Zum Inhalt springen

Header

Audio
Elisabeth Bosshart hofft, dass sich die Lohnlücke schliesst
Aus SRF 4 News aktuell vom 22.02.2019.
abspielen. Laufzeit 04:01 Minuten.
Inhalt

Anhaltende Lohnungleichheit «Bei dem Tempo geht das noch 30 Jahre»

Heute ist «Equal Pay Day», der Tag der Lohngleichheit. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Wenn man die Löhne von Männern und Frauen vergleicht, dann hätten Frauen vom Jahresanfang bis heute gratis gearbeitet, denn sie verdienen im Schnitt 14 Prozent weniger. Elisabeth Bosshart präsidiert das Netzwerk berufstätiger Frauen, welches den «Equal Pay Day» initiiert hat. Ihr geht das Angleichen der Löhne von Männern und Frauen nicht schnell genug.

Elisabeth Bosshart

Elisabeth Bosshart

Präsidentin BPW

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Elisabeth Bosshart ist die Präsidentin von Business & Professional Women (BPW), dem Netzwerk berufstätiger Frauen. Dieses hat vor zehn Jahren den «Equal Pay Day» initiiert.

SRF News: Bei der Lohngleichheit zwischen Mann und Frau besteht immer noch ein Graben. Haben Sie die Geduld noch nicht verloren?

Elisabeth Bosshart: Der Graben schliesst sich viel zu langsam. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, sind wir irgendwann in 30 Jahren bei Lohngleichheit. Aber eigentlich müsste das schon etwas schneller gehen.

Vor zehn Jahren haben Sie zum ersten Mal den «Equal Pay Day» in der Schweiz durchgeführt. Was hat sich seither verbessert?

Man redet jetz darüber, es ist kein Tabu mehr. Alle sind der Meinung, das dürfe nicht weiter so sein. Sowohl die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch die Unternehmen sind mittlerweile sensibilisiert auf das Thema.

Die Politik schreibt Lohnanalysen für Firmen mit über 100 Vollzeitstellen vor. Sie sagen, nun sei die Wirtschaft dran. Wie meinen Sie das?

Jene Unternehmen, die diese Lohnanalysen bisher freiwillig durchgeführt haben und feststellten, dass in ihrem Betrieb tatsächlich an einzelnen Stellen Lohnunterschiede vorliegen, haben diese Lücken geschlossen. Beziehungsweise, sie haben eine Planung aufgestellt, in welchen Schritten sie gedenken, diese Lücke zu schliessen.

Wir erwarten, dass die Wirtschaft auch die entsprechenden Schlussfolgerungen daraus zieht.

Die Wirtschaft soll jetzt nicht nur rasch – sobald das Gesetz in Kraft ist – mit den Lohnanalysen beginnen, sondern auch die entsprechenden Schlussfolgerungen daraus ziehen und schauen, woran die Lohnunterschiede liegen. Und wir hoffen, dass diese Lücken tatsächlich geschlossen werden.

Wie soll das gehen, wenn kein gesetzlicher Druck besteht?

Ich gehe davon aus, dass die allerwenigsten Menschen mit Absicht und aus reiner Boshaftigkeit andere Menschen diskriminieren. Wenn man aber genauer hinschaut und feststellt, so sollte es nicht sein, dann sind die meisten Menschen auch bereit, etwas zu ändern – und auf das setzen wir eigentlich.

Das Gespräch führte Christine Wanner.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von David Huser  (Dave21)
    Also ich bin ja für Lohngleicheit unter Männern! Ich finde jeder Mann sollte gleichviel verdienen. Gleicher Job, gleiche Leistung, gleicher Lohn. Was machen wir jetzt mit meinen beiden 35-jährigen El. Ingenieur Kollegen (MSc)? Beide arbeiten 40h/Woche. Einer beim KMU in der Provinz. Der andere beim Tech Konzern in der Stadt. Der erste kriegt 100k der zweite 135k p.a.! Wir müssen hier unbedingt etwas machen! So kann es doch nicht weitergehen? Was denken Sie?
    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Die beiden beschriebenen Arbeitsstellen sind eben nicht "gleicher Job". Und damit braucht es auch nicht denselben Lohn. So einfach.
  • Kommentar von Valerio Labruzzo  (Spinnsch?)
    wenn es doch so ist, dass Frauen nach wie vor weniger Lohn für gleiche Arbeit erhalten als Männer, warum sollte ein Unternehmen einen Mann einstellen, wenn ihn die Frau doch "günstiger" kommt? Demnach sollten alle Unternehmen aus ökonomischer Sicht nur noch Frauen einstellen, dies ist nicht der Fall. Warum ist das aber nicht so?
    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Ziemlich abgelutschtes Argument. Diskriminierung folgt nicht logischer Argumentation, darum funktioniert das auch nicht so. Bei Diskriminierung geht es nicht um wirtschaftlichkeit, sondern wie das Wort sagt um Herabsetzung.
  • Kommentar von Mihi Gyver  (Mihi Gyver)
    Es gibt aber auch Berufe in denen Frauen mehr verdienen.
    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Beispiel?