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Grosses Potenzial und grosse Hürden für Solardächer auf Autobahnen
Aus Echo der Zeit vom 31.03.2022.
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Ausbau erneuerbare Energie Solarstrom vom Autobahndach soll die Energiewende ermöglichen

Ein Problem beim Ausbau der Solarenergie ist der grosse Flächenbedarf. Eine Lösung könnten überdachte Autobahnen sein.

Eigentlich war sie einst nur als Lärmschutz gedacht: Die teilweise Überdachung der Autobahn A2 zwischen Strengelbach und Zofingen im Kanton Aargau. Doch nun könnte ihr eine ganz neue Rolle zukommen, eine Rolle, welche die Schweizer Energiezukunft prägen könnte: Die Autobahnüberdachung ist nämlich neu auch ein Kraftwerk mit Pioniercharakter.

Ende März wurde auf der Dachfläche über der Autobahn eine Photovoltaikanlage eingeweiht. Auf 7500 Quadratmetern Fläche produzieren die städtischen Werke Zofingen hier Strom, rund 70'000 Kilowattstunden pro Jahr, was für ungefähr 150 Haushalte reicht. «Das ist sicher ein sehr guter Standort, solche Flächen gibt es nicht überall», sagt Erwin Limacher von den städtischen Werken Zofingen. Man könne hier viele Solarmodule an einem Stück aufstellen und auch der Zugang aufs Dach sei relativ einfach möglich. Vor allem aber ist diese Fläche gratis.

Bund will Solardächer auf Autobahnen fördern

Im Gegensatz zu anderen grossen Flächen, wo man Solarmodule installieren könnte, muss die Stadt Zofingen für das Autobahndach keine Miete oder anderweitige Entschädigung zahlen und es geht auch kein Landwirtschafts- oder Bauland verloren. Wie die Autobahn gehört auch das Dach darüber dem Bund und dieser stellt es Stromproduzenten gratis zur Verfügung, mehr noch, er sucht derzeit aktiv nach neuen geeigneten Autobahndächern.

Um der Energiewende und dem Ausbau der Solarenergie zusätzlichen Schub zu verleihen, ordnete Energieministerin Simonetta Sommaruga kürzlich an, das Schweizer Autobahnnetz auf mögliche weitere Standorte für Solarkraftwerke abzusuchen. Im Bundesamt für Strassen laufen dazu aktuell die Abklärungen. Aber auch wenn es praktisch scheint auf Autobahndächern Solarkraftwerke zu installieren – ganz einfach ist es nicht.

Grosse Pläne für die Energiewende

Mit Projekten wie jenem bei Zofingen lässt sich bei aller Innovationskraft kein grosser Beitrag zur Sicherung der Stromversorgung leisten, dafür ist die Anlage schlicht zu klein. In viel grösseren Massstäben denkt deshalb ein Unternehmer aus dem Kanton Zug.

Laurent Jospin möchte mit seiner Firma unter anderem einen 1.6 Kilometer langen Autobahnabschnitt der A9 bei Fully im Kanton Wallis überdachen und mit über 40'000 Solarpanels bestücken. Diese Anlage könnte dann bereits Strom für 5000 Haushalte liefern. Ein weiteres Projekt sieht die Überdachung eines Teils der A4 durchs Knonaueramt bei Zürich vor. Hier könnte gemäss Jospin Strom für 20'000 Haushalte entstehen – und Jospin hat noch grössere Visionen.

Autobahn mit Solardach
Legende: Visualisierung einer möglichen Solar-Überdachung der A4 durchs Knonaueramt. zvg: Energypier.ch

Wenn man 30 Prozent der Schweizer Autobahnen überdachen und mit Solarpanels ausrüsten würde, dann könnte man mittelfristig bis zu 25 Terawattstunden Strom auf diese Weise produzieren, rechnet der Unternehmer vor. Alleine damit könnte der Bund seine Produktionsziele im Rahmen der Energiestrategie 2050 beinahe erfüllen.

Daneben böten sich noch weitere Vorteile, ist Unternehmer Jospin überzeugt: Auf überdachten Autobahnen brauche es keinen Winterdienst mehr und der Strassenlärm werde reduziert. Aber wie so häufig stehen vor grossen Plänen auch grosse Hürden.

Autobahn mit Solardach
Legende: Visualisierung einer möglichen Überdachung mit Solarmodulen auf der A9 bei Fully VS. zvg: Energypier.ch

Einerseits sind die nötigen Investitionen gross. In Zofingen war die Überdachung der Autobahn bereits vorhanden, es mussten «nur» noch die Solarpanels installiert werden. Grosse Autobahnabschnitte in der Schweiz neu zu überdachen, ist eine Mammutaufgabe mit hohen Kosten. Bei allem Potenzial, das Solardächer auf Autobahnen bieten, dürfte die Umsetzung einige Zeit in Anspruch nehmen.

Echo der Zeit, 12.05.22, ;

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