Zum Inhalt springen

Header

Audio
Enten füttern als Ausflugsidee in Coronazeiten? Bitte nicht, sagen Fachleute
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 07.01.2021.
abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
Inhalt

Ausflüge in Coronazeiten Enten und Schwäne leiden unter Corona-Ausflüglern

Ausflüge in die Natur sind Aktivitäten, die noch möglich sind. Nur: Wasservögel füttern sollte nicht dazu gehören.

Die Festtage und Wochenenden im Mittelland zu verbringen, war in dieser Wintersaison bis jetzt selten attraktiv. Graue Nebeltage, kaum Schnee, Museen und Kinos sind zu. Im Aargau sind zudem auch die meisten Läden geschlossen. Viele Familien zog es deshalb auf Spaziergänge in den Wald oder ans Wasser, zum Beispiel ins Aargauer und Luzerner Seetal: Die unzähligen, grossen Parkplätze rund um den dortigen Hallwilersee waren oft voll.

Die Ansammlung der Menschen im Freien ist grundsätzlich für die Tiere unproblematisch. Sie wird dann aber zum Problem, wenn die Menschen die Wildtiere füttern. Das alte Brot den Schwänen verfüttern, mit den Enkelkindern auf dem Spaziergang die Enten mit Brotstückchen versorgen, das ist zwar gut gemeint, aber schadet den Tieren. Deshalb mussten die Hallwilersee Ranger, die für Natur- und Tierwohl rund um den Hallwilersee sorgen, eingreifen.

«Dein Futter macht uns krank»

Sie haben Plakate am Ufer des Sees errichtet und erinnern die vielen Besucher damit in regelmässigen Abständen daran, dass sie die Wasservögel nicht füttern sollen. «Dein Futter macht uns krank», steht neben dem Entenbild auf dem Plakat. Wildtiere im Mittelland bräuchten kein Futter, bestätigt Erwin Osterwalder, Fachbereichsleiter bei der Aargauer Abteilung für Jagd und Fischerei, auf Anfrage.

Plakat
Legende: «Dein Futter macht uns krank», sagt die Ente auf dem Plakat der Hallwilerseeranger im Aargauer und Luzerner Seetal. SRF

«Unsere Winter im Mittelland sind nicht aussergewöhnlich streng. Die Tiere kommen problemlos durch den Winter. Zudem werden die Tiere oft mit Brot gefüttert. Das Salz darin tut den Tieren jedoch nicht gut», erklärt Erwin Osterwalder. Weiter verschimmelt das verstreute Brot im Wasser. Wenn es dann im Magen von Enten und Schwänen landet, quillt es auf und macht die Tiere krank, ergänzen die Hallwilersee Ranger auf ihren Plakaten.

Unsere Winter im Mittelland sind nicht aussergewöhnlich streng.
Autor: Erwin OsterwalderFachbereichsleiter Jagd und Fischerei, Aargauer Umweltdepartement

Zudem müsse man die Übertagung von Vogelkrankheiten befürchten, erklärt Erwin Osterwalder, Fachbereichsleiter bei der Aargauer Abteilung für Jagd und Fischerei: «Es konzentrieren sich alle Vögel an jenen Stellen, wo sie gefüttert werden. Es kommt zu Stress unter den Tieren, weil sie versuchen das Futter zu erwischen. So können sich auch Krankheiten rascher unter den Vögeln verbreiten».

Ente
Legende: «Unsere Winter sind nicht so streng, dass man Wildtiere füttern muss», heisst es beim Kanton Aargau. Keystone

Anschauen dürfe man die Wasservögel durchaus, sagen die Verantwortlichen des Kantons Aargau und der Hallwilersee Ranger. Es habe auf den Schweizer Gewässern in der Winterzeit tatsächlich spannende Wasservögel aus anderen Ländern, die hier überwintern. Einfach das Füttern, das soll man als Ausflugsaktivität unterlassen, zum Schutz der Tiere, fordern sie.

Ranger am Hallwilersee

Box aufklappenBox zuklappen
Ein Ranger auf Patrouille.
Legende: Ein Ranger auf Patrouille. Keystone
  • Der Hallwilersee und seine Ufer sind kantonales Schutzgebiet und beheimaten viele Pflanzen und Tiere.
  • Alleine im Boniswilerried konnten über 150 Vogelarten nachgewiesen werden. Deshalb gehört der See mit seinen Nass- und Feuchtgebieten zum «Bundesinventar Landschaften und Naturdenkmäler mit nationaler Bedeutung».
  • Die Hügellandschaft rund um den See, das mittelalterliche Wasserschloss Hallwyl und die flachen Seeuferwege machen den Hallwilersee und das Seetal zu einer beliebten Ausflugsregion.
  • Hallwilersee Ranger sind regelmässig unterwegs und informieren über die Landschaft und die Tier- und Pflanzenvielfalt und über die geltenden Regeln im Uferschutzgebiet.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 07.01.2021;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Andy Huber  (Andy Huber)
    was für dämliche menschen verfüttern auch industriell gefertigte brote welches die natur überhaupt nicht kennt ....... was da drin steckt gehört kaum in den magen eines wildtieres
  • Kommentar von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
    Wie weit sich der Mensch doch von der Natur entfernt hat. Es gibt doch viele Doku in TV und Co. Empfehle ich jedem Städter bevor er in die Wildnis (See mit Enten) geht.
  • Kommentar von Andi Solenthaler  (Solifant)
    Tja... wenn die Städter mal rauskommen. Die Milch kommt ja auch aus der Migros, und ja Fleisch sind Tiere, wann sind die Birnen reif? ...? Wie sollen das die Kinder wissen... wenns die Eltern nicht mal weitergeben können. Dafür darf man den Abfall überall liegen lassen; da wird ja sowieso aufgeräumt. Wir haben uns schon sehr weit vom echten Leben entfernt....
    1. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Herr Solenthaler, und wenn es ganz dumm läuft, fressen Tiere auch noch von diesem Abfall und werden dadurch zusätzlich krank.
    2. Antwort von Sam Brenner  (Sam Brenner)
      AS: Ich lebe auch ländlich, habe aber noch nie selber Milch gezapft, ein Rind eigenhändig zu einem Burger verarbeitet oder aus dessen Pelz ein Mäntelchen gezimmert.
    3. Antwort von Thomas Meyer  (ThomasMeyer)
      Allerdings finde ich es grundsätzlich ganz gut wenn die Städter mal rauskommen um zu sehen woher die Milch kommt...