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Wie es im Jahr 1991 zum ersten Frauenstreiktag kam
Aus Tagesschau vom 14.06.2021.
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30 Jahre Frauenstreiktag «Zeit, Geld, Respekt. Jetzt!»: Frauen erheben die Stimme

Gleichberechtigung, faire Löhne und stärkerer Schutz vor sexueller Gewalt. Für diese Forderungen sind mehrere Tausend Frauen in verschiedenen Schweizer Städten auf die Strasse gegangen.

Hintergrund: Heute vor 40 Jahren wurde die Gleichstellung von Frau und Mann in der Verfassung verankert. Am diesjährigen nationalen Frauenstreiktag sind in der ganzen Schweiz viele Frauen auf die Strasse gegangen. Sie standen für eine ganze Palette von Forderungen ein, so etwa eine Aufwertung von Frauenberufen und Betreuungsarbeit, faire Löhne, für mehr Mutterschaftsurlaub und Elternzeit, einen besseren Schutz für Migrantinnen und Prävention gegen Gewalt an Frauen.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) bezifferte die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf gegen 100'000. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Aktionen dezentral durchgeführt.

Zahlreiche Frauen haben um 15.19 Uhr bei der Arbeit Feierabend gemacht, und viele Aktionen wurden auf genau diese Zeit organisiert – auf einen Tag umgerechnet arbeiten die Frauen ab 15.19 Uhr nämlich gratis. Im Jahr 2019 war es noch um ab 15.24 Uhr. Bei den landesweiten Protesten zeigten sich die Frauen durchaus kreativ. Im Folgenden ein Auszug davon.

Aktionen in Bern: Im Kanton Bern haben sich tausende Frauen zusammengefunden. Es gab Informationsstände, Vorträge und Aktionen, wie etwa jene Wissenschaftlerinnen, die sich vor der Universität Bern zu einem Flashmob zusammenfanden. Sie standen damit für eine bessere Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen und Expertinnen in der akademischen Welt ein.

Kurz nach 15 Uhr trafen sich etwa 80 Frauen auf dem Berner Bahnhofplatz zu einer Aktion für Lohngleichheit. Die Frauen marschierten rückwärts, um zu versinnbildlichen, dass es bei der Lohngleichheit der Frauen nicht vorwärts, sondern sogar rückwärts geht. Eine Gruppe des Frauenstreikkollektivs hatte zudem mit Aufklebern verschiedene Berner Strassen nach Migrantinnen umbenannt. An den beiden Schlussdemonstrationen nahmen rund 30'000 Personen teil, der Bundesplatz war zur voll.

Demo in Bern
Legende: Der Umzug in Bern endete am Abend auf dem Bundesplatz. Auf Transparenten standen Slogans geschrieben wie «Unser Ziel: Gleich viel». Keystone

Aktionen in Zürich: In Zürich demonstrierten mehrere hundert Personen – zumeist Frauen. Höhepunkt war der Demonstrationszug vom Limmatquai zum Helvetiaplatz. Vor der Demo sollte um 17.30 Uhr beim Central noch zusätzlich «Lärm» gemacht werden.

Es hatte bereits den ganzen Tag hindurch mehrere Aktionen in der Stadt gegeben. So etwa ein Streikzmittag und diverse Reden. Durch die Stadt zog beispielsweise auch ein Velo-Corso.

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Ein Veloklingel-Konzert zum Frauenstreik: Impressionen aus Zürich
Aus News-Clip vom 14.06.2021.
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Aktionen in Neuenburg: In Neuenburg versammelten sich pünktlich um 15.19 Uhr rund hundert Frauen zu einer feministischen Pause. Auf Badetüchern sowie Sonnenliegen sitzend und von Sonnenschirmen geschützt, machten sie mit fünf Schweigeminuten auf die Lohnungleichheit aufmerksam.

Aktionen in Lausanne: Etwa 8000 Personen versammelten sich laut der Polizei auch in Lausanne um 15.19 Uhr. Sie kritisierten den Entscheid des Bundesparlaments, das Rentenalter für Frauen auf 65 Jahre zu erhöhen.

Aktionen in Luzern: In Luzern fand am Abend eine Demonstration statt – mit gegen 2000 Personen. Der Demonstrationszug startete beim Luzerner Theaterplatz, der kurzum zum «feministischen Streikplatz» umbenannt wurde, und endete beim Pavillon am Vierwaldstättersee, wo Musik aufgelegt und «gemeinsam Stimmung» gemacht wurde.

