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Alpenquerender Güterverkehr Sind weitere Massnahmen nötig?

Mehr Lastwagen werden auf die Schiene verfrachtet als auch schon, vom gesetzlichen Ziel ist man aber noch weit entfernt.

Legende: Video Bund verfehlt Umlagerungsziel klar abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.03.2019.

Immer weniger Lastwagen queren auf der Strasse die Schweizer Alpen, so auch im vergangenen Jahr. Vom gesetzlichen Ziel von maximal 650'000 Fahrten ist der Bund jedoch weit entfernt. 2018 fuhren insgesamt 941'000 Lastwagen durch die Alpen. Das Verlagerungsziel wurde also um 45 Prozent verpasst.

Grafik Lastwagenfahrten
Legende: Der alpenquerende Güterverkehr auf der Strasse hat sich damit seit Anfang Jahrtausend um ein Drittel reduziert. SRF

Nicht hinnehmen will dies Django Betschart vom Verein Alpeninitiative. «Das ist für uns als Alpeninitiative inakzeptabel. Wenn der Bund so weiterfährt, erreichen wir das Verlagerungsziel in 30 Jahren und das ist nicht im Sinne der Initiative, die von der Bevölkerung auch angenommen wurde vor 25 Jahren.»

Infrastruktur noch nicht bereit

Dass das Ziel in weiter Ferne liegt, ist beim Bundesamt für Verkehr keine Überraschung. Ein Grund: Die Bahninfrastruktur sei trotz Gotthard-Basistunnel noch nicht bereit, sagt Mediensprecher Georg Saladin.

«Seit 2016 ist der Gotthard-Basistunnel da und bereit. Ende 2020 wird der Ceneri-Basistunnel eröffnet und der Vier-Meter-Korridor durch die Schweiz wird dann funktionieren. Das heisst, dann können auch grössere Lastwagen auf der Bahn transportiert werden.»

Und das solle der Verlagerung auf die Schiene Schub geben. Klar sei: Ab Ende 2020 habe die Schweiz infrastrukturmässig ihre Hausaufgaben gemacht.

LSVA soll erhöht werden

Darauf will sich die Alpeninitiative nicht verlassen und fordert jetzt Massnahmen: «Wir fordern jetzt eine Erhöhung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) auf das Niveau, das wir mit der EU vereinbart haben. So wird die Strasse teurer und deckt ihre Kosten mehr und die Schiene wird attraktiver.»

Sofortmassnahmen sehe man zurzeit nicht, entgegnet Saladin. «Es wird eine Auslegeordnung geben, die der Bundesrat bis Ende Jahr dem Parlament unterbreitet – den sogenannten Verlagerungsbericht. Und bis dann werden alle Massnahmen mit Vor- und Nachteilen evaluiert werden. Und dann muss eben auch das Parlament die Beratungen aufnehmen und allenfalls weitere Massnahmen beschliessen.»

So schnell dürfte das Ziel von deutlich mehr Gütern auf der Schiene also nicht zu erreichen sein.

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