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Martin Ackermann: «Wenn wir einzelne Kontakte nicht mehr nachverfolgen können, dann sind wir im Blindflug»
Aus Samstagsrundschau vom 10.10.2020.
abspielen. Laufzeit 30:21 Minuten.
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Ackermann von der Taskforce «Alle können zur Senkung der Corona-Ansteckungen beitragen»

  • Der rasante Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der Schweiz macht den Mitgliedern der Coronavirus-Taskforce des Bundes Sorgen.
  • Die Schweiz müsse nun die Zahl und die Grösse von Veranstaltungen reduzieren, sind die Experten überzeugt.
  • Dies betreffe Privatanlässe oder organisierte Anlässe. Auch im Arbeitsleben sollten möglichst wenig Menschen zusammentreffen, so die Experten weiter.

«Ich bin besorgt, wir sind an einem kritischen Moment. Es ist wichtig, schnell und richtig handeln», sagte Ackermann in der «Samstagsrundschau». Sorgen machen ihm zwei Dinge: Erstens, dass die Zahlen rasch steigen würden und zweitens, dass die Nachverfolgung möglicher Ansteckungen – das Contact Tracing – so immer aufwändiger wird. «Je höher die Fallzahlen sind, umso teurer und aufwändiger ist es, die Situation unter Kontrolle zu halten», sagte er.

Infektionszahlen steigen

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Am Mittwoch waren mit 1077 Fällen erstmals seit Frühling wieder mehr als 1000 pro Tag gemeldet worden. Am Donnerstag waren es 1172 Fälle. Am Freitag 1487 – der höchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Von einer zweiten Welle will der Professor für Mikrobiologie an der ETH Zürich noch nicht sprechen, solange die Rückverfolgung der Infektionen funktioniere. Aber die Zahlen müssten runter. Dafür fordert die Taskforce, dass die Covid-Schutzmassnahmen rigoros umgesetzt werden müssten. In Regionen, wo die Infektionszahlen hoch sind, brauche es auch flächendeckende Massnahmen, so Ackermann.

Nicht erst reagieren, wenn viele im Spital sind

Flächendeckende Massnahmen sind vor allem Änderungen in der Grösse und der Art von Versammlungen. Das betrifft laut der Taskforce Grossanlässe aber auch Versammlungen am Arbeitsplatz sowie Privatanlässe.

«Es ist wichtig, dass uns allen bewusst ist, dass es in unseren Händen ist, dass die Massnahmen nur wirken, wenn wir uns selber daran halten.» Wenn man beispielsweise auf eine grössere Geburtstagsfeier verzichte, könne man dazu beitragen, dass die Situation unter Kontrolle bleibe. Denn dort, wo viele Personen zusammenkämen, bestehe vor allem in Innenräumen ein grosses Ansteckungsrisiko.

Es ist wichtig, dass uns allen bewusst ist, dass es in unseren Händen ist, dass die Massnahmen nur wirken, wenn wir uns selber daran halten.
Autor: Martin AckermannLeiter Covid-Taskforce

Obendrein riefen die Taskforce-Experten in Erinnerung, dass die Schweiz nicht erst reagieren dürfe, wenn die Hospitalisierungs- oder Todesraten hoch seien. Dann sei die Kapazität für Coronavirus-Tests und für die Kontaktverfolgung überschritten. «Dann sind wir im Blindflug», so Ackermann.

Falls sich der gegenwärtige Trend fortsetze, müsse man noch im Oktober mit über 2000 Coronavirus-Fällen pro Tag rechnen, teilte der Experte weiter mit. Denn die Menschen, die sich jetzt ansteckten, tauchten erst in den nächsten Tagen in der Statistik auf.

Samstagsrundschau, 10.10.20, 12:30 Uhr;

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108 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Hier wurde gefragt was kosten all diese PCR Tests. Normlerweise sagt man "follow the money", also wer verdient daran. Dass der Steurzahler zahlt wissen wir, aber wohin das Geld fliesst muss noch belegt werden.
  • Kommentar von Sylvia Hilpertshauser  (Hisy)
    Was ich gerne von Ihnen wissen würde Herr Ackermann, hat die Taskforce eigentlich noch die Kontrolle darüber, welche Labors mit welchen Testen, mit welcher Qualität ihre Testergebnisse erziehlt. Mit wie vielen Zyklen wird eigentlich der Test durchgeführt? (Sind es mehr als 25, so wir fast jeder Test positiv)
    Werden weiter (Blut) Tests durchgeführt bei einem positiven Test?
    Wird klinisch weiteruntersucht?
    Ist ein Testpositiver eigentlich überhaupt mit einen AKTIVEN SarsCov 2 Virus infiziert?
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Warum? Wollen Sie eine Disertation schreiben?
    2. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Es ist immer besser man fragt und verbreitet nicht falsche eigene Ideen, die dann wieder zu Verwirrungen führen. Dazu benötigt es nicht die
      Frage, wollen Sie eine Dissertation schreiben.
    3. Antwort von Werner Gürr  (FrMu)
      Herr Camenisch was heisst eine Dissertation? Über die Coronasaga müssten bezügl. wissenschaftl, gesellschaftl., wirtschaftl. Aspekte viele Dissertationen geschrieben werden. Das Fehlen jegl. Info, bezügl. der von Hisy gestellten Fragen, ist auffällig. Die hochselektive Auswahl, der zur Kommunikation an Normalbürger freigegebene Info führt zu Verunsicherung/Angst. Man spürt, es gibt Löcher in der Geschichte & Unwilligkeit diese mit wirklicher Offenlegung/Erklärungen/Info zu füllen.
    4. Antwort von Georg Fischer  (SGF)
      @Hisy:Wie/Woher kommen die 25 Zyklen?Bluttests werden gemacht,wie oft und bei wem speziell weiss ich nicht,aber beim Fussballer Shaqiri war dies der Fall nachdem er symptomlos auf pos auf Covid19 getetet wurde,kurz danach aber negativ.Um sicher zu gehen hat man einen Bluttest gemacht wo sich Antikörper einer früheren Covid19 finden liessen.Wie lange die Antikörper andauern wird immer noch erforscht.
  • Kommentar von Dorothee Meili  (DoX.98)
    Da gerade die Fussball-Nati irgendwie feststeckt, habe ich die Tagesschau noch einmal angesehen mit dem Ackermann-Interview-Ausschnitt: kann mir jemand sagen, was er konkret meint, dass wir (ich) tun sollen? Gab es da etwas Neues, Geniales?
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      AHA Regel: Abstand halten, Händehygiene, Alltagsmaske....