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25 Jahre Tagesgespräch Pascal Couchepin: «Wir werden das Rentenalter erhöhen müssen»

Als Bundesrat hat Pascal Couchepin die Diskussion über ein höheres Rentenalter lanciert. Heute sagt er: Nach dem Ja zur 13. AHV-Rente sei eine Rentenalterhöhung unabdingbar.

Seine Karriere als aktiver Politiker hat Pascal Couchepin 2009 beendet; elf Jahre war er Bundesrat. Er war zuerst Wirtschafts-, dann Innenminister. Zweimal vertrat er die Schweiz als Bundespräsident. Ein «Animal Politique» ist er geblieben.

Mit Interesse verfolgt der heute 84-jährige Walliser von seinem Geburts- und Wohnort Martigny aus die Schweizer Politik. Dort hat ihn SRF besucht und ihn im «Tagesgespräch» mit Aussagen konfrontiert, die er in früheren «Tagesgesprächen» gemacht hatte.

Couchepin – ein Walliser «Animal Politique»

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Älterer Mann mit Brille im Anzug vor verschwommenem Hintergrund.
Legende: Keystone/Urs Flüeler

Pascal Couchepin wurde 1942 in Martigny geboren und lebt noch heute dort. Nach der Matura am Gymnasium in Saint Maurice studierte er Rechtswissenschaften in Lausanne.

Couchepin beschloss, für die FDP in die Politik einzusteigen. Er wurde Stadtpräsident von Martigny, später Nationalrat und 1998 schliesslich Bundesrat, aus dem er 2009 zurücktrat.

Couchepin gehörte stets zu den grössten Kritikern der SVP und scheute vor Provokationen nie zurück. Der heute 84-Jährige ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine Tochter Anne-Laure ist heute selbst Stadtpräsidentin von Martigny.

Im Jahr 2003 warnte Pascal Couchepin davor, eine 13. AHV-Rente einzuführen, weil in der Bundespolitik entsprechende Pläne schon geschmiedet wurden.

Couchepin zur 13. AHV-Rente

Nun ist die 13. AHV-Rente Realität geworden. Sie wird in diesem Jahr zum ersten Mal ausbezahlt. Deren Finanzierung ist jedoch noch immer offen. Das Parlament hat sich auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer geeinigt, was nun eine Volksabstimmung nach sich ziehen wird.

Wie andere ehemalige Bundesräte warb Pascal Couchepin vor der Abstimmung zur 13. AHV-Rente für ein Nein, was landesweit Diskussionen und teilweise Unmut auslöste. Heute sagt er, er weise die Kritik an seinem Werben für ein Nein zurück. Er halte das Ja nach wie vor für einen Fehler.

Couchepin betont aber auch, er akzeptiere den demokratischen Entscheid. Er fordere jetzt aber, die Diskussion über eine Erhöhung des Rentenalters wiederaufzunehmen.

Rentenalter erhöhen

Bereits als amtierender Bundesrat hatte er im «Tagesgespräch» einst für eine schrittweise Erhöhung auf das Rentenalter 67 plädiert und damit heftige Reaktionen ausgelöst. Heute betont er: Ohne Erhöhung des Rentenalters sei der Ausbau der Sozialwerke nicht zu finanzieren.

Sommerserie zum 25. Geburtstag

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Abstraktes Design mit grossem Text und Sprechblasen-Symbol auf gelbem Hintergrund.
Legende: srf

In der Sommerserie «25 Jahre Tagesgespräch» kommen Persönlichkeiten zu Wort, die in all den Jahren mehrere Male zu Gast waren. Sie hören zurück in alte Sendungen und spannen den Faden in die Gegenwart: Wie haben sie sich verändert, wie hat sich ihr Fachgebiet entwickelt? Die Sendungen können Sie hier nachhören: www.srf.ch/audio/tagesgespraech

Dass die Schweiz die Renteninitiative 2024 deutlich abgelehnt hat, sieht Couchepin nicht als Hindernis, auf die Rentenfrage zurückzukommen. Er betont: Als Provokation habe er sein Eintreten für ein höheres Rentenalter nie verstanden. Heute sei eine Rentenaltererhöhung mehr denn je eine realpolitische Notwendigkeit.

Keine Alternative zu Bilateralen

Ebenfalls eine Notwendigkeit ist für ihn, dass die Schweiz den bilateralen Weg mit der EU weitergeht. Couchepin lobt das EU-Rahmenabkommen, über das die Schweiz voraussichtlich 2027 abstimmen wird. Bereits heute plädiert er dafür, bei der Abstimmung auf das Ständemehr zu verzichten.

Bei dieser Frage müsse der Volkswille als solcher abgebildet werden, findet er. Die Rücksichtnahme auf das Ständemehr würde den Entscheid verzerren. Dass die SVP gegen das EU-Rahmenabkommen schon länger Stimmung macht, nimmt Couchepin mit einiger Gelassenheit hin. Er prophezeit: Die SVP werde nach der Abstimmung über die Initiative zur Zehn-Millionen-Schweiz im Herbst auch den Urnengang über die Neutralitätsinitiative verlieren.

Couchepin geht davon aus, dass die Schweizerinnen und Schweizer den Wert des EU-Rahmenabkommens für die Schweiz anerkennen werden.

Diskutieren Sie mit:

Tagesgespräch, 13.7.2026, 13 Uhr

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