Balthasar Glättli zieht in die Zürcher Stadtregierung ein und verschafft den Grünen einen dritten Sitz. Er jagt der FDP einen ihrer beiden Stadtratssitze ab. Die SP verteidigt ihre vier Sitze problemlos, und auch die GLP behält ihren einzigen Sitz.
Damit ist die FDP nur noch mit dem Bisherigen Michael Baumer vertreten, der 52’644 Stimmen erhielt. Baumer zeigte sich zwar zufrieden mit seinem Resultat, spricht aber von einem «bitteren Ausgang», da es für den zweiten FDP-Sitz nicht gereicht habe.
Përparim Avdili konnte den Sitz des nicht mehr antretenden Filippo Leutenegger nicht halten. Mit 47’372 Stimmen lag er hinter GLP-Stadtrat Andreas Hauri, der mit 51’187 Stimmen das schwächste Resultat unter den Gewählten erzielte.
Die Grünen stellen neu dank Glättlis Erfolg (54’889 Stimmen) drei Stadträte. Er kündigte an, im Gremium «grüne Akzente» setzen zu wollen. Die bisherigen Grünen-Mitglieder Daniel Leupi (63’961 Stimmen) und Karin Rykart (58’450 Stimmen) wurden klar bestätigt.
Stark schnitt auch Céline Widmer ab: Die SP-Nationalrätin erreichte 61’817 Stimmen und belegte Platz drei. Dahinter folgte die bisherige SP-Stadträtin Simone Brander mit 61’512 Stimmen. Den vierten SP-Sitz verteidigte Kantonsrat Tobias Langenegger mit 55’352 Stimmen.
Die Wahlbeteiligung lag bei 52.7 Prozent.
Kurioser zweiter Wahlgang für Raphael Golta
Die Nachfolge der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch ist noch nicht in trockenen Tüchern: SP-Kandidat Raphael Golta verpasste am Sonntag das absolute Mehr. Nun kommt es zum speziellen Fall, dass er in einen zweiten Wahlgang muss, auch wenn er der einzige verbleibende Stadtpräsidiums-Kandidat ist. Die Wahl dürfte deshalb reine Formsache sein.
Eine Änderung würde nur eintreten, falls sich einer der gewählten Stadträtinnen und Stadträte dazu entscheidet, doch noch gegen Golta anzutreten. Der zweite Wahlgang ist für den 10. Mai angesetzt.
Golta zeigte sich am Abend «extrem glücklich» über sein Resultat. Zürich werde einen Stadtpräsidenten erhalten, «der auch zu den Menschen schaut, denen es nicht so gut geht.»
FDP-Kandidat Përparim Avdili bleibt chancenlos
Der amtierende Sozialvorsteher lag deutlich vor seiner Konkurrenz. Mit 54’832 Stimmen verfehlte er das absolute Mehr von 57’562 Stimmen um 2730 Stimmen. Sein stärkster Herausforderer, FDP-Mann Përparim Avdili, musste sich mit weniger als halb so vielen Stimmen geschlagen geben. Dahinter folgten SVP-Kandidat Ueli Bamert mit 15’072 und GLP-Kandidatin Serap Kahriman mit 10’602 Stimmen. Weit abgeschlagen waren Marcel Bühler (FL Züri) mit 944 Stimmen und der Parteilose Peter Vetsch mit 409 Stimmen; auf Vereinzelte entfielen 5210 Stimmen.
Resultat der Stadtzürcher Parlamenstwahlen