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Das Interview mit Tanja Stadler
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 05.07.2020.
abspielen. Laufzeit 15:23 Minuten.
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Forscherin zu Corona-Zahlen «Die Lage in Zürich ist alarmierend»

Im Kanton Zürich gibt es wieder mehr Corona-Infizierte. ETH-Professorin Tanja Stadler kritisiert die frühen Lockerungen.

Im Kanton Zürich und in der gesamten Schweiz steigt die Zahl der Corona-Infizierten derzeit wieder stark an. Seit Beginn der Epidemie berechnet Tanja Stadler, Mathematikerin an der ETH und Mitglied der Corona-Taskforce des Bundes, wie sich das Virus entwickelt. Die Gesellschaft dürfe sich jetzt nicht zurücklehnen, mahnt Stadler als «Regionaljournal Wochengast».

Tanja Stadler

Tanja Stadler

ETH-Professorin am Departement für Biosysteme

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Die Mathematikerin Tanja Stadler ist Professorin am Departement für Biosystems Science und Engineering an der ETH. Sie entwickelt Methoden, um die Ausbreitung von Virus-Epidemien zu berechnen.

SRF News: Die Zahl der Neuansteckungen im Kanton Zürich ist seit Anfang Juli markant gestiegen, auf teilweise fast 60 Fälle an einem Tag. Wie schätzen Sie diesen Anstieg ein?

Tanja Stadler: Der Anstieg ist aus wissenschaftlicher Sicht extrem alarmierend. Wir hatten eine Zeit lang sehr wenige neue Fälle. Jetzt haben die Neuansteckungen wieder Fahrt aufgenommen. Und das Problem ist: Selbst wenn wir jetzt etwas unternehmen, werden die Zahlen in den kommenden zwei Wochen steigen. Weil es schon viele Infizierte gibt, die noch nicht getestet sind und deshalb noch nicht in der Statistik auftauchen.

Was müssten die Zürcher Behörden denn unternehmen, damit die Ansteckungen nicht weiter ansteigen?

Die wissenschaftliche Taskforce, in der ich Mitglied bin, hat am Freitag deutlich gesagt, dass aktuell Clubs, Bars und Diskotheken gemieden werden sollten. Alle Anlässe in geschlossenen Räumen, bei denen keine Maske getragen wird und wo laut gesprochen wird, sind gefährlich für Ansteckungen.

Clubs, Bars und Diskotheken sollten gemieden werden.
Autor: Tanja StadlerBio-Mathematikerin

In Clubs und an ähnlichen Orten treten viele Infektionen auf. Aus epidemiologischer Sicht wäre es daher sinnvoll, solche Anlässe zu unterbinden.

Aus Ihrer Sicht sollte der Kanton Zürich also Bars und Clubs wieder schliessen?

Es ist nachgewiesen, dass dort viele Leute angesteckt werden. Daher wäre es aus wissenschaftlicher Sicht wünschenswert solche Veranstaltungen zu unterbinden. Auch damit das Contact Tracing weiterhin möglich ist.

Sie haben also noch die Hoffnung, dass eine zweite Welle abgewendet werden kann. Auf welche Daten stützen Sie diese Annahme?

Bei der ersten Welle hat die Schweizer Bevölkerung gezeigt, dass sie sehr diszipliniert ist. Als die Leute gemerkt haben, dass Covid-19 kein einfacher Schnupfen ist, haben wir alle unser Verhalten geändert. Was zu einer starken Abflachung führte. Der Rückgang war grösser als in anderen Ländern, die härtere Massnahmen wie Ausgangssperren verhängt haben. Das stimmt mich zuversichtlich, dass wir auch diesen Anstieg in den Griff bekommen.

Das Gespräch führte Dominik Steiner. In voller Länge können Sie das Interview nachhören im Audio ganz am Anfang des Artikels.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 03.07.2020, 17.30 Uhr;

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Jens Stadel  (jena)
    Die ganzen Corona Massnahmen sind einfach praktisch nutzlos solange man die Clubs offen lässt. Ich bin am Wochenende bei der Langstrasse vorbeigegangen. Das sah aus als wäre Streetparade...
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  • Kommentar von Ernst U. Haensler  (ErnstU)
    Das Problem sind geschlossene Räume wegen Aerosole. Draussen an der frischen windigen Luft brauchts keine Masken. Ein positives Beispiel ist die open air Disco barfussbar.
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  • Kommentar von Günther Heen  (Günther H.)
    Es ist schön zu sehen, dass Frau Stadler wie auch der Corona Rat des Bundes fürsorglich und liebevoll die Massnahmen für das Wohl der Bevölkerung plant und umsetzt. Diese Zielsetzung sollten immer im Mittelpunkt der Interessen jeder Personen sein, die an den Hebeln der Macht für das gesundheitliche Wohl der Bevölkerung eintritt. Aus diesem Grund wurden sie auch gewählt bzw. ernannt, da sie mit Umsicht und ohne jegliche Eigeninteressen so viel Gutes jeden Tag für Herr und Frau Schweizer leisten.
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