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Schweiz Ambulante Spitalkosten: Berset möchte Kantone zur Kasse bitten

Spitäler behandeln ihre Patienten immer öfter ambulant. Das belastet die Prämienzahler stärker als stationäre Behandlungen. Gesundheitsminister Berset regt die Kantone an, ambulante Leistungen mitzutragen. Dadurch sänken zwar die Prämien. Die Steuern würden aber wohl steigen.

Chirurgen führen eine Nierenoperation mit dem Endoskop durch.
Legende: Die operative Endoskopie ermöglicht immer mehr ambulante Eingriffe, beispielsweise bei Blinddarmentfernungen. Keystone

Ein schneller Eingriff statt ein langer Spitalaufenthalt: Dank des medizinischen Fortschritts ist das immer häufiger möglich. Blinddarmoperationen zum Beispiel werden heute meist ambulant vorgenommen. Das ist angenehm für die Patienten – jedenfalls solange sie nicht an ihre Krankenkassenprämie denken.

«Wegen der ambulanten Eingriffe steigt die Belastung der Prämienzahler», warnt Gesundheitsminister Alain Berset, «denn der ambulante Spitalbereich wird ausschliesslich über Prämien finanziert». Von den Kosten für einen Spitalaufenthalt hingegen übernehmen die Kantone gut die Hälfte. Das könnte sich nun möglicherweise ändern, wie Berset andeutet: «Wir diskutieren mit den Kantonen, ob es bei der Finanzierung des ambulanten Spitalbereichs eine Änderung braucht oder nicht.»

Kantone nicht erfreut

Bei den Kantonen ist man davon wenig begeistert. Schon die vor knapp zwei Jahren eingeführte neue Spitalfinanzierung mit den Fallpauschalen koste die Kantone eine Milliarde Franken, heisst es bei der Konferenz der Gesundheitsdirektoren (GDK). Reden könne man zwar immer, und man tue das auch intensiv, sagt GDK-Präsident Carlo Conti. «Aber nicht akzeptabel wäre, wenn das einfach dazu führen würde, dass die Kantone finanziell zusätzlich belastet würden.» Es brauche eine Gesamtbetrachtung des Systems, fordert Conti.

Ein Beispiel wären Komplexpauschalen über den ganzen Krankheitsverlauf eines Patienten hinweg, statt bloss Fallpauschalen im Spital. Diese Idee ist aber noch längst nicht praxisreif. Mit grosser Wahrscheinlichkeit muss der Gesundheitsminister daher auch nächstes Jahr wieder einen Anstieg Krankenkassenprämien erklären.

(aebn;eglc)

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Anna Berta, Bern
    Also doch einfach komplett gesteuert!!! Zuerst wurden die Prämien bei Franchise von 2500 massiv und überproporzional teurer (vor 1-2 Jahren) jetzt wieder die HMO und Hausarzt-Modelle - also bleibt für die wenig betuchten keine Entscheidungsfreiheit! Hätte man von anfang an nur Traditionell (freie Arztwahl CH etc.) und Managed Care gehabt - hätten wir Millionen für Sitzungs- und Talksendungen eingespart - unglaublch - wir drehen im Kreise und werden zusammengetrieben wie die Kühe auf der Weide!!!
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    1. Antwort von M. Tisserand, Schweiz
      So langsam muss ich vermuten, dass seit Jahren schweizweit ein Test läuft um zu sehen, wie lange es dauert, bis die Schweizer explodieren und sich so richtig zur Wehr setzen....
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  • Kommentar von C. Brunner, Basel
    Wenn ich mich ambulant behandeln lasse, so bezahle ich 10% der Behandlungskosten selbst, bei einen Klinikaufenthalt bezahle ich in der Regel nichts, Behandlung und Zimmer gehen zu lasten der KK und des Kantons. Keine ambulanten Behandlungen würden zu einer viel grösseren Bettenauslastung in den Kliniken führen. Ob das wirklich billiger ist, ist fragwürdig.
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