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Masseneinwanderungs-Initiative Stehen der Schweizer Strombranche eisige Zeiten bevor?

Gestern sistierte die EU die Verhandlungen zu einem neuen Stromabkommen. Doch dem Bund fehlt offenbar ein Plan B. Verliert die Strombranche den Anschluss an den EU-Markt?

Die Verhandlungen zu einem Stromabkommen mit der EU sind seit Dienstag blockiert. Nun rechnet Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie bereits ab nächstem Jahr mit Nachteilen für Schweizer Firmen.

In der Bundesverwaltung gibt es keinen Plan B. Das sagte Steinmann auf eine entsprechende Frage im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Es gelte nun abzuwarten. Möglich sei es, sich mit den Nachbarländern zusammenzutun.

Beim Handel hänge vieles davon ab, wie die Schweiz integriert bleibe. Zu befürchten sei, dass die Schweiz vom 2015 beginnenden Market-Coupling ausgeschlossen werde. Dabei geht es darum, dass Energie und Netzkapazität gleichzeitig versteigert werden.

Beschädigte Stromleitung an Waldrand
Legende: Die Schweizer Strombranche steht vor einer neuen Herausforderung. Keystone

Brachliegendes Marktpotenzial

Auch administrative Hürden wären laut Steinmann denkbar. Es drohe aber vor allem «ein langsames Ausklinken aus dem europäischen Markt.» Negativ auf die Strombranche wirkt sich dies etwa aus, weil die neuen Pumpspeicherkraftwerke ihr Marktpotenzial ohne Integration in den europäischen Markt kaum ausschöpfen können.

Allerdings sieht Steinmann auch Vorteile auf Schweizer Seite: «Langfristig kann es sich die EU aber nicht leisten, die Schweiz auszuschliessen, gerade mit Blick auf Italien, das etwa im Winter nach Süddeutschland Strom exportiert», sagte Steinmann.

Kritik an Stromkonzernen und Kantonen

Steinmann lässt weiter durchblicken, dass allenfalls ein Abschluss des Stromabkommens früher und damit lange vor der Abstimmung über die SVP-Zuwanderungsinitiative möglich gewesen wäre. Verhandelt wird seit 2007. Dafür hätte es aber Kompromissbereitschaft von Seiten der Stromfirmen sowie deren Eigentümerkantonen gebraucht, sagte Steinmann.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Guggisberg, Busswil
    Ein guter Zeitpunkt, die Schweizer Energiepolitik auf unsere eigenen Bedürfnisse neu auszurichten und eine hervorragende Chance für unsere Stromwirtschaft, auch in Zukunft als Anbieter in der Schweiz, die besten Leistungen erbringen zu können. Mit dem Stromabkommen hätte unsere Stromwirtschaft keine Überlebenschance gehabt !!!
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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber, Bad Dürrheim
    Wie bitte? «Langfristig kann es sich die EU aber nicht leisten, die Schweiz auszuschliessen, gerade mit Blick auf Italien, das etwa im Winter nach Süddeutschland Strom exportiert», sagt Steinmann - ja liest der Mann keine Zeitung? In Deutschland werden neue Stromtrassen vom Norden in den Süden gebaut, um den Windkraftstrom zu den Verbrauchern zu leiten. Der Import aus Italien erübrigt sich dann.
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    1. Antwort von W. Pip, ZH
      Import aus Italien? Es ist umgekehrt, Herr Demigruber. In Italien geht das Licht aus! Es bleibt spannend, wie das Oligarchenkonstrukt EU mit dieser Situation umgeht. Nachhilfe kann man sich ja bei Putin holen...
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    2. Antwort von Edith Bischof, Teufen
      Windkraft? Regelmässige Stromlieferung nach Bayern? Könnte leicht schief gehen, denn bei zu viel oder zu wenig Wind fällt dann der Strom aus. Ausserdem: Was kosten die neuen Leitungen? Ich weiss, ich weiss, man hat es ja und der Zeitfaktor ist auch nicht relevant.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Wir brauchen keine Stromabkommen mit der EU, sonst wäre es schon vor Jahren unter Dach und Fach gebracht worden. Immer diese Hosenscheisserei wegen jedem Problemchen!
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