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Die Vorbereitung für die Stilllegung von Beznau läuft
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 20.12.2019.
abspielen. Laufzeit 07:47 Minuten.
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Ende der Kernenergie In 10 Jahren ist auch in Beznau Schluss

  • Am Freitag ging mit Mühleberg das erste von fünf Atomkraftwerken vom Netz.
  • In zehn Jahren folgen dann die ältesten AKWs der Schweiz, Beznau 1 und 2.
  • Gösgen und Leibstadt sollen bis Mitte des Jahrhunderts abgeschaltet werden.

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 hatte der Bund den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Das Stimmvolk bestätigte später diesen Beschluss. Als erstes AKW wurde nun am Freitag Mühleberg abgeschaltet. Die anderen folgen nach und nach.

Was sagt die regionale Wirtschaft?

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René Utiger ist Präsident des Wirtschaftsforums Zurzibiet und damit der oberste Wirtschaftsförderer. Er betont die grosse Rolle der Energiebranche für die lokale Wirtschaft. Das AKW Beznau habe 450 Vollzeitstellen. Zusammen mit der Belegschaft von Leibstadt seien es 1000 Stellen. Viele weitere Stellen in Zulieferbetrieben seien abhängig von den Kernkraftwerken.

Die Wirtschaft sei sehr daran interessiert, die Energiebranche im Zurzibiet zu behalten. Diese sei mit den beiden AKWs, den Wasserkraftwerken Beznau und Klingnau sowie dem Institut PSI, das viel im Bereich der Energie forsche, sehr gut vertreten.

René Utiger hofft, dass sich auf der Beznau-Insel nach dem Rückbau des AKWs wieder ein Energie-Produzent ansiedelt. Klar ist allerdings, dass dieser Standort für die Windenergie nicht geeignet ist. «Die Tradition als Energieregion hat bei uns früh angefangen. Und wir würden sie gern erhalten. Aber fragen Sie mich nicht, wer der Energieerzeuger ist in Zukunft.»

Die Kernkraftwerke der Schweiz haben zwar eine unbefristete Betriebsbewilligung. Sie können grundsätzlich so lange in Betrieb bleiben, wie sie sicher sind, so steht es im Gesetz. Allgemein geht man aber davon aus, dass ein Kernkraftwerk nach 60 Jahren das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat.

2045 soll die Kernenergie Geschichte sein

Gegenüber SRF sagt ein Sprecher der Axpo, dass die Kraftwerke Beznau 1 und 2 «um 2030» definitiv stillgelegt werden. Fünfzehn Jahre später soll der Rückbau abgeschlossen sein. Die Halbinsel Beznau in der Aare wäre dann wieder eine grüne Wiese.

Wie weiter mit der Fernwärme?

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In 11 Dörfern rund um das AKW Beznau sieht man an kalten Tagen kaum rauchende Kamine. Es gibt dort fast keine Öl- oder Gasheizungen. Der Grund: 2600 Liegenschaften hängen an der Refuna (Regionale Fernwärme unteres Aaretal). Erwärmtes Kühlwasser aus dem AKW Beznau fliesst über lange Leitungen in die Gebäude und heizt dort Wohnungen und Büros. Auch das Warmwasser zum Duschen wird so aufgewärmt.

Wenn das Kernkraftwerk Beznau nicht mehr läuft, fällt auch der Wärmelieferant weg. Deshalb plant die Refuna zusammen mit der Axpo ein Holzheizwerk in einem Industriequartier in Döttingen. «Im Moment sind wir an einer Vorstudie», sagt Kurt Müller, Verwaltungsratspräsident der Refuna. «Nächstes Jahr wird man entscheiden können, wie man es macht.» Den Kunden der Refuna garantiert er, dass diese auch nach 2030 noch warme Wohnungen haben.

Die Axpo arbeitet bereits mit Hochdruck an der Stilllegung von Beznau 1 und 2. Etwa 10 bis 12 Personen würden sich um nichts anders kümmern, als um diese Thematik, sagt die Axpo. Diese Vorbereitungen seien enorm wichtig, um überhaupt die Erlaubnis zur Stilllegung zu erhalten.

Die anderen Atomkraftwerke werden dann später abgeschaltet. Das AKW Gösgen soll nach der heutigen Planung etwa im Jahr 2040 dran sein. Einige Jahre danach, etwa 2045, soll dann auch noch das jüngste Atomkraftwerk Leibstadt vom Netz gehen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Übrigens hoffe ich dass die Betreiber des KKW Beznau so intelligent sind, die beiden Reaktoren nicht gleichzeitig abzuschalten. Wenn schon bis 2031 gefahren werden soll, dann wäre es vorteilhaft, Bezau I etwa 2026 abzuschalten. Denn bei dem Anfall von Material ist es eine logistische und personelle Herkulesaufgabe. Eine Staffelung um 5 Jahre ergäbe eine Verteilung der Materialflüsse und möglicherweise könnten auch die personellen Ressourcen optimiert eingesetzt werden.
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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Ich würde es auch begrüssen, wenn auf der Beznau-Insel ein Energieproduzent nach dem Ende der KKWs übernimmt. Obwohl die Aare dannzumal weder von Mühleberg noch Beznau erwärmt wird, wird sie an dieser Stelle wohl mehr al 1°C wärmer daherkommen als noch vor z.B. 30 oder 40 Jahren. Diese Wärme könnte an dieser Stelle der Aare mit 2 - 3 grossen Wärmepumpen entnommen und ins vorhandene REFUNA- Netz eingespeist werden. Der REFUNA Wärmeverbund wird ja ohnehin eine neue Wärmequelle suchen müssen.
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  • Kommentar von Silvio Spescha  (Silla)
    Und dann? Ich möchte von Frau Somaruga wissen, wie der schweizerische Stromfahrplan aussieht, wenn nicht genügend Alternativen zur Kernenergie vorhanden sind. Füllen wir ein paar Täler mit Wasser auf, sind die Grünen dagegen und Windkraft wollen sie auch nicht. Solarzellen herstellen und entsorgen kostet auch viel Ressourcen. Die E Autos sind Stromfresser und wieviele Wagen sind auf unseren Strassen? Inkl. LKW? Ich glaube da zeichnet sich eine Energiekatastrophe ab, oder Fehlplanung.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Energiestrategie 2050, vom Volk am 21. Mai 2017 angenommen:
      https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/energie/energiestrategie-2050.html
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    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Hr. Spescha, Sie malen hier den Teufel an die Wand. Die Gesamtheit der erneuerbaren Energien, die in den letzten 10 Jahren aufgebaut wurden beträgt schon jetzt mehr als wir durch die Mühleberg-Abschaltung einbüssen. Wir haben einfach ein bisschen weniger Überschüsse. Wir hatten dasselbe aber viel stärker vor wenigen Jahren beim Leibstadt-Ausfall. Auch diese Situation ging vorüber und jetzt sind wir bereits besser aufgestellt. Die E-Autos brauchen übrigens viel weniger Energie als die heutigen.
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