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Affäre Maudet «Ich kämpfe um meine Ehre und das Amt»

Legende: Video «Ich kämpfe um mein Amt» abspielen. Laufzeit 00:29 Minuten.
Aus News-Clip vom 13.09.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pierre Maudet gibt vorübergehend das Regierungspräsidium sowie die Kontrolle über die Polizei und den Flughafen ab.
  • Der FDP-Staatsrat reagiert damit auf die Entwicklungen in der Affäre um eine private Reise nach Abu Dhabi.
  • Dies teilte die Gesamtregierung am Donnerstag auf einer Medienkonferenz mit.

Dem angeschlagenen Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet werden weitere Kompetenzen entzogen. Er gibt das Regierungspräsidium sowie die Kontrolle über die Polizei und den Flughafen vorübergehend ab, bleibt aber Staatsrat. Die Polizeiaufgaben übernimmt interimistisch Staatsrat Mauro Poggia, das Flughafenressort Serge Dal Busco.

Massnahmen sind keine Strafen

Maudet habe wiederholt das Protokoll der Genfer Regierung verletzt und Geschenke angenommen, sagte Staatsrat Antonio Hodgers vor den Medien. Der Staatsrat verurteile das Verhalten ihres Ratskollegen. Die jetzigen Massnahmen seien jedoch nicht als Strafe zu sehen. Man habe nicht den Rücktritt von Maudet verlangt. Mit den Massnahmen solle die einwandfreie Funktion der Regierungsgeschäfte und die Glaubwürdigkeit der Institutionen gewährleistet werden, sagte Hodgers.

Ich bin ein Kämpfer. Ich kämpfe um meine Ehre und das Amt. Darum muss ich jetzt vorübergehend einen Schritt zurück gehen.
Autor: Pierre MaudetGenfer Staatsrat

Pierre Maudet teile alle Massnahmen, welche die Regierung getroffen habe. Er betont: «Ich bin ein Kämpfer. Ich kämpfe um meine Ehre und das Amt. Darum muss ich jetzt aber vorübergehend einen Schritt zurück gehen.»

Über die Finanzierung der Abu Dhabi Reise gelogen

Der FDP-Politiker war in den vergangenen Wochen unter starken Druck geraten. Die Genfer Staatsanwaltschaft verdächtigt den Regierungspräsidenten der Vorteilsnahme bei einer Reise nach Abu Dhabi im Jahr 2015. Zu dieser Reise hatte der 40-Jährige zudem falsche Angaben gemacht. Vergangene Woche gab Maudet zu, dass er über die Finanzierung und die Art dieser Reise gelogen habe.

Der Aufenthalt in einem arabischen Palast mit der Möglichkeit, bei einem Formel-1-Grand-Prix zuzuschauen, wurde nicht «von einem Freund eines Freundes» bezahlt, wie Pierre Maudet zunächst behauptet hatte. Die Rechnung wurde in der Tat vom Kronprinzen des Emirats, Scheich Mohamed Bin Zayed bin Al-Nahyan, beglichen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    «Ich kämpfe um meine Ehre und das Amt»--- Es wäre ehrlicher zu sagen, ich kämpfe um das Schokipöstli -- die Ehre hat er doch schon verloren. Wie selbstherrlich naiv muss man sein, in einer solchen Position und möglichen Topkariere, sich in den Sumpf der Bestechlichkeit zu begeben ?
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Wenn jeder Politiker, der sich direkt oder etwas geschickter bestechen oder gar von einem Brotkorbterroristen instruieren laesst, Ehre und Tron verlieren wuerde, waere es sehr einsam in den Politikerpalaesten. Und das nicht nur in Genf....
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  • Kommentar von Roman Kellermeister (rkellermeister)
    So einer muss doch sofort weg, in dieser Rolle hat man doch schlicht und einfach die Regel zu kennen, diese zu leben und auch nicht zu lügen. Ein mutmaslich ziemlich eheloser kämpft für seine Ehre und ein Amt, dass ihm nicht mehr zusteht.
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    1. Antwort von Reto Meisser (Reto Meisser)
      Es fehlt ja der Mut um zurück zu treten.Weil das liebe Geld lockt. Wie so oft...bla bla bla... Feigheit vor dem Bürger nenn ich das. Betrug gleich Gefängnis.
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    2. Antwort von Roman Kellermeister (rkellermeister)
      Kann einer der 7 anlehnenden stimmen mal ein Argument bringen, weshalb so einer in der Regierung bleiben soll??? Würd mich echt interessieren.
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  • Kommentar von Werner Sägesser (WeSä)
    ....keine Ahnung, wie die politischen Gegebenheiten in und um Genf sind. Allerdings findet man auch nur Leichen im Keller, wo welche sind. Es scheint mir eher wieder einer dieser Machtmenschen zu sein, welche meinen, dass allgemeingültige Regeln für sie nicht gelten. Sie berauschen sich an Geld, Macht und Prestige und halten sich für unantastbar. Findet man überall: Sport, Unterhaltung, Wirtschaft und gehäuft: in der Politik. Das ist halt ein unsanftes Landen auf dem harten Boden der Realität...
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