Demo in Luzern
Legende: «Vorwärts gegen den Rückschritt» forderte das Feministische Streik-Kollektiv Luzern zum Frauenstreiktag. Keystone

Aktionen in Zug: In Zug fand ab 16 Uhr ein Postenlauf an der Seepromenade statt. Auf dem Programm stand auch ein gemeinsames Picknick, «ein Znacht in feministischer Gesellschaft».

Aktionen in Nid- und Obwalden: In Stans (NW) gingen Frauen zusammen auf die Strasse und hielten auf Transparenten ihre Forderungen fest. Auf dem Winkelrieddenkmal befestigten sie beispielsweise eines mit der Aufschrift «Denk mal». Und in Sarnen (OW) wurde am Rathaus eines mit der Aufschrift «Feminismus ist grenzenlos» montiert.

In Stans im Kanton Nidwalden platzierten Demonstrantinnen verschiedenste Plakate, wie hier am Winkelried Denkmal.
Legende: In Stans im Kanton Nidwalden platzierten Demonstrantinnen verschiedenste Plakate, wie hier am Winkelried Denkmal. Keystone

Aktionen in Uri: Das Frauenstreik Kollektiv Uri lud alle Urnerinnen dazu ein, an diesem Tag zuhause oder an der Arbeit zu streiken, einen Zacken langsamer zu arbeiten und die Farbe lila zu tragen oder gut sichtbar aufzuhängen. Auch gleichgesinnte Männer seien dazu eingeladen. Da die Urnerinnen und Urner eher Streikmuffel seien, sollten sie den Forderungen auf ihre Art Ausdruck verleihen, hiess es.

Lila gibt den Ton an – auch in der Politik

Bereits in der Nacht auf Montag haben Aktivistinnen in mehreren Städten das Wasser von Brunnen lila gefärbt, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Violett gilt als Farbe der Frauenbewegung. Die SP schrieb dazu auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Schweiz trotz Gleichstellungsgesetz und 50 Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts noch immer hinterherhinke.

In einem lila umrahmten Video begründeten mehrere Frauen – darunter SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer (ZH), die Berner SP-Nationalrätin Tamara Funiciello und die Tessiner SP-Ständerätin Marina Carobbio Guscetti – wieso sie streikten.

Zum Frauenstreiktag hat sich auch der Schweizerische Gewerkschaftsbund geäussert. Dieser stellt fest: Durch wachsende Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen, Diskriminierungen und der «skandalösen Frauenrentenlücke» sei die Schweiz noch weit von einer Gleichstellung entfernt.

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Professorin für Gleichstellungspolitik: «Lohnungleichheit hat zugenommen»
Aus Tagesschau vom 14.06.2021.
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Tagesschau, 14.06.2021, 12:45 Uhr;

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47 Kommentare

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  • Kommentar von René Widmer  (Widmer)
    wenn frauen frauen wählen würden und diese sich echt für fraueninteressen stark machen würden, hätten wir männer schon längst nichts mehr zu sagen. also hört auf liebe frauen, den männern den schwarzen peter zuzuschieben und verhält euch solidarisch. dann klappts! ihr könntet ja ein zeichen setzen und bei den nächsten wahlen alle männer auf den listen streichen..dann hättet ihr freie bahn.
    1. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Oh, je. Ganz herzlichen Dank für ihren Vorschlag oder ist es eine Art Belehrung, die wir zu genüge kennen.

      Kleine bescheidene Frage: sind alle Männer solidarisch? Also aufhören den Frauen das dumme Gretchen zuzuteilen.
  • Kommentar von Peter Belmi  (P.B.)
    Seit 50 Jahren Frauenstimmrecht, seit 50 Jahren können Frauen wählen und sich wählen lassen. Wenn sie es nicht tun und sich nicht aktiv um ihre Belange kümmern, gebt nicht den Männern die Schuld.
    Nur Frau zu sein berechtigt nicht zu eine Sonderbehandlung. Männer wie auch Frauen müssen sich ihren Platz in der Gesellschaft erarbeiten
  • Kommentar von Michael Schwyzer  (Michael Schwyzer)
    Wo bitte sind Frauen° vor dem Gesetz schlechter gestellt? Eine rechtliche Benachteiligung von Frauen° gibt es schon lange nicht mehr, nur eine von Männern° (Dienstpflicht, Familienplanung, Vaterschaftsurlaub und bis jetzt Rentenalter).

    Plus Förderprogramme exklusiv für Frauen°. Und eine komische Auslegung des Sorgerechts, die offenbar mehrheitlich zu Ungunsten der Männer° ausfällt.

    Und mit "Gleichstellung" war 1981 wohl kaum Ergebnisgleichheit sondern eher Chancengleichheit gemeint, nicht?