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Kommt in der Schweiz bald ein dritter Impfstoff?
Aus Echo der Zeit vom 19.09.2021. Bild: Keystone
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Angst vor mRNA-Vakzinen Ruf wird laut nach Alternativen zu mRNA-Impfstoffen

Ausrede oder Argument? Eine Umfrage legt nahe, dass manch ein Schweizer, manch eine Schweizerin eher zur Impfung bereit wäre, wenn diese nicht auf mRNA basierte.

Gut 70 Prozent der nicht-geimpften Menschen in der Schweiz würden sich vielleicht doch noch gegen das Corona-Virus impfen lassen – falls ein Impfstoff bereit stünde, der nicht auf der mRNA-Technologie basiert. Die «Sonntagszeitung» hat eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo genauer analysiert und eine entsprechende Hochrechnung gemacht.

Sotomo-Geschäftsführer und Politologe Michael Hermann hingegen würde bei der Interpretation der Ergebnisse seiner Studie nicht so weit gehen. Das Argument, man lasse sich nicht impfen, weil die neue Technologie noch nicht erprobt sei, könne auch eine Ausrede sein.

Video
Archiv: So funktioniert mRNA
Aus Puls vom 04.01.2021.
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Ein Argument mit Potenzial

Hermann räumt aber ein: «Die Tatsache, dass die Art des Impfstoffes, nämlich mRNA, das häufigst genannte Argument war, sich nicht impfen zu lassen, deutet ganz klar darauf hin, dass das wirklich ein wichtiger Faktor ist und das Potenzial hat, dass, wenn es einen klassischen Impfstoff gäbe, sich deutlich mehr impfen lassen würden.»

Viele Menschen hoffen offenbar, dass der Bund bald den Impfstoff von Johnson und Johnson zur Verfügung stellt. Johnson und Johnson ist zwar auch kein traditioneller Impfstoff, aber von der Technologie her einigen Menschen weniger suspekt.

Beim Bundesamt für Gesundheit ist die Botschaft angekommen. In einer schriftlichen Stellungnahme heisst es: «Es gibt Menschen, die eine andere Impftechnologie der innovativen mRNA-Technologie vorziehen. Zudem gibt es Menschen, die allergisch auf Inhaltsstoffe von mRNA-Vakzinen reagieren und sich deshalb nicht impfen lassen können. Der Bund möchte diesen Menschen eine Alternative bieten.»

Der Bund stehe daher mit weiteren Impfstoffherstellern in Kontakt.

Der Bund möchte diesen Menschen eine Alternative bieten.
Autor: Aus einer Stellungnahme des Bundes

Offene Fragen

Über die Gründe, warum es solange dauert, bis der Bund einen anderen Impfstoff zulässt, äussert sich die Medienstelle des Bundesamtes für Gesundheit heute nicht. Laut Fachleuten bieten die mRNA-Impfstoffe einen höheren Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung.

SP-Nationalrätin und Gesundheitspolitikerin Yvonne Feri wollte eigentlich am Montag in der Session eine Frage zur Impfstoffbeschaffung stellen. Da der Bund nun aber offenbar mit Johnson und Johnson verhandle, warte sie noch zu: «Es sollte jetzt in den nächsten paar Tagen nichts Neues vom Bundesrat zu hören sein in Bezug auf diese neuen Verträge. Dann kann ich mir vorstellen, doch noch eine Frage zu stellen, die dann auch öffentlich beantwortet werden muss.»

Es besteht also der Druck, doch noch einen weiteren Impfstoff gegen Covid zur Verfügung zu stellen.

 

Echo der Zeit, 19.09.2021, 18 Uhr;

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126 Kommentare

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  • Kommentar von Frédéric Weil  (Derrick)
    Ich sage es klar: Wenn ein Impfstoff kommt abseits mRNA, dann würde ich mir eine Impfung überlegen. Aber nicht in erster Linie weil ich davon überzeugt bin, vielmehr um endlich Ruhe zu haben von den tausend Regeln, Verboten und Einschränkungen für Ungeimpfte.
  • Kommentar von Kurt Vetterli  (Kurt Vetterli)
    Ich verstehe einfach nicht, warum die Impf-Zwängler so viel Druck auf die Impf-Skeptiker machen. Lasst euch doch impfen, wenn ihr denkt, dass euch das schützt! Damit haben diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, kein Problem. Wir haben ein Problem damit, dass ihr eure Lösung allen anderen aufdrücken wollt, wenn möglich per Gesetz. Ich bin natürlich immunisiert und überzeugt, dass ich besser geschützt bin vor einer weiteren Ansteckung als durch eine Impfung. Was ist euer Problem damit?
    1. Antwort von Lothar Drack  (spprSso)
      Das Problem ist weiterhin dasselbe: Es handelt sich nicht um irgend ein Grippchen, Herr Vetterli. Was Sie darüber denken, ist den Viren egal.
      Was Sie hingegen machen und was Sie nicht machen, das ist im Pandemiefall der restlichen Gesellschaft tatsächlich nicht egal.
    2. Antwort von Laurent Christen  (kritisch bleiben)
      Das Problem ist, dass die Ungeimpften unnötig IPS-Plätze blockieren, auf die wir Geimpften aus anderen Gründen angewiesen sein könnten (z.B. Unfall, Herzkrankheit,…). Und noch ein Problem habe ich: Das Verbreiten von Falschinformationen, die verunsicherte Menschen dazu verleiten können, eine möglicherweise lebensgefährliche Entscheidung gegen das Impfen zu treffen, welche sie korrekt informiert nicht getroffen hätten.
    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Wir haben kein Problem damit, Hr. Vetterli. Wir glauben Ihnen bloss nicht, was Sie da schreiben. Schliesslich sind wir frei, was wir glauben. Haben Sie ein Problem damit?
    4. Antwort von Noel Dätwyler  (MalEhrlich)
      Viele von uns "Impf-Zwängler" haben sich ja schon geimpft, das ist ja das Problem. Zum Einen sind wir alle der lebende Beweis, dass die Impfung das deutlich kleinere Übel darstellt als eine Covid-Infektion. Zum Anderen können wir ja kaum etwas weiteres unternehmen, als andere zum Impfen zu überzeugen. Es will schliesslich jeder so schnell wie möglich wieder in den normalen Alltag zurück.
  • Kommentar von Dominik Meier  (klippundklar)
    "... dass manch ein Schweizer, manch eine Schweizerin eher zur Impfung bereit wäre, wenn diese nicht auf mRNA basierte."

    So, so.. Die Vertreter der Ich-Ich-Ich-Gesellschaft wünschen sich ein anderes Wässerchen! Darf's auch mit Lavendel-Aroma sein?

    Im erst, auf solch absurde Forderungen würde ich als Regierung nicht eingehen. Das Land hat viel investiert, und die gebotenen Lösungen sind effektiv, verfügbar und sicher.

    Ich würde eine Impflicht verhängen und die Diskussion beenden.
    1. Antwort von Walter Freiburghaus  (sophisticated)
      Sehr entlarvend Herr Meier. Demokratie was ist das???
    2. Antwort von Dominik Meier  (klippundklar)
      @freiburghaus

      Unsere gewählte Regierung soll eine Impfpflicht verordnen. Zufrieden? Ich kann das Gejaule der Corona-Kritiker nicht mehr hören.
    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Eine Impfpflicht wäre weder zielführend noch vertretbar. Schon gar nicht verhältnismässig.