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Gemütszustand der Bevölkerung auf Tiefpunkt
Aus Tagesschau vom 18.03.2021.
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7. Corona-Umfrage der SRG Bevölkerung steht hinter Bundesrat – aber möchte rascher öffnen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine raschere Öffnung: Das wünscht sich eine Mehrheit der befragten Personen.
  • Im Grundsatz steht die Mehrheit aber hinter dem Bundesrat. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Corona-Umfrage der Forschungsstelle Sotomo, die im Auftrag der SRG durchgeführt wurde.
  • Immer mehr Befragte leiden unter Einsamkeit und Langeweile. Die allgemeine Gemütslage befindet sich gemäss der Studie auf einem aktuellen Tiefpunkt.

Eine Mehrheit der Bevölkerung steht hinter dem Öffnungsplan des Bundesrates. Das zeigt die 7. Coronavirus-Umfrage der Forschungsstelle Sotomo, die im Auftrag der SRG Anfang März durchgeführt wurde. Geht es aber um konkrete Massnahmen, wünschen sich viele eine rasche Öffnung. So ist die Öffnung der Aussenbereiche von Restaurants Ende März für zwei Drittel der Befragten sinnvoll. 53 Prozent finden gar, dass auch die Innenräume der Gastrobetriebe öffnen sollten.

Weiter sind den Befragten die Treffen im privaten Bereich wichtig. 63 Prozent wollen, dass sich ab April wieder mehr als fünf Personen treffen können. Die Homeoffice-Pflicht wird am wenigsten als einschränkend wahrgenommen.

Grosser Unterschied zwischen Links und Rechts

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Die Gastrobranche stand in den vergangenen Wochen im Zentrum der Diskussionen. Die Haltung der Wählersegmente passt dabei zu derjenigen der Parteien. Zwei Drittel der SVP-Basis wünscht sich eine sofortige Öffnung der Restaurants – im Mitte-links-Spektrum ist es jeder Achte.

Doch auch bei einer Öffnung würde keine Normalität herrschen. Denn nur rund die Hälfte der Befragten würde bei einer Öffnung ihr normales Vor-Pandemie-Verhalten wieder aufnehmen. Je 25 Prozent würden weniger beziehungsweise momentan gar nicht in Restaurants gehen.

Gesamtbetrachtung: Mehrheit steht hinter Bundesrat

Der Bundesrat steht seit über einem Jahr im Spannungsfeld zwischen Eindämmung des Coronavirus, der Begrenzung des öffentlichen Lebens sowie der Rückkehr zur Normalität.

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Michael Hermann, Studienleiter: «Es gibt ein Spannungsfeld»
Aus News-Clip vom 17.03.2021.
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Trotz einer wachsenden Shutdown-Müdigkeit sind gegenwärtig «nur» 39 Prozent der Ansicht, dass der Bundesrat bezüglich Lockerungen zu zögerlich vorgeht. Das steht etwas im Widerspruch zur Haltung zu den konkreten Massnahmen. Für den Studienleiter Michael Hermann ist klar, es handelt sich dabei um ein Spannungsfeld. «Man würde zwar gerne öffnen, hat andererseits aber auch etwas Angst.»

Über die Zeit betrachtet zeigt sich, dass das Meinungsbild der 25- bis 34-Jährigen besonders volatil ist. Wünschte sich vor einem Jahr die Mehrheit ein hartes Durchgreifen, sind sie nun besonders ungeduldig und plädieren für eine schnellere Öffnung.

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Herr Hermann, wer sind die 39 Prozent, die lockern wollen?
Aus News-Clip vom 17.03.2021.
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Ideologisierung der Haltung

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Gemäss der Studie hat insgesamt eine Ideologisierung der Haltung gegenüber den Shutdown-Massnahmen stattgefunden. Daraus ist im Verlauf des ersten Pandemiejahr ein ausgewachsener Links-rechts-Gegensatz geworden.

Bundesrätliche Führungsrolle wird unterstützt

In den vergangenen Wochen zielte viel Kritik – vor allem von der SVP – auf den Bundesrat. Dieser würde zu autoritär entscheiden, es wurden gar Diktatur-Vorwürfe laut. Nun zeigt sich: Der Vorwurf der Machtanmassung zielt an der Wahrnehmung durch die breite Bevölkerung vorbei. Nur rund jeder Fünfte antwortete, dass die Machtballung beim Bundesrat zu weit gehe. 58 Prozent möchten andererseits keine weitere Machtabtretung der Regierung bis zum Ende der Pandemie.

