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Gewaltdelikte sind im letzten Jahr angestiegen
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 23.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:42 Minuten.
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Konflikte in der Wohnung Kanton Zürich erwartet mehr häusliche Gewalt wegen Coronavirus

  • 2019 wurden pro Tag fast 250 Straftaten gemeldet, wie die polizeiliche Kriminalstatistik des vergangenen Jahres zeigt.
  • Während es weniger Diebstähle und Sachbeschädigungen als im Vorjahr gibt, haben Gewaltdelikte zugenommen.
  • Der Kanton Zürich hilft Frauenhäusern und Opferberatungsstellen beim Kampf gegen die häusliche Gewalt.

Im vergangenen Jahr stellte die Polizei im Kanton Zürich genau 91'174 Delikte fest. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von 402 Straftaten. Laut Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) zeigt sich dennoch eine erfreuliche Tendenz: So gab es im sechsten Jahr in Folge weniger als 100'000 Straftaten. «Die Polizeien im Kanton Zürich haben ausgezeichnete Arbeit geleistet», lobt Fehr.

Mehr Konflikte in Wohnungen und Häusern

Im Gegensatz zum Vorjahr sind die Vermögensdelikte wie Diebstähle oder Sachbeschädigungen zurückgegangen. Allerdings wurden im letzten Jahr 6379 Gewaltdelikte wie Körperverletzungen verzeichnet – das sind fast 400 mehr als im Vorjahr.

Übersicht über die Delikte im Kanton Zürich

STRAFTATENBEISPIELE20182018
Delikte gegen Leib und Leben
Körperverletzung / Tötungsdelikt ...6'3795'992
Vermögensdelikte
Diebstahl / Sachbeschädigung ...60'592 61'628
Delikte gegen die Freiheit
Drohung / Nötigung ...12'75012'517
Delikte gegen die sexuelle IntegritätPornografie / Sexuelle Nötigung ...2'4402'234
Übrige DelikteBrandstiftung ...9'0138'401

Auffällig ist, dass es mehr Anzeigen wegen häuslicher Gewalt gegeben hat. Insbesondere Tätlichkeiten, schwere Körperverletzungen und «vollendete Tötungsdelikte» haben in den eigenen vier Wänden zugenommen, wie die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt.

Übersicht über die häusliche Gewalt im Kanton Zürich (unvollständig)

20192018
Total Straftaten häusliche Gewalt3'3913'227
... davon Tätlichkeiten1'2821'163
... davon Drohungen836740
... davon schwere Körperverletzungen3631
... davon vollendete Tötungsdelikte105

Christiane Lentjes Meili, Kriminalpolizei-Chefin der Kantonspolizei Zürich, rechnet aufgrund des Coronavirus mit einem weiteren Anstieg der häuslichen Gewalt. «Wir müssen damit rechnen, dass Konflikte im häuslichen Umfeld zunehmen, weil man über längere Zeit auf engem Raum zusammen sein muss», so Lentjes Meili. Die Kantonspolizei sei entsprechend vorbereitet.

Wir müssen damit rechnen, dass Konflikte im häuslichen Umfeld zunehmen.
Autor: Christiane Lentjes MeiliChefin Kriminalpolizei der Kantonspolizei Zürich

Laut Sicherheitsdirektor Mario Fehr kam es bis heute allerdings noch nicht zu mehr Fällen häuslicher Gewalt. Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei sei in diesen Tagen nun besonders aufmerksam. Das Thema häusliche Gewalt soll in der Polizeiarbeit intensiviert werden.

Zudem fordert der Kanton Zürich die Opferhilfe-Organisationen auf, ihr Angebot zu verstärken. Beratungsstellen sollen zusätzliches Personal wie ehemalige Mitarbeitende oder Studierende einstellen. Schutzunterkünfte sind angehalten, neue Räume für zusätzliche Opfer zu mieten. Die Kosten würden später unter anderem vom kantonalen Sozialamt übernommen.

Bei den Zürcher Frauenhäusern freut man sich über die Hilfe des Kantons. Die Geschäftsführerin der Stiftung Frauenhaus Zürich, Susanne Peter, sagt, jetzt könne die Vorbereitung losgehen. Sie erwartet, wie andere Fachleute auch, dass die Fälle häuslicher Gewalt zunehmen.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 23.03.2020, 12.03 Uhr; kerf;fulu

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