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Was die Mitholzer von der Evakuierung des Bundes halten
Aus Schweiz aktuell vom 25.06.2020.
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Ehemaliges Munitionslager Das hält man in Mitholz von der geplanten Räumung

  • Die Bevölkerung von Mitholz muss wegen der Räumung für 10 Jahre wegziehen.
  • Die geplante Räumung wird insbesondere von der Bevölkerung als einschneidend empfunden, so steht es im erschienenen Mitwirkungsbericht.
  • Die Anwohnerinnen und Anwohner erwarten Unterstützung und finanzielle Entschädigung vom Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).

In gut zehn Jahren müssen alle Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes Mitholz wegziehen und für etwa zehn Jahre wegbleiben. In dieser Zeit soll das Munitionslager geräumt werden. Das gab das VBS im Februar bekannt.

Die Anlage Mitholz

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Im 2. Weltkrieg wurde in Mitholz ein unterirdisches militärisches Munitionslager gebaut. 1947 kam es darin zu Explosionen, wobei neun Menschen starben. Explodiert war nur ein Teil der eingelagerten Munition. Die Munition, die nicht explodierte, konnte teilweise geräumt werden.

In der eingestürzten Anlage und im Schuttkegel davor dürften sich nach Schätzungen noch 3500 Bruttotonnen Munition befinden.

Die Anlage wurde zwischen 1974 und 1987 für verschiedene Zwecke genutzt und ausgebaut. Ab 1987 wurde die Anlage durch die Armeeapotheke und als Truppenunterkunft genutzt.

Weil in der Anlage ein Rechenzentrum geplant war, wurde eine neue Risikoanalyse erstellt. Diese geht von einem deutlich höheren Risiko aus, als bisher angenommen. Gefährdet ist die Bevölkerung, die Bahnpassagiere auf der Strecke von Bern ins Wallis, sowie die Verkehrsteilnehmer auf der Strasse nach Kandersteg.

Von Ende Februar bis Ende Mai 2020 hat das VBS eine Mitwirkung zum Konzept der Räumung der Munitionsrückstände aus dem ehemaligen Munitionslager Mitholz durchgeführt. Ein Bericht liegt jetzt vor.

Es dauert zu lange

Verständlicherweise empfinden Mitholz' Einwohner die Räumung als «mittlere, grosse oder sehr grosse Beeinträchtigung der Lebensqualität». Für viele ist laut dem Bericht zudem unverständlich, dass die Räumung zehn Jahre dauert – die lange Dauer stösst auf Kritik.

Sicht auf die Felsabrissstelle nach einer sich 1947 ereigneten Munitionsexplosion in Mitholz
Legende: In der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember 1947 ereignete sich hier eine Explosion im Munitionslager oberhalb Mitholz. Keystone

Bereits bei einem Evakuierungszeitraum von mehr als einem Jahr würde gut die Hälfte der Antwortenden aus Mitholz wegziehen, bei zehn Jahren sind es mehr als 80 Prozent. Eine Mehrheit der Antwortenden möchte bei einem Wegzug jedoch in der Region bleiben. Vom VBS werden dabei Unterstützung und umfassende finanzielle Entschädigung erwartet.

Im Konzept der Räumung der Munitionsrückstände aus dem ehemaligen Munitionslager Mitholz sind auch Sperrungen des Strassen- oder Schienenverkehrs vorgesehen.

Insbesondere die kantonalen und lokalen Behörden sowie die Tourismuskreise fordern laut Mitwirkungsbericht nachdrücklich, dass die Verkehrsverbindungen ununterbrochen mit der heutigen Kapazität zur Verfügung stehen.

Wie geht es weiter?

Das VBS schreibt, die Ergebnisse der Mitwirkung würden in den Antrag an den Bundesrat einfliessen. Dieser entscheidet voraussichtlich im vierten Quartal 2020 über das weitere Vorgehen.

SRF 4 News, 10.00 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    Dieser Munitionsstolle ist keine Gefahr mehr, d.h. ev. 1:1'000'000'000! Da gibt es in der Schweiz viel grössere Gefahren von Seiten der Industrie; teilweise mit vielen Menschen in der Umgebung; z.B. Chemietanks, Flüssiggasslager und -verarbeitung, Chemiefabriken . Gas- und Benzintransporte auf der Bahn oder Strasse sind viel gefährlicher. (z.B. Tarragona in Spanien)
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Alle evakuieren, dann ein einziges grosse "BUMM"... , aufraeumen und wieder zurueck.. sollte doch so gehen.. weil beim Raeumen kann es als Unfall zum grossen Bumm kommen, mit fatalen Folgen an Leben!!!Nachdenken...
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Da tritt nun zu Tage,was für Entbehrungen diese „Reduitaktivitäten“ der Bevölkerung bringt.Der Nutzen des Reduits wäre m.E. im Ernstfall wohl fraglich gewesen. Folgende Fragen: Was wäre mit Frau und Kindern aus den einwohnerreichen Gebieten passiert? Und hätte es einen Sinn gehabt, einige Alpentäler noch militärisch zu verteidigen, wobei viele jungen Männer wohl ihr Leben hätten lassen müssen? Ich hoffe, dass die Betroffenen im Kandertal durch reichliche Geldentschädigungen Hilfe erhalten.
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    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      @ uvk.... es überrascht mich nicht, dass sie die seinerzeitige Strategie nicht begreifen wollen. In Afghanistan ist es genau so einem kleinen Land gelungen nicht nur die Russen sondern auch die Amerikaner und die UNO ins leere laufen zu lassen. Der Rückzug ins Gebirge verbunden mit Sabotage wäre auch im 2. WK erfolgreich gewesen.
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