Neuer Tiefpunkt bei der Gemütsverfassung

Während im Oktober 2020 – als die Fallzahlen stark anstiegen – eine markante Verschlechterung der Stimmungslage festgestellt werden musste, hatte sie sich im Januar 2021 leicht verbessert. Im März gab es aber nun einen neuen Tiefpunkt betreffend Gemütsverfassung.

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Michael Hermann, Studienleiter: «Der normale Alltag fehlt»
Aus News-Clip vom 17.03.2021.
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Schlecht oder sehr schlecht geht es 13 Prozent der Befragten. Michael Hermann sagt, dass es für die Bevölkerung je länger, desto schwieriger werde, die Einschränkungen zu akzeptieren. «Es fehlt der normale Alltag», so der Politikwissenschaftler. Der Anteil, der sagt, dass es im gut oder sehr gut gehe, ist im Vergleich zum Januar von 69 auf 60 Prozent gesunken.

Vor allem die Stimmung der Jungen schlägt stärker nach oben und unten aus. Die Gemütsverfassung der über 64-Jährigen ist seit einem Jahr relativ konstant. Allgemein hat seit Beginn der zweiten Welle die Zahl der Menschen zugenommen, die über mangelnde Bewegung klagen oder angeben, sich eingesperrt zu fühlen.

Viele Leute möchten gerne, dass die Coronaviruskrise nun vorüber sei, so Hermann. Er sagt, dass ein mögliches Ende für die Leute zwar absehbar sei, «aber eben noch nicht gerade morgen». Auch die nicht rund laufende Impfkampagne habe einen Einfluss.

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Herr Hermann, hat es Sie überrascht, dass viele finden, dass sie zu wenig Freiheiten haben?
Aus News-Clip vom 17.03.2021.
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Impfbereitschaft nimmt weiter zu

Im Vergleich zum Januar, als ein sehr starker Anstieg bei der Impfbereitschaft festgestellt wurde, ist diese in den letzten zwei Monaten nochmals um vier Prozentpunkte auf 44 Prozent gestiegen. Der Anteil der Leute, die sich nicht impfen lassen wollen, ist um vier Prozentpunkte auf 20 Prozent gesunken. Weiterhin ist die Impfbereitschaft bei den Männern etwas grösser als bei den Frauen.

Impfskepsis und politische Orientierung

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Die politische Orientierung ist stark mit der Impfskepsis verbunden. Vor allem die Anhängerschaft der SVP sticht hervor: Fast die Hälfte will sich nicht impfen lassen. 22 Prozent wollen sich hingegen sofort impfen lassen. Auch bei der Basis der Grünen ist die Impfskepsis leicht erhöht. Zwölf Prozent wollen sich nicht impfen lassen.

Markant angestiegen ist der Anteil der Leute, die finden, dass die Impfaktion zu zögerlich verlaufe. Während im Januar noch 29 Prozent dieser Meinung waren, sind es im März bereits 44 Prozent.

Datenerhebung und Stichprobe

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Die Datenerhebung zur siebten Befragung des SRG-Corona-Monitors fand zwischen dem 9. und dem 15. März 2021 statt. Die Grundgesamtheit der Befragung bildet die sprachlich integrierte Wohnbevölkerung der Schweiz ab 15 Jahren. Die Befragung erfolgte online. Die Rekrutierung der Befragten fand einerseits über die Webportale von SRG SSR, andererseits via Online-Panel von Sotomo statt. Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 49’909 Personen für die Auswertung verwendet werden (Deutschschweiz: 37‘079, Romandie: 10‘789, italienische Schweiz: 2041).

