Zum Inhalt springen

Header

Video
Drohendes Fischsterben im Rhein
Aus Tagesschau vom 25.07.2018.
abspielen
Inhalt

Auswirkungen der Hitzewelle Zu heiss für Fische – Massnahmen gegen die Katastrophe

Das Wichtigste in Kürze

  • Die hohen Temperaturen machen den Fischen zu schaffen: Im warmen Wasser schwindet der für sie lebenswichtige Sauerstoff.
  • Deshalb wurde in den letzten Tagen in kleineren Gewässern mehrere tausend Fische abgefischt. Die Lage in den grossen Gewässern – insbesondere im Rhein – ist hingegen prekär.
  • Durch die warmen Temperaturen besteht indes auch die Möglichkeit, dass künftig wärmeresistente Fischarten im Rhein leben werden.

Momentan misst die Wassertemperatur des Rheins 25 Grad. «Mit 26, 27 Grad ist die Temperatur tödlich für die Äsche», sagt Philipp Sicher, Geschäftsführer des Schweizerischen Fischereiverbandes. Mit etwas höheren Temperaturen folge die Bachforelle. «Vor allem in der Ostschweiz ist nicht von Abkühlung die Rede. Das wird wahrscheinlich zu einer Katastrophe führen.»

Vor allem in der Ostschweiz ist nicht von Abkühlung die Rede. Das wird wahrscheinlich zu einer Katastrophe führen.
Autor: Philipp SicherGeschäftsführer Schweizerischer Fischereiverband

Die ersten Fische sind bereits gestorben. Im Gegensatz zu den kleinen Bächen sind in den grossen Fliessgewässern keine Abfischaktionen möglich. Dennoch wurden auch hier Massnahmen getroffen, um das schlimmste abzuwenden. Kleinere Zuflüsse, die kaltes Wasser führen, werden mit Ausbaggerungen vertieft. «So sucht man ein Rückzugsgebiet für die Fische», so Sicher.

Eine Äsche
Legende: Äschen sind bei Wassertemperaturen über 25 Grad stark gefährdet. Keystone/Schweizerischer Fischereiverband/Rainer Kühnis

Rund sechs solche kühlen Unterschlüpfe wurden ausgebaggert. Philipp Sicher redet allerdings von Verzögerungsmassnahmen. Diese würden mit Blick auf den Klimawandel nicht reichen. Es brauche tiefgreifende Massnahmen.

Langfristige Lösungen gefordert

Zurzeit werden diese in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern von Bund und Kantonen erarbeitet. In zwei Jahren sollen die Ergebnisse vorliegen. Klar ist, dass es ein ganzes Bündel von Massnahmen braucht. Zentrale Bausteine davon sind aus Sicht von Philipp Sicher viele weitere und vor allem längere künstliche Vertiefungen, damit die Fische abtauchen können, wenn es oben zu heiss wird.

Zudem dürften sich Fische gemäss Philipp Sicher auch verändern. «Es besteht möglicherweise auch die Chance, dass man wärmeliebendere Arten selektionieren kann – oder, dass sie sich selber selektionieren.» So könnte es sein, dass künftig gezüchtete wärmeresistente Bachforellenarten im Rhein schwimmen. Der Klimawandel verändert also auch unsere Fischwelt.

Audio
Klimawandel: Auswirkungen auf Fische
01:50 min, aus HeuteMorgen vom 26.07.2018.
abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.
Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

21 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Logischerweise ein absolutes schweizweites Fischerei-Verbot!!
  • Kommentar von Alex Terrieur  (Imfeld)
    Der Klimawandel findet seit der Eiszeit statt, wenn nicht schon vorher!
    1. Antwort von Sandra Burri  (Surri)
      Und es gibt immer noch zu viele Menschen, die 1. nicht begreifen, dass nicht der Wandel, sondern die ausserordentliche Geschwindigkeit das Problem ist (Anpassungszeit) und 2. dass ein Klimawandel vorwiegend für die Flora und Fauna der Jetzt-Welt schwierig wird (inkl. Mensch). Erst die jetzigen Bedingungen haben zur grossartigen Entwicklung der Säugetiere und Blütenpflanzen beigetragen.
    2. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Über den Zeitpunkt wann der Klimawandel begann oder warum er begann mag man streiten. Eine unbestreitbare Tatsache ist aber das wir Menschen in massiv begünstigen. Wenn wir nicht radikal unseren masslosen Konsum reduzieren werden unsere Nachkommen unter unserem Fehlverhalten und deren unserer Vorfahren massiv leiden müssen.
  • Kommentar von Paul Soltermann  (ps)
    Versucht doch den Äschen und Forellen klar zu machen, dass die Erderwärmung bloss dummes Gerede ist ...