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Es droht eine rekordtiefe Wahlbeteiligung im Aargau
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 15.10.2020.
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Aargauer Wahlen 2020 Interesse an Aargauer Wahlen ist gering – sehr gering

Bei den Regierungs- und Parlamentswahlen im Aargau zeichnet sich eine tiefe Stimmbeteiligung ab.

Wirklich schlecht, sehr schlecht, unterirdisch. So antworten verschiedene Aargauer Gemeinden wenige Tage vor den kantonalen Wahlen auf die Frage, wie es um die Wahlbeteiligung stehe. Ob in der Stadt Aarau, in der Zentrumsgemeinde Wettingen oder in Dörfern wie Eggenwil, Dürrenäsch oder Gansigen: Überall sieht es düster aus. Die Parlaments- und Regierungsratswahlen locken die Menschen nicht in Scharen an die Urne.

Es sieht wirklich schlecht aus. Das haben wir noch nie so gehabt.
Autor: Walter BürgiGemeindeschreiber Eggenwil

In Eggenwil mag sich Gemeindeschreiber Walter Bürgi nicht darin erinnern, schon einmal so wenige Wahlcouverts erhalten zu haben. «Es deutet alles auf eine tiefe Wahlbeteiligung hin.» Wettingen rechnet bis zum Sonntag mit einer Wahlbeteiligung von gerade einmal etwas über 30 Prozent. Bei den letzten kantonalen Wahlen vor vier Jahren schafften es in der zweitgrössten Aargauer Gemeinde immerhin 37.8 Prozent an die Urne.

Das Stimmvolk ist müde.
Autor: Urs BlickenstorferGemeindeschreiber Wettingen

Wettingens Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer glaubt, das Stimmvolk sei etwas müde. «Die Leute sind dreimal hintereinander gefordert mit dem Abstimmungssonntag im September, den Wahlen im Oktober und den erneuten Abstimmungen im November.» Ausserdem seien die kantonalen Wahlen für die Stimmberechtigten vermutlich nicht mehr so spannend nach den brisanten Vorlagen vom 27. September.

Auch in der Kantonshauptstadt Aarau zeichnet sich eine tiefe Wahlbeteiligung ab. «Es bräuchte ein Zugpferd», sagt Vize-Stadtschreiber Stefan Berner und meint damit kontroverse Abstimmungsvorlagen wie den Kauf neuer Kampfjets oder das Jagdgesetz, welche Ende September scharenweise Stimmvolk an die Urne lockten.

Kantonale Wahlen an Abstimmungssonntagen?

Wäre das die Lösung gewesen für eine höhere Wahlbeteiligung? Hätte der Kanton die Regierungs- und Parlamentswahlen besser am 27. September angesetzt, gleichzeitig mit den Abstimmungen? Anina Sax, die Leiterin des kantonalen Wahlbüros, winkt ab. «Das ist keine Möglichkeit.» Denn 2011 entschied das Kantonsparlament, Wahlen und Abstimmungen terminlich zu trennen.

Der Wählerwille soll unverfälscht sein.
Autor: Anina SaxLeiter Wahlbüro Kanton Aargau

«Wahlen sollen nicht von Sachabstimmungen beeinflusst werden», erklärt Sax. Denn je nach Abstimmungsvorlage würden unterschiedliche Leute und Gruppen mobilisiert, das könnte die Wahlen verfälschen.

Die Aargauer Gemeinden haben derweil noch einen anderen Einwand, weshalb kantonale Wahlen und Abstimmungen nicht gleichzeitig stattfinden sollen: Der Aufwand wäre zu gross. Viele Gemeinden kamen schon am 27. September aufgrund der vielen Vorlagen und der sehr hohen Stimmbeteiligung an den Anschlag. «Wenn die Leute auch noch Grossrat und Regierungsrat gewählt hätten, hätte es ein Durcheinander gegeben», sagt Gansingens Gemeindeschreiberin Melanie Huber. Und aus Wettingen heisst es: «Wir sind schon so fast versoffen.»

Regionaljournal Aargau Solothurn 06:32 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea-Michael Vecchio  (A-M.V.)
    Wer nicht abstimmt/wählen geht hat aber im Nachhinein auch nichts zu klagen.

    Wer nähmlich abstimmt/wählt übernimmt Verantwortung.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Andrea-Michael Vecchio: Die Wahlabstinenten klagen nie, denn sie haben bemerkt, dass ihre Stimme noch nie die entscheidende Stimme war. Selbst bei den Kampfflugzeugen war der Unterschied immer noch 8670 Stimmen. Ohne meine Stimme wären es nur noch 8669 Stimmen gewesen. Die Vorlage wäre also auch ohne mein JA durchgekommen. Die Stimmabstinenten handeln also durchaus rational.
    2. Antwort von Daniel Meier  (Danimeier)
      Für was stimmen wir noch ab? Die machen doch eh was sie wollen. Spielt also keine Rolle welcher Kopf macht was er will. Kann ich somit gut verstehen.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Mit der Wiedereinführung der Stimm- und Wahlpflicht oder noch besser mit Anreizen liesse sich zwar der politische Sachverstand der Abstimmungsteilnehmer*innen nicht erhöhen, man würde aber so die Gefahr von völlig überraschenden Abstimmungs- und Wahlergebnissen vermindern. Damit könnte man erreichen, dass sich die von der Politik Frustrierten zur Abstimmung oder Wahl bequemen würden, und das sind in der Mehrheit nicht die Gebildetsten!
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Alex Schneider: Ich bin dagegen, dass total desinteressierte Menschen an einer Wahl/Abstimmung teilnehmen, nur um sich 5-10 Franken Busse zu ersparen. Entsprechend wenig Zeit werden diese in die Entscheidungsfindung investieren.
    2. Antwort von Marc Blaser  (PrCh)
      @Schneider: Sie können auch nicht behaupten, dass von der Politik frustrierte Menschen in der Mehrheit nicht gebildet wären.! Ich glaube es gibt noch so manche Nichtwähler, welche einiges gebildeter sind als gewisse Wähler..
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    So sind die Menschen! Es ist weniger aufwendig gegen Kampfflugzeuge oder Konzerne zu stimmen, als sich die Mühe zu machen, sich durch die Listen der Volksvertreter zu arbeiten, welche 4 Jahre die Knochenarbeit im Kanton machen müssen.
    1. Antwort von Hans Hegetschweiler  (hansicomment)
      Eigentlich ist Panschieren auch nicht erwünscht, weil sich die meisten nicht bewusst sind, dass sie mit Panaschieren die Partei deren Liste sie verwenden, schwächen. ohne dem panschierten Kandidaten gross zu nützen.. Die Wähler hätten mehr Einfluss auf ihr Parlament, wenn sie die Listen unverändert (allenfalls mit Kumulierungen) einlegen würden.