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Gefährliches AWK?
Aus Rundschau vom 06.11.2019.
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Kritik an Sicherheitstests Neue Zweifel an der Sicherheit von AKW Beznau 1

  • Laut dem deutschem Öko-Institut Darmstadt wäre Beznau 1 in Deutschland nie mehr hochgefahren worden.
  • Die Betreiberin Axpo habe ungeeignete Prüfmethoden angewandt.
  • Im Zentrum des Gutachtens steht die Untersuchung einer Replika des Reaktorrings C. Die Tests an einer Replika des AKW seien nicht aussagekräftig.

Vor gut anderthalb Jahren durfte Beznau 1 wieder ans Netz. Gestützt auf den Sicherheitsbericht der Betreiberfirma Axpo und die Einschätzung eines Expertenteams hatte die Atomaufsichtsbehörde Ensi grünes Licht für den ältesten Reaktor der Welt gegeben – nach drei Jahren Stilllegung wegen Materialfehlern im Reaktordruckbehälter.

Ein Gutachten des Öko-Instituts Darmstadt kommt nun aber zum Schluss, dass die angewendeten Prüfmethoden nicht wissenschaftlichen Standards entsprachen. «Bei der Führung eines Sicherheitsnachweises müssen erprobte Verfahren angewendet werden. Das war hier nicht der Fall», sagt Simone Mohr, Expertin für Reaktorsicherheit.

Umstrittene Tests mit einer Replika

2015 entdeckte die Axpo über tausend Einschlüsse von Fremdmaterial im Stahl des Reaktordruckbehälters. Die allermeisten der Einschlüsse befanden sich im Reaktorring C. Durch seine Nähe zu den Brennelementen ist er hoher radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Auf Geheiss des Ensi musste die Axpo Beznau 1 aus Sicherheitsgründen abschalten.

Tatsächlich zeigte die Replika in Ultraschalltests vergleichbare Signale wie das Original. Die Axpo führte in der Folge Bruchtests am Replika-Ring durch und folgerte: Die Einschlüsse hätten auch keine negativen Auswirkungen auf den Original-Ring. Folglich sei der Reaktor von Beznau 1 sicher.

Sorge vor unbeherrschbarem Störfall

Für Simone Mohr ist es unzulässig, vom Zustand der Replika auf jenen des Originals zu schliessen:

Das Material der Replika wurde anders als das Original nicht 50 Jahre lang bestrahlt und es war nicht dem Druck und den Temperaturen im Reaktor ausgesetzt.
Autor: Simone Mohr Expertin für Reaktorsicherheit

Mohr warnt, dass eine Fehleinschätzung des Original-Reaktorrings bei einem Störfall, bei dem kaltes Kühlwasser eingeführt werden müsste, schwerwiegende Folgen haben könnte. «Wenn ein Druckbehälter über Gebühr belastet wird und versagt, ist das nicht mehr zu beherrschen.»

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Simone Mohr, Spezialistin für Reaktor-Sicherheit: «Meiner Meinung nach ist das Verfahren mit der Replika nicht zulässig»
Aus News-Clip vom 06.11.2019.
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Forderung nach unabhängiger Prüfung

Die Aufsichtsbehörde Ensi will sich zum Gutachten des Öko-Instituts inhaltlich nicht äussern. Beznau 1 erfülle weiterhin alle gesetzlichen Auflagen für einen sicheren Betrieb. Axpo-Sprecher Antonio Sommavilla verteidigt das Replika-Verfahren: «Im Rahmen breiter Untersuchungen – bestrahlten wie unbestrahlten Materials – hat man gesehen, dass man die Untersuchungen anhand des unbestrahlten Materials machen konnte. Das Material ist repräsentativ.»

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Antonio Sommavilla, Axpo: «Das getestete Material ist repräsentativ»
Aus News-Clip vom 06.11.2019.
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Einer der Auftraggeber des Gutachtens des Öko-Instituts, die Schweizerische Energie-Stiftung, fordert dagegen uneingeschränkte Einsicht in die internen Testberichte des Sicherheitsnachweises. «Beznau 1 muss solange vom Netz genommen werden, bis der Sicherheitsnachweis nach wissenschaftlichen Methoden erbracht worden ist», sagt Simon Banholzer, Energieexperte der SES.

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