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Umstrittenes Fussballstadion Stadion-Gegner sorgen sich um Zürichs Skyline

Legende: Video Hochhäuser sind den Stadiongegnern ein Dorn im Auge abspielen. Laufzeit 02:28 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 30.10.2018.

Einen Monat vor der Abstimmung über ein neues Stadionprojekt in Zürich würden 54 Prozent der Stadtzürcher Stimmbevölkerung ein Ja in die Urne legen. 27 Prozent sind aktuell gegen das Vorhaben, wie die repräsentative Abstimmungsumfrage zeigt. Für die Gegner sind dabei vor allem die beiden Wohntürme störend. 15 Prozent von ihnen lehnen die Stadion-Vorlage deshalb ab.

Besonders gross ist die Kritik an den Türmen bei den Anwohnern des Hardturm-Areals. Jeder fünfte, der nahe am Stadion lebt, ist wegen der Hochhäuser gegen das neue Stadion. Fangewalt übrigens spielt kaum eine Rolle, nur für 8 Prozent der Stadion-Gegner ist dies ein Grund, das Projekt abzulehnen.

Kein Manhattan in Zürich

Ein Gegner des neuen Stadions ist Marcel Knörr. Der Architekt aus Zürich-Höngg sass früher für die FDP im Zürcher Stadtparlament und engagiert sich heute im «Komitee gegen den Höhenwahn». Knörr hat für den Abstimmungskampf einen Flyer gestaltet, auf dem es aussieht, als läge ganz Höngg im Schatten des Baus.

Zürich soll nicht wie Manhattan zugebaut werden mit einem Riegel aus Hochhäusern
Autor: Marcel KnörrArchitekt

«Zürich soll nicht wie Manhattan zugebaut werden mit einem Riegel aus Hochhäusern», sagt Knörr. Er und seine Mitstreiter kritisieren die Dimensionen der Türme: Mit ihren 137 Metern wären sie höher als der Prime Tower und würden die Skyline Zürichs massgeblich verändern.

Es gehe ihm aber nicht nur um sein eigenes Quartier, sagt Marcel Knörr. Er wirft der Stadt vor, dass sie mit dem Stadion-Projekt ihre eigenen Hochhaus-Richtlinien verletze. «Man darf nicht an einer Hangkante bauen, auf einem Hügel oder in einer Erholungszone. Das alles ist hier aber der Fall.»

Wir brechen kein Gesetz
Autor: André OdermattStadtrat Zürich (SP)

Stadtrat weist Vorwürfe zurück

«Das ist falsch», sagt André Odermatt (SP), Vorsteher der Stadtzürcher Hochbaudepartements und Befürworter des Stadion-Projektes, «wir brechen kein Gesetz. Mit dem Gestaltungsplan, der derzeit erarbeitet wird, kann man auch Hochhäuser in dieser Höhe bauen.»

Der Gemeinderat müsse diesen Gestaltungsplan noch beschliessen, dabei könne es auch zu einem Referendum kommen, das Projekt sei also demokratisch legitimiert.

Widerstand bis vor Bundesgericht angekündigt

Das «Komitee gegen den Höhenwahn» will notfalls bis vor Bundesgericht gehen, um das Stadion-Projekt zu verhindern. Dazu sagt Odermatt: «Wegen einer Drohung sollte man sich nicht einschüchtern lassen.» Rekurse gebe es fast bei allen Grossprojekten.

Zuerst hat das Zürcher Stimmvolk das Wort: Am 25. November entscheidet es über die Stadion-Vorlage.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Soso, die Hardturm-Anwohner regen sich also darüber auf, dass die der "Schattenwurf der Verdichtung" trifft. Dann werfen wir doch mal einen Blick in die Erneuerungswahlen 2018 und schauen, was die Leute im Kreis 10 denn so gewählt haben: 56% links (SP 36,15/Grüne 10,75/AL 8,34/PdA 0,87). Die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger offenbar doch selber... ;-)
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Also ich bin dafür, dass die Stadtzürcher Synchronschwimmerinnen auch ein eigenes Bad erhalten. Mit Unterwassertribünen. Und Mantelnutzung für gemeinnützige Aquariumbesitzer.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Sollte es nicht klar sein, für alle, die ein lebbares Zürich wollen, dass der Markt mit Wohnungen, der dem spekulativen, globalisierten Kapital zudient, übersättigt ist. Einem Kapital, das ja so gern in einer schönen Stadt alloziert werden möchte. Der gemeinnützige und genossenschaftliche Wohnungsbau muss aktiv gefördert werden. Wohnungen im Luxussegment sind nicht für die Menschen hier, sondern für irgendwelche abstrakte Investoren von irgendwo. Daher NEIN.
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