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Abstimmung Stadt Zürich Zürich bläst zum Verbot – Laubbläser vor dem Aus?

Am 28. September entscheidet Zürich, ob Laubbläser künftig nur noch im Herbst erlaubt sein sollen.

Sie sind praktisch und sie nehmen einem viel Arbeit ab. Aber sie sind auch laut. Die Rede ist von: dem Laubbläser. Ein Gerät, das polarisiert. Für die einen ist es eine notwendige Hilfe, die anderen wollen den Laubbläser verbannen, weil er zu lärmig ist und Kleinlebewesen gefährdet.

Es ist ein Streit, der sich quer durch die Schweiz zieht. Und der in der grössten Gemeinde des Landes bald an der Urne entschieden wird. Die Stadtzürcher Stimmberechtigten stimmen am 28. September darüber ab, ob die Benützung des Laubbläsers auf den Herbst beschränkt werden soll.

Laut und schlecht für kleine Lebewesen

Sibylle Kauer, grüne Stadtparlamentarierin in Zürich, will, dass diese Geräte verstummen. Benzinbetriebene Laubbläser, die von linken Politikern auch schon als «Offroader der Gartengeräte» bezeichnet wurden, sollen ganz verboten werden.

Erlaubt wären neu einzig noch elektronisch betriebene Modelle. Und das auch nur in den drei Monaten Oktober, November und Dezember. Den Rest des Jahres sollen sie ruhen.

Sybille Kauer auf einer Parkbank
Legende: Auch mit dem Rechen kann man Laub oder Abfall entfernen, ist Sibylle Kauer überzeugt. Den Laubbläser braucht es dafür nicht. SRF/Dominik Steiner

Der Laubläser habe viele Nachteile, sagt Kauer: «Er ist laut, wirbelt Staub auf und ist schlecht für die vielen Kleinlebewesen, welche das Laub als Versteck und Nahrung brauchen.»

In den letzten Jahren habe die Benutzung des Laubbläser stark zugenommen. Nicht nur für Blätter werde das Gerät verwendet – auch für Abfall, Äste, alles mögliche. Zu häufig aus Sicht der grünen Politikerin Sibylle Kauer. «Man muss nicht im Wochenrhythmus durchblasen.» Laub oder Abfall könne man auch mit dem Rechen gut wegmachen.

Nicht lauter als ein Haarföhn

Das sehen die Bürgerlichen ganz anders. Das geplante Laubbläser-Verbot sei eine «Parodie der Demokratie». Hausmeister brauchten mit dem Rechen deutlich länger, um ein Schulhausareal von den Blättern zu befreien.

Ausserdem, so FDP-Stadtparlamentarierin Martina Zürcher, seien die modernen Elektrolaubbläser gar nicht mehr so laut wie die älteren, benzinbetriebenen Modelle.

Zum Interview hat sie extra zwei Geräte mitgebracht – für einen subjektiven Direktvergleich – einen Haarföhn und einen Elektrolaubbläser. Da höre man kaum einen Unterschied, findet Zürcher.

Martina Zürcher mit Laubbläser in der Hand
Legende: Elektrolaubbläser seien heute nicht lauter als ein Haarföhn, sagt FDP-Stadtparlamentarierin Martin Zürcher. SRF/Dominik Steiner

Das geplante Verbot sei ein linksgrüner Irrsinn. Es mache vielen Menschen das Leben unnötig schwerer: «Ohne Laubbläser ist der Aufwand deutlich höher – sei es in der Liegenschaftspflege, im Gartenbau, in der Reinigungsbranche oder in der Landwirtschaft», gibt FDP-Politikerin Martina Zürcher zu bedenken. Das führe zu Mehrkosten, auch für die Stadtverwaltung.

Weitere Vorlagen in der Stadt Zürich

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Am 28. September entscheiden die Stimmberechtigten der Stadt Zürich auch über folgende Vorlagen ab:

Volksinitiative «VBZ-Abo für 365 Franken»

Die Volksinitiative der SP verlangt, dass das ÖV-Jahresabonnement für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt vergünstigt wird. Erwachsene sollen nur noch 365 statt aktuell 809 Franken bezahlen, Kinder und Jugendliche noch 185 statt 586 Franken. Stadtrat und Stadtparlament lehnen die Initiative ab.

Neue Parkkartenverordnung

Anwohnerparkkarten in der blauen Zone sollen neu doppelt bis dreimal so viel kosten wie heute. Neu würde der Preis über das Gewicht des Fahrzeugs berechnet. Je schwerer ein Auto ist, desto mehr kostet eine Parkkarte. Gegen diese neuen Regelungen haben FDP und SVP das Referendum ergriffen. Deshalb entscheiden nun die Stimmberechtigten.

373 Millionen Franken für Sportzentrum Oerlikon

Das Hallenbad Oerlikon ist fast 50 Jahre alt und in einem schlechten Zustand. Die Kunsteisbahn Oerlikon ist über 40 Jahre alt und die technischen Anlagen haben das Ende des Lebenszyklus erreicht. Ein neues Sportzentrum soll diese Anlagen ersetzen und an einem Ort zusammenfassen. Dafür beantragt der Stadtrat 373 Millionen Franken.

Ersatzneubau Gesundheitszentrum für das Alter Bachwiesen

Als Ersatz für eines der bestehenden Gebäude ist ein siebenstöckiger Neubau mit sechs Wohnbereichen geplant. Insgesamt gibt es 96 Einer- und 12 Zweierzimmer mit Bad. Die Stimmberechtigten entscheiden über einen Kredit von 92,4 Millionen Franken.

Neue Garderoben für Sportanlage Juchhof

Die Stadt will auf der Sportanlage Juchhof in Altstetten ein drittes Garderobengebäude bauen. Geplant ist ein eingeschossiger Bau beim Beachsoccer-Feld. Es ersetzt das heutige Garderobengebäude aus den 1970er-Jahren, das sich in einem schlechten Zustand befindet. Kostenpunkt: 25,66 Millionen Franken.

Ob benzinbetriebene Laubbläser in Zürich für immer verstummen oder ob sich die Gegner an das Geräusch gewöhnen müssen, darüber entscheiden am 28. September die Stadtzürcher Stimmberechtigten an der Urne.

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Regionaljournal Zürich Schaffhausen 26.8.2025, 17:30 Uhr;liea ; 

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