Sonderbares Sondersetting für «Carlos»

Der 18-Jährige soll in den Niederlanden Thai-Box-Training erhalten, unter anderem von seinem umstrittenen Thai-Box-Trainer aus der Schweiz. Zudem soll er laut einem Bericht der «NZZ» in einem Wellness Hotel logieren. Zürcher Justizdirektor Martin Graf will sich am späten Nachmittag dazu äussern.

Erhobene Faust mit rotem Box-Handschuh Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Thai-Box-Training von «Carlos» geht in eine neue Runde. Keystone

Letzten Freitag haben der Zürcher Justizminister Martin Graf und der Oberjugendanwalt Marcel Riesen zum neuen Sondersetting für «Carlos» Stellung bezogen. Dabei haben beide beteuert, dass ein Thai-Box Training nicht im Vordergrund stehen darf, insbesondere nicht bei seinem ehemaligen Trainer.

Nun scheint aber das Gegenteil der Fall zu sein. Laut einem Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» weilt «Carlos» seit Freitag, zusammen mit seinem Schweizer Trainer, in einem Kampfsport-Zentrum in den Niederlanden.

Eine Mitarbeiterin der Therapieeinrichtung Riesen-Oggenfuss betreut den 18-Jährigen vor Ort. Ausserhalb des Trainings ist «Carlos» in einem Hotel mit Swimmingpool, Fitnesscenter und Sauna untergebracht.

Zu diesem überraschenden Sondersetting wird sich Justizminister Martin Graf und der Zürcher Oberjungendanwalt Marcel Riesen an einer Medienkonferenz am späten Donnerstagnachmittag äussern.

SP fordert Rochade in der Regierung

Die neuste Entwicklung im Fall «Carlos» sorgt für deutliche Worte in der Politik. So fordert die kantonale SP in einem Communiqué, dass Justizdirektor Martin Graf (Grüne) und Baudirektor Markus Kägi (SVP) die Direktionen abtauschen. «Die Situation ist verfahren und schadet dem Kanton.» Jetzt müsse deshalb die Gesamtregierung Verantwortung übernehmen.

Und SVP-Fraktionschef Jürg Trachsel fordert im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», dass nun endlich eine Parlamentarische Untersuchungskommission eingesetzt und den Fall «Carlos» untersucht werde. Eine PUK ist das schärfst politische Instrument des Parlaments.