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Mehr Ansehen für die Sanitätstruppen
Aus Rendez-vous vom 26.03.2020.
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Aufwertung in der Armee Sanitätstruppen erstrahlen in neuem Glanz

An vorderster Front: Rund 2000 Soldaten der Sanitätstruppen entlasten in der Coronakrise das zivile Pflegepersonal.

Infanterie, Panzer oder Artillerie: Kampftruppen sind die eigentlichen Stars, die Elite der Schweizer Armee. Die Sanitätstruppen gehörten bisher nicht dazu, genossen eher geringes Ansehen. Man nannte sie hinter vorgehaltener Hand auch etwas despektierlich «Schoggitruppe».

Heute unterstützen die Kampftruppen die Sanitätstruppen. Wer hätte das vor ein paar Monaten noch gedacht?
Autor: Raynald DrozStabschef des Kommandos Operationen

Jetzt treten fünf Sanitätskompanien, alle vier Spitalbataillone und eine Transportkompanie als erste in den Dienst gegen das Coronavirus. Bisher unvorstellbar, betonte vor ein paar Tagen Brigadier Raynald Droz, Stabschef des Kommandos Operationen VBS: «Wir erleben heute eine Zeit, in der die Kampftruppen die Sanitätstruppen unterstützen. Wer hätte das vor ein paar Monaten noch gedacht?»

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Raynald Droz zur Mobilisierung neuer Truppen
Aus News-Clip vom 26.03.2020.
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Die Frauen und Männer der Sanitätstruppen packen überall dort an, wo sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen entlasten können, bei Krankentransporten etwa oder im Labor Spiez. Dieser Einsatz erstaunt selbst den erfahrenen Militärhistoriker Rudolf Jaun: «Dass man gleich alle vier Spitalabteilungen mobilisiert, ist überraschend.»

Neuer Wind in der Armee

Oberst Jaun hätte eher damit gerechnet, dass die Katastrophenhilfe oder die Rettungsdienste aufgeboten werden. Das liege schon von der Bezeichnung her näher, meint er. Mit ihrem neusten Einsatz würden die Sanitätstruppen klar neu bewertet. Das sei schon bei den früheren Luftschutztruppen passiert, die nun als Rettungstruppen auch einen höheren Status erhalten hätten.

Dass selbst der neue Armeechef Thomas Süssli Offizier der Sanität ist, wäre bis vor kurzem auch undenkbar gewesen, sagt Jaun: «Bis in die 1960er-Jahre konnten Sanitätsoffiziere nicht einmal Generalstabsoffiziere werden, also eine höhere militärische Ausbildung erwerben – weil sie keine kampftaktische Ausbildung haben.»

Neue Ausrichtung der Kampftruppen

Ganz aus heiterem Himmel kommt diese neue Wertung der Sanitätstruppen für den Militärhistoriker hingegen nicht. Seit dem Reformprojekt Armee 95 sei vieles angestossen worden. Gerade auch bei den Kampftruppen finde jetzt eine Verschiebung der Werte statt.

Wie werden sich Artillerie und Panzertruppen in Richtung Katastrophenbewältigung ausrichten? «Das ist eines der grösseren Themen in der Entwicklung der Schweizer Armee», so Jaun. Der jetzige Einsatz der Sanitätstruppen wird deshalb die Diskussionen zu den Veränderungen bei der Armee beeinflussen.

Rendez-vous vom 26.3.2020

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Martin J. Pérez  (MJP)
    Wir haben in der CH eine Milizarmee. Abgesehen von einem kleinen Bruchteil, wird die Armee nur zu WKs oder im Bedarfsfall aufgeboten. Könnten die zivilen Organisationen die Lage allein bewältigen, würde die Armee nicht eingesetzt.
    Deshalb ärgern mich die unpassenden & polemischen Aussagen der lieben Armeegegner, die sich auch in dieser Situation wieder nicht zu schade sind Stimmungsmache zu betreiben.
    Das nun Sanitäts- & nicht Kampftruppen eingesetzt werden bedingt gesundem Menschenverstand.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Das ist der Auftrag der Schweizer Armee, dass sie in Zeiten von Krisen, Katastrophen, Epidemien/Pandemien im Landesinnern, notwendige, aktive Unterstützung bieten. Zum Wohl der Bevölkerung. Selbstverständlich ist die Bevölkerung dafür auch dankbar.
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  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Diese Abteilung wird in Zukunft wohl noch öfters von Nöten sein. Investiert also lieber in Feldlazarette, denn in Kampfjets. Selbst wenn die 'neuen Feinde' über den Luftweg kommen. (...)
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