Tourismus Ostschweiz «Kantönligeist» behindert gemeinsamen Ostschweizer Tourismus

Um den Tourismus in der Ostschweiz anzukurbeln, sollen die bestehenden Tourismusorganisationen enger zusammenarbeiten. Diese Idee verfolgte etwa die St. Galler Regierung. Statt sich zu finden, driften die Kantone aber noch weiter auseinander.

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Bildlegende: Kongresse bringen oft hunderte oder sogar tausende von finanzkräftigen Gästen in die Region. Keystone

Vor zwei Jahren verabschiedete der Kanton St. Gallen eine Leistungsvereinbarung Tourismus, welche eine Bereinigung der heutigen kleinräumigen Strukturen im Tourismus zum Ziel hatte. Geplant war, übergreifende Themen wie den Business- und Kongresstourismus zu koordinieren und die Angebote zu schärfen.

Wildwuchs bleibt bestehen

Treibende Kraft war der frühere St. Galler Volkswirtschaftschef Benedikt Würth. Laut dem Direktor von St. Gallen-Bodensee Tourismus sind diese Pläne in der Zwischenzeit gescheitert. Grund sei der vorherrschende «Kantönligeist», der gemeinsamen Aktivitäten im Wege stehe. So könne auch die längst überfällige Strukturbereinigung im Ostschweizer Tourismus nicht vollzogen werden.

Widerstand aus dem Appenzellerland und dem Thurgau

Gestern hatte Verwaltungsrat Bruno Vattioni von Appenzellerland Tourismus angekündigt, dass die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Thurgau in Zukunft in Sachen Kongresstourismus zusammenspannen wollen - und dies in Konkurrenz zum Messeplatz St. Gallen. Man wolle losgelöst von Vermarktungsorganisationen wie Congress Events St. Gallen arbeiten, weil diese vor allem ihre eigenen Messen in der Stadt St. Gallen verkauften.