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Aargau Solothurn Freispruch für den Lehrer nach tödlichem Bade-Unfall in der Reuss

Im Sommer 2012 ist ein Schüler in der Reuss ertrunken. Deswegen musste sich nun ein Lehrer der Kreisschule Mutschellen vor dem Bezirksgericht Bremgarten verantworten, angeklagt wegen fahrlässiger Tötung. Die Richter befanden am späten Abend, der Angeklagte sei unschuldig.

Kameramann vor dem Rathaus in Bremgarten
Legende: Die Gerichtsverhandlung fand im Bremgarter Rathaus statt. Der Staatsanwalt will das Urteil vielleicht anfechten. SRF

Es war keine leichte Aufgabe für die Richter in Bremgarten. Das Gericht nahm sich am Donnerstagabend deshalb viel Zeit für die Urteilsfindung. Erst am späten Abend wurde das Urteil verkündet.

Die Frage: Ist ein Lehrer dafür verantwortlich, dass sein Schüler im Unterricht ertrunken ist? Für den Staatsanwalt war der Fall klar: Die Reuss sei an der betreffenden Stelle zu gefährlich. Der Lehrer hätte seine Schüler niemals ins Wasser lassen dürfen.

Dazu komme, dass der Lehrer nicht genau gewusst habe, ob das spätere Opfer überhaupt schwimmen konnte. Der Staatsanwalt forderte deshalb, dass der Lehrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wird.

Aufsichtspflicht erfüllt, sagen die Richter

Ganz anders sah es der Verteidiger. Es sei ein Unfall, für den niemand verantwortlich sei. Die Schüler hätten im Wasser stehen können. Zudem gebe es an der fraglichen Stelle kaum eine Strömung. Weiter habe der Lehrer seine Schüler stets vom Ufer aus beobachtet und sie zuvor auch auf die Gefahren des Wassers aufmerksam gemacht.

Deshalb verlangte der Verteidiger einen Freispruch für den Lehrer. Diesem Antrag folgten dann auch die Richter. Zwar habe sich der verstorbene Schüler an einer Stelle aufgehalten, welche gefährlich sein könnte, hiess es in der mündlichen Begründung. Der Lehrer habe aber den Schüler und auch seine elf Mitschüler zum Ufer zurückgerufen. Damit habe der Lehrer seine Pflicht erfüllt, so die Richter.

Staatsanwalt prüft Weiterzug

Auch wenn es schwierig sei: Die Eltern des Opfer müssten wohl akzeptieren, dass es nicht für jeden Unfall einen Schuldigen gibt. Ob der Staatsanwalt dieses Verdikt allerdings akzeptiert, ist noch offen. Gegenüber Radio SRF erklärte er, dass ein Weiterzug an die nächste Instanz durchaus denkbar wäre. Er wolle zuerst aber das schriftliche Urteil aus Bremgarten abwarten.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Der Lehrer selber wird sich niemals "unschuldig" fuehlen... er wird diese Buerde sein Leben lang herumtragen, fuer etwas, dass er sich sicherlich niemals ertraeumt noch gewuenscht hat. Eben ein Unglueck. Den Eltern wuensche ich dieses Urteil unter diesen Umstaenden zu akzeptieren auch wenn es schwer fallen mag. Ein anderes Urteil (Schuldig) haette in eine Busse gefuehrt, und wer Busse tut ist befreit. Von daher ist des Lehrers Buerde letztendlich groesser und lange andauernd!
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