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Nachrichtendienst des Bundes braucht einen neuen Chef
Aus Echo der Zeit vom 12.05.2021.
abspielen. Laufzeit 03:17 Minuten.
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Abgang des Geheimdienstchefs Wird es erstmals eine Geheimdienstchefin?

Nach dem kurzen Wirken von Jean-Philipp Gaudin ist möglicher Ersatz schon im Gespräch: Dieser könnte weiblich ausfallen.

Von einer einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses ist in der Mitteilung des Verteidigungsdepartements VBS die Rede. Der bisherige Nachrichtendienstchef Jean-Philippe Gaudin werde eine neue Herausforderung in der Privatwirtschaft annehmen.

Die genauen Hintergründe des Abgangs im Sommer nach nur drei Jahren an der Spitze des Dienstes sind noch unklar. Generell wird dem 61-jährigen Leiter des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) attestiert, dass er international sehr gut vernetzt war.

Terror, Extremismus, Cyber-Kriminalität

Eine Qualifikation, über die auch sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin verfügen sollte, findet Ida Glanzmann, Mitte-Politikerin und Präsidentin der sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates: «Gerade Terrorismus macht an der Grenze nicht halt, ebenso wenig gewalttätiger Extremismus. Entsprechend wichtig ist für uns die Zusammenarbeit in diesen Bereichen.»

Daneben gilt auch die Cyber-Kriminalität als grosse Herausforderung, denn diese bedroht die Infrastruktur und die Wirtschaft in der Schweiz. Den Schweizer Nachrichtendienst zu leiten, sei keine leichte Aufgabe, sagt der grünliberale Sicherheitspolitiker Beat Flach.

Die Schweiz habe eine Sonderrolle, weil sie als kleines Land keinem Verteidigungsbündnis angehöre, aber gleichzeitig ein wichtiger Wirtschaftsstandort sei. Das bedinge, dass der NDB vernetzt sei und trotzdem die nötige Unabhängigkeit bei der eigenen Analyse wahren könne, betont Flach.

Wen wird die VBS-Chefin wählen?

Neben der fachlichen Qualifikation spielen bei der Ernennung der neuen NDB-Führung aber auch persönliche Faktoren eine Rolle. Der jetzt abtretende Jean-Philippe Gaudin wurde Nachrichtendienst-Chef, als noch Guy Parmlin an der Spitze des VBS stand. Offen ist, ob allenfalls ein fehlender Draht zur jetzigen VBS-Vorsteherin Viola Amherd eine Ursache für den frühzeitigen Abgang sein könnte.

Wie auch immer – der oder die Neue muss eine gute Vertrauensbasis zu Verteidigungsministerin Amherd haben. Und im gegenwärtigen Klima werden Frauen gute Chancen eingeräumt.

Zwei mögliche Kandidatinnen

Als mögliche Kandidatinnen für den Chefposten im Nachrichtendienst gelten Pälvi Pulli, die Chefin Sicherheitspolitik im VBS, oder Juliette Noto, die früher als Staatsanwältin Terrorismus-Prozesse führte und neu den Analysebereich im NDB leitet. Ohnehin ist klar: Die Zeit, als Sicherheitspolitik oder Sicherheitsdienste reine Männerdomänen waren, ist vorbei.

Echo der Zeit, 12.05.2021

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Juan Zarza  (SchweizSpanier)
    Überall werden Frauen zur Chefin wegen der Quote gemacht. In Spanien ist seit 2020 ebenfalls eine Frau Chefin des Geheimdienst und sie war eine Bibliothekarin
    1. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Ich find das toll!
      Wir hätten auch noch ne Konzertpianistin.

      (PS Eigentlich ist sie (und der Beruf) schon recht, die Frau S. ;-) Aber weil wir halt grad so beim Thema waren.)
    2. Antwort von Juan Zarza  (SchweizSpanier)
      Als Konzernpianistin wäre man bestens für den Posten des Polizeichef geeignet haha wer weiss kommt bald noch
  • Kommentar von Thomas Brand  (tomcomm)
    Die Erkenntnisse aus Cryptoleaks der GPDel (Präs. Alfred Heer) sind auch fast untergegangen und insgesamt sehr dünn, ohne formulierte Konsequenzen oder Absagen an Geheimdienstoperationen mit Staaten, welche das Völkerrecht permanent verletzen und uns gleichzeitig auspionieren, was das Zeug hält. So gesehen wäre es durchaus interessant zu erfahren, ob und wie der Abgang Gaudins in Zusammenhang mit Cryptoleaks gebracht werden kann.
    1. Antwort von Patrizio Bühlmann  (Alfa 1)
      Cryptoleaks ist in diesem Thema irrelevant.
  • Kommentar von Jürg Weibel  (JJW)
    Wie wäre es, wenn eine Mitarbeiterin des SRF diesen Artikel noch mals durchliest und auf Rechtschreibfehler korrigiert? Fragezeichen am falschen Ort, unfertige Sätze («Gerade Terrorismus macht an der Grenze nicht, ebenso wenig gewalttätiger Extremismus.), ...
    MfG JW
    1. Antwort von Sam Meier  (tsam39947)
      Bei der Gelegenheit: Er heisst Parmelin, nicht Parmlin