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Legende: Audio Ausbau des Streckennetzes: Bürde für die SBB? abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
01:45 min, aus HeuteMorgen vom 19.03.2019.
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Ausbau der Bahninfrastruktur Wird der Geldsegen zum Fluch?

Die Regionen Zürich, Lausanne und Basel sollen vom neuen Bahnausbau profitieren, aber auch beispielsweise der Jurasüdfuss und Neuenburg. Fast jede Region erhält etwas.

Für Bahnbetreiber wie die SBB heisst dies aber nicht nur Gratisgeld, sondern auch mehr Zusatzkosten. Denn mehr Schienen bedeutet auch mehr Rollmaterial und mehr Personal – und dafür müssen die Bahnbetreiber aufkommen.

Einen Teil werden wohl auch die Bahnkunden berappen müssen, sagt Widar von Arx, Professor für öffentlichen Verkehr an der Hochschule Luzern: «Ich gehe davon aus, dass die Nachfrage nicht immer im gleichen Ausmass zunimmt, wie die Kapazität ausgebaut wird.» Wolle man den Kostendeckungsgrad konstant halten, «gibt es nur einen Weg: Da müssen die Preise hoch.»

Will man den Kostendeckungsgrad konstant halten, gibt es nur einen Weg: Da müssen die Preise hoch.
Autor: Widar von ArxProfessor Uni Luzern

Auch Bund rechnet mit Preiserhöhungen

Selbst der Bund geht zwischen 2025 und 2035 von Tariferhöhungen von zwischen 3 und 5 Prozent aus. Zugfahren zu verteuern, ist allerdings gar nicht im Sinne der Bahnunternehmen.

Man fürchtet die Konkurrenz des Individualverkehrs. Denn Autofahren wird dank neuer Technologien und Sharing-Modellen immer günstiger.

Die Bahn aber sei ein Massentransportmittel, also Züge seien nur rentabel, wenn sie möglichst viele Menschen von A nach B bringen würden, sagt Verkehrsexperte von Arx.

Ausbau nur noch auf rentablen Strecken?

Dies sei heute eigentlich nur auf den Paradestrecken wie beispielsweise Bern-Zürich der Fall. «Wenn man es ganz rational machen würde, würde halt fast alles im Mittelland auf der Ost-West-Achse verbaut werden. Und den anderen müsste man sagen: ‹Euch braucht es eigentlich nicht mehr.›»

Das würde bedeuten; man baut nur noch aus, wo Bahnfahren rentiert, und setzt in den Randgebieten zum Beispiel auf Bus statt Bahn. Dies wäre laut von Arx viel günstiger und effizienter – politisch allerdings kaum durchsetzbar.

Knapp 13 Milliarden für den Bahnausbau

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Arbeiten an einem Geleise
Legende:Der Bundesrat will 12 Milliarden Franken in den Ausbau des Bahnnetzes stecken.Keystone
  • Der Bundesrat will für knapp 12 Milliarden Franken das Schweizer Bahnnetz ausbauen.
  • Der Ständerat unterstützte vorletzte Woche den sogenannten Ausbauschritt 2035, möchte aber zusätzliche Projekte realisieren.
  • So hat die kleine Kammer beispielsweise die Projektierung des Durchgangsbahnhofs Luzern und des Herzstücks der trinationalen S-Bahn Basel in die Vorlage aufgenommen.
  • Damit belaufen sich die Kosten auf 12,82 Milliarden Franken. Als nächstes entscheidet der Nationalrat über den Ausbau der Bahninfrastruktur.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Meiner Meinung nach wird vieles falsch investiert. Es sollte nicht nach Gerechtigkeit zwischen Regionen, sondern nach Zukunftsgerichteten Investitionen gezielt werden. Beispielsweise könnte die Kapazität von überregionalen Strecken in vielen Fällen erhöht werden, indem man eine komplette Entflechtung von kreuzenden Linien macht. Das würde in vielen Fällen auch eine Verdichtung der Fahrpläne mit dem bestehenden Rollmaterial ermöglichen, weil weniger Totzeiten und Doppelspurigkeiten nötig wären.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
    Sind ja tolle Zahlen: 13 Mia. in die Bahn und 15 Mia. in Strassen. Ergo geht man davon aus, die Anzahl Zweibeiner in der Schweiz auf 10 bis 12 Mio zu erhöhen. Ob dies für unsere Natur, das Klima und das Zusammenleben förderlich ist, wage ich zu bezweifeln.
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  • Kommentar von Jeff Kastens (JeKaMo)
    Und der Wachstumswahnsinn geht munter weiter. Wie wenn nicht's wär.
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    1. Antwort von lorenz Bertsche (lorenz.bertsche)
      sie haben recht herr kastens der wahnsinn geht weiter. da wird auf der einen seite von klimawandel, umweltschutz usw. gesprochen. doch es läüft alles nur noch voll auf wachstum . ihr und mein schreiben werden daran gar nichts ändern. ich habe mal geschrieben, nur eine wirtschaftskriese wird diesen wachstumswahnsinn stopen. da leider der profit zum höchsten gut verkommen und zum götzen geworden ist. der mensch wird dadurch verblendet.am ende seines lebens fragt er sich,war das das leben?
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