Hochwasser: Von Lust und Frust

Zum ersten Mal seit den Unwettern vom Donnerstag ist der Bodenseepegel heute Montag nicht mehr weiter angestiegen. Das Hochwasser am Bodensee hat seinen Höchststand von 397,36 Metern über Meer erreicht. Schaulustige am Bodensee freuen sich über die Wassermassen, Seeanwohner sind auf der Hut.

Markus Frauenfelder vom Führungsstab des Kantons St. Gallen steht am Hafen in Rorschach: «Zum ersten Mal seit den Unwettern stagniert der Wasserstand des Bodensees. Das ist eine Erleichterung.» Aktuell steht der Pegel bei 397,36 Metern über Meer. Das sind vier Zentimeter unterhalb der Grenze für die höchste Gefahrenstufe. Beim Jahrhunderthochwasser 1999 stand der Pegel einen halben Meter höher: «Das war krass. Damals stand die Hauptstrasse in Rorschach komplett unter Wasser», sagt der Hafenmeister Urs Grob.

Hochwassertouristen

In den letzten Tagen lockten überflutete Seewege, Strassen und überspülte Parkbänke zu Tausenden Schaulustige an den Bodensee. Im Kanton St. Gallen schwappt das Wasser vor allem in Rorschach und Steinach über die Ufer. «Es ist schön anzusehen und wenn man selber nicht am Bodensee wohnt, kann man das Hochwasser geniessen», sagt ein älterer Mann aus St. Gallen. Anders sieht das Heidi Bruderer aus Steinach: «Rund ums Haus haben wir Sandsäcke gestapelt. Wasserpumpen stehen im Keller. Das ist zwar nicht schön, aber es ist schon mein viertes Hochwasser. Nervös macht mich das schon lange nicht mehr.»

SRF1, Regionaljournal Ostschweiz, 17:30 Uhr