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Eurobus stellt das Fernbus-Projekt nach anderthalb Jahren wieder ein und übt Kritik am Bund.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 30.10.2019.
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Nach anderthalb Jahren Eurobus stellt Fernbuslinien in der Schweiz ein

  • Eurobus stellt die nationalen Fernbuslinien wieder ein. Der Betriebsschluss erfolgt nur rund anderthalb Jahre nach dem operativen Start.
  • «Die Kundenurteile waren zwar positiv und die Passagierzahlen stiegen, die Nachfrage blieb aber deutlich unter den Erwartungen», begründet Eurobus den Entscheid.
  • Betroffen sind sechs Busse, die auf drei öffentlichen Linien in der Schweiz unterwegs sind.
  • Ob es zu Entlassungen kommen wird, ist unklar. Es gelte, für alle betroffenen Mitarbeitenden eine gute Lösung zu finden, so Eurobus.

Firma Eurobus

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  • Eurobus ist ein Unternehmen der Knecht Gruppe in Windisch (AG) und gemäss eigenen Angaben das grösste private Busunternehmen der Schweiz.
  • 2018 erwirtschafteten über 500 Mitarbeitende einen Umsatz von 127 Millionen Franken.
  • Das Unternehmen verfügt über eine Fahrzeugflotte von insgesamt 300 Mini-, Linien- und Reisebussen.
  • Die Eurobus-Gruppe ist auf öffentlichen Linien an zehn Standorten in der deutschen Schweiz aktiv.
  • Der Hauptsitz der Tochterfirma Swiss-Express befindet sich in Bassersdorf (ZH).

Die laufende Konzession für die täglichen Verbindungen St. Gallen-Zürich-Lausanne-Genf, Zürich-Bern-Montreux sowie Zürich-Basel-Luzern-Lugano mit jeweils mehreren Zwischenhalten sei vom Bundesamt für Verkehr (BAV) nach einem entsprechenden Gesuch auf Mitte November aufgehoben worden.

Für Kundinnen und Kunden mit einem gebuchten Ticket ab dem 16. November werde eine Lösung gesucht. Sie erhalten ihr Geld in den kommenden Wochen wohl zurück. Gespräche mit dem Vertriebspartner Flixbus laufen.

Sind Rahmenbedingungen schuld?

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA kritisierte Roger Müri, Geschäftsführer des Schweizer Geschäfts von Eurobus, die schwierigen Rahmenbedingungen: «Diese machen es einem Pionierunternehmen in einem neuen Markt sehr schwer.» Die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz werde damit erschwert.

Projekt nicht für immer gestorben

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Innerhalb der Eurobus-Gruppe ist der Glaube an den «Schweizer Fernbus» aber weiterhin existent. «Wir sind bei geklärten Rahmenbedingungen gerne bereit, ein neuerliches Engagement in Betracht zu ziehen, da wir von der potenziell ergänzenden Wirkung des Fernbusses in der Schweiz überzeugt sind», sagt Roger Müri.

«Damit Fernbusse in der Schweiz ihre Rolle als sinnvolle Ergänzung des öffentlichen Verkehrs finden können, muss es neue Regeln geben», sagte Müri. Heute könnten private Anbieter zu wenig schnell und zu wenig flexibel auf die effektive Nachfrage reagieren.

So sehe sich das Unternehmen beispielsweise bis heute gezwungen, Teilstrecken oder Fahrpläne beizubehalten, für die praktisch keine Nachfrage bestehe. Die Kritik gilt unter anderem dem Bund, der die Konzessionen ausstellt.

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Aus dem Archiv: Kein Anstrum auf Eurobus-Fahrten
Aus Tagesschau vom 11.07.2018.
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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Wysshaar  (Seeländer)
    SG-ZH- GE würde wohl besser rentieren, wenn es dieses Angebot nachtsüber geben würde, damit man in Genf und Zürich, ebenso BS, auch ohne zu übernachten, die jeweils ersten Flüge nutzen könnte.
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  • Kommentar von Tobias Vetter  (ToVe)
    Würden alle ÖV-Betreiber nur Rosinenpickerei betreiben, hätte die Schweiz nicht den besten ÖV der Welt. Auch unrentable Linien müssen nun mal betrieben werden.
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  • Kommentar von Hans Fürer  (Hans F.)
    Wer das attraktive Bahnangebot zwischen St. Gallen und Genf sowie aus der Deutschschweiz ins Tessin betrachtet, mit Bahnhöfen im Zentrum der grossen Städte, muss schon von Blindheit geschlagen sein, wenn er glaubte, Busverbindungen auf solchen Strecken könnten je rentieren. Bedenklich, dass dieser Betrieb während 18 Monaten Luftverschmutzung und Strassenabrieb verursachen konnte, bis man zur naheliegenden Einsicht kam.
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