Krebsfälle in der CH nehmen von Jahr zu Jahr zu, auch durch belastetes Gemüse, Obst, Wein und Fleisch. Es ist jetzt höchste Eisenbahn den Chemiefritzen den Riegel zu schieben! Gewinnmaximierung, satte Boni und Aktionärs-Zufriedenheit hin oder her. Mein Stinkefinger steht!
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