Repräsentative Gewichtung

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (opt-in), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit. Den Verzerrungen in der Stichprobe wird mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt. Es werden räumliche (Wohnort), soziodemographische (Alter, Geschlecht, Bildung, Haushaltsform) und politische Gewichtungskriterien (Parteipräferenz) beigezogen. Durch die Gewichtung wird eine hohe Repräsentativität für die Schweizer Bevölkerung erzielt. Der Stichprobenfehler, wie er für Zufallsstichproben berechnet wird, lässt sich nicht direkt auf gewichtete Opt-in-Umfragen übertragen. Die Repräsentativität dieser Befragung ist jedoch vergleichbar mit einer Zufallsstichprobe mit einem Stichprobenfehler von +/-1.1 Prozentpunkten (für 50-Prozent-Anteil und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit).

SRF 4 News, 18. März 2021, 17:00 Uhr

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50 Kommentare

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  • Kommentar von Karin Wappmann  (Karin Wappmann)
    Kaum jemand von uns hat je eine Pandemie erlebt. Dazu eine, deren Massnahmen alle betreffen + deren Mortalität 3 x höher als bei der Grippe ist + jüngere Menschen dahinrafft als die Grippe.
    Es wird langsam öde + mühsam mit dem Ausharren, besonders weil das Virus mit seinen Mutationen + die Impfstoffproduktion die Ziellinie vorzu weiter weg schieben und verblassen lässt.
    Da finde ich den Wert des Stimmungsbarometers >2,5 (also in der positiven Hälfte) nicht tragisch. Wünsche allen viel Kraft.
  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Ich finde auch nicht jede Massnahme logisch geschweige denn angebracht, bin aber froh dass wir welche haben. Jeder Kritiker sollte sich fragen wo wir ohne Massnahmen wären, auf jeden Fall dort wo niemand sein will. Was es braucht von den Experten und Politikern sind nachvollziehbare und nachhaltige Massnahmen. Von der Bevölkerung braucht es ein rigoroseres Einhalten. Denn alle wollen die Normalität zurück, also müssen auch Alle ihren Anteil leisten.
  • Kommentar von Bernhard Kobel  (Bernhard Kobel)
    Als kritisch Denkender erlebe ich dieses menschliche Konstrukt namens „Pandemie“ als ein skurriles und erstaunliches Phänomen. Unsere Regierung musste wohl Massnahmen ergreifen, weniger wegen dieses Virus (das bis dato eine Sterblichkeitsrate von 0.03% der Weltbevölkerung aufzeigt), sondern mehr aufgrund des Gruppendruckes der EU Staaten. Und keine(r) unserer Regierenden hat wirklich die cojones zu sagen, dass der Kaiser keine Kleider trägt. Umfragen bei einer verängstigten Masse sind zynisch.
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Herr Kobel, wie hoch wäre die Sterblichkeit bis jetzt ohne Massnahmen? Bitte informieren Sie sich über das Präventionsparadox.
    2. Antwort von crista ulli  (Crista)
      Herr Kobel, ich teile ihre Meinung 100%. „Gruppendruck“ das habe Sie sehr gut ausgedrückt.
    3. Antwort von Matthias Jundt  (M. Jundt)
      Hans Meuri: Länder ohne andauernde Lockdowns wie z.B. Schweden stehen medizinisch nicht schlechter da als Länder mit Lockdowns, wenn man alle Faktoren und genau erfasste Zahlen richtig verhältnismässig interpretiert.
      Wirtschaftlich stehen sie um ein Vielfaches besser da, weil die Wirtschaft und die Lieferketten weniger gehemmt wurden.
      Ganzheitlich betrachtet müssen wir auch die Lebensqualität objektiv vergleichen, z.B. Soziales Klima, Bildungssystem, Suizid-Rate, Arbeitslose, Konkurse usw.
    4. Antwort von Werner Vetterli  (KlingWe)
      @Kobel: da hat die Mehrheit etwas verpasst. EU Gruppendruck, woher ihre Wahrnehmung. Das ist kein lokales EU Virus aber innerhalb Europa haben wir eine sehr hohe Bevölkerungsdichte. Und das Virus kennt keine CH Grenze.
      Also was sollen diese Unterstellungen?
    5. Antwort von Matthias Jundt  (M. Jundt)
      Herr Kobel, ich teile Ihre Meinung und finde es extrem schade für unser Land, wenn unser Bundesrat gegen das Volk einer Agenda des internationalen Geld-Adels zudient, die eine stete Umverteilung von Geld und Macht von unten nach oben anstrebt.