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Die Schweiz wächst 29 Millionen Einwohner – realistisch oder eine Spinnerei?

Für wie viele Menschen hat es Platz in der Schweiz – für 8, 10 oder 29 Millionen? Die Meinungen der Experten gehen weit auseinander.

Legende: Video Wie sieht die Schweiz der Zukunft aus? abspielen. Laufzeit 03:56 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.04.2017.

In der Schweiz müssen immer mehr Leute Platz finden. Laut den jüngsten Zahlen des Bundesamts für Statistik wohnen heute mehr als 8,4 Millionen Menschen in der Schweiz. SRF hat die Ökonomen Patrik Schellenbauer von der liberalen Denkfabrik Avenir Suisse und Mathias Binswanger, Wirtschaftsprofessor an der Fachhochschule Nordwestschweiz, mit verschiedenen Szenarien konfrontiert. Ihre Ansichten unterscheiden sich stark:

Wie wird die Schweiz mit 10 Millionen Einwohnern aussehen?

Das sagt Patrik Schellenbauer: «Wenn wir uns besser organisieren und akzeptieren würden, dass die Schweiz ein Einwanderungsland ist, dann kann man 10 Millionen ohne Probleme in diesem Land unterbringen.»

Das sagt Mathias Binswanger: «Das würde zu Verkehrsproblemen führen. Vor allem zu den Pendlerzeiten. Es würden aber auch Ghettos entstehen, weil die Immobilienpreise reagieren würden. Gewisse Gegenden würden teuer. Leute mit geringem Einkommen könnten es sich aber nur noch leisten, in gewissen anderen Gegenden zu leben.»

Eine 29-Millionen-Schweiz – ist das realistisch oder eine Spinnerei?

Das sagt Patrik Schellenbauer: «Das ist natürlich nicht die Vision von Avenir Suisse. Wir wollten damit aber aufzeigen: wenn man grosse Weltstädte wie New York, Paris oder Barcelona an die Plätze der Schweizer Grossstädte legen würde, 29 Millionen unterbringen könnte, ohne dass das Land überbaut wäre.»

Das sagt Mathias Binswanger: «Das ist aus meiner Sicht ein schlechter Scherz. Eine solche Gedankenspielerei hat mit der Realität in der Schweiz überhaupt nichts zu tun. Das wäre nicht mehr lebenswert und nur noch mit «Verdichtungs-Ghettos» möglich.»

Wie sieht Ihre Zukunftsvision aus?

Das sagt Patrik Schellenbauer: «Wir wünschen uns ein offenes Land, das auch akzeptiert, dass es eine Zuwanderungsnation ist. Schon heute lebt nur rund ein Fünftel der Schweizer wirklich auf dem Land. Die ländlichen Gebiete sollen erhalten bleiben. Verdichten muss man in den Agglomerationen und Städten.»

Das sagt Mathias Binswanger: «Die Schweiz, wie sie momentan ist, wird von den meisten Menschen als sehr attraktiv empfunden. Und etwas, das als gut empfunden wird, muss man nicht unbedingt ändern. Die Schweiz sollte sich vor allem darum kümmern, dass die Lebensqualität hoch bleibt. Wir sollten versuchen, die Schweiz für 8 Millionen so zu gestalten, dass sie möglichst lebenswert ist.»

Legende: Video Die Schweiz wächst abspielen. Laufzeit 00:57 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.04.2017.

Das Zahlenspiel zum Thema

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2040 dürfte die Schweiz 10 Millionen Einwohner zählen. Zukunftsforscher Georges Roos sagt, wie das funktionieren kann. Zum Interview.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Mal darueber nachdenken, bevor man solche Szenarien verbreitet und propagieren will. zb.Wenn ich hier wo ich bin Bananen esse hole ich diese mit dem Velo von meinem Feld. Wenn sie Bananen essen wollen, gehen sie in den Migros, Ccop usw. produzieren CO2 und übersehen womöglich, dass es recht viel CO2 verursacht, Bananen im Migros, Coop usw. ueberhaupt kaufen zu können. Es kommt ihnen nicht mal in den Sinn, dass sie sich da bereits, fuer den Kauf von Bananen, eher umweltbelastet verhalten haben.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    E.Waeden,12.4./8:58 "Schon jetzt werden Agrarflächen nach D ausgelagert" Kassensturz 09: "Die Statistiken über den hohen Selbstversorgungsgrad von 60% verschweigen Wichtiges: «diese Zahl kommt durch Bilanztrick zustande.» Unberücksichtigt grosse Mengen an Importfuttermitteln, 08 über 1Mio t. Um diese zu produzieren, müsste die CH ihre Ackerfläche verdoppeln." Für die 08 250'000t Soja wurde Regenwald abgeholzt od.brandgerodet, für 750'000t Getreide Weideland übernutzt! Uvam 2012 total 15'000km2!
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Während die gebildeten CH - Bürger sich an der Geburtenzahl max. 2 Kinder pro Familie, sinnvoll orientieren , lässt die Politik oder böse gesagt, der Staat im Staat ( Industrie und Politik inkl. Verwaltungsapparat), unbesorgt und nicht notwendigerweise, Leute ins Land, die unsere hart erarbeitete Lebensqualität mit vermehrten Sozialleistungen, Infrastrukturausbau, unerträglicher denn je ins uferlose weiter belasten. Die Rechnung wird heute schon präsentiert - 5 bis 6000 Firmenpleiten, etc. etc.
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