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Auswirkungen der Hitzewelle Zu heiss für Fische – Massnahmen gegen die Katastrophe

Legende: Video Drohendes Fischsterben im Rhein abspielen. Laufzeit 2:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.07.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die hohen Temperaturen machen den Fischen zu schaffen: Im warmen Wasser schwindet der für sie lebenswichtige Sauerstoff.
  • Deshalb wurde in den letzten Tagen in kleineren Gewässern mehrere tausend Fische abgefischt. Die Lage in den grossen Gewässern – insbesondere im Rhein – ist hingegen prekär.
  • Durch die warmen Temperaturen besteht indes auch die Möglichkeit, dass künftig wärmeresistente Fischarten im Rhein leben werden.

Momentan misst die Wassertemperatur des Rheins 25 Grad. «Mit 26, 27 Grad ist die Temperatur tödlich für die Äsche», sagt Philipp Sicher, Geschäftsführer des Schweizerischen Fischereiverbandes. Mit etwas höheren Temperaturen folge die Bachforelle. «Vor allem in der Ostschweiz ist nicht von Abkühlung die Rede. Das wird wahrscheinlich zu einer Katastrophe führen.»

Vor allem in der Ostschweiz ist nicht von Abkühlung die Rede. Das wird wahrscheinlich zu einer Katastrophe führen.
Autor: Philipp SicherGeschäftsführer Schweizerischer Fischereiverband

Die ersten Fische sind bereits gestorben. Im Gegensatz zu den kleinen Bächen sind in den grossen Fliessgewässern keine Abfischaktionen möglich. Dennoch wurden auch hier Massnahmen getroffen, um das schlimmste abzuwenden. Kleinere Zuflüsse, die kaltes Wasser führen, werden mit Ausbaggerungen vertieft. «So sucht man ein Rückzugsgebiet für die Fische», so Sicher.

Eine Äsche
Legende: Äschen sind bei Wassertemperaturen über 25 Grad stark gefährdet. Keystone/Schweizerischer Fischereiverband/Rainer Kühnis

Rund sechs solche kühlen Unterschlüpfe wurden ausgebaggert. Philipp Sicher redet allerdings von Verzögerungsmassnahmen. Diese würden mit Blick auf den Klimawandel nicht reichen. Es brauche tiefgreifende Massnahmen.

Langfristige Lösungen gefordert

Zurzeit werden diese in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern von Bund und Kantonen erarbeitet. In zwei Jahren sollen die Ergebnisse vorliegen. Klar ist, dass es ein ganzes Bündel von Massnahmen braucht. Zentrale Bausteine davon sind aus Sicht von Philipp Sicher viele weitere und vor allem längere künstliche Vertiefungen, damit die Fische abtauchen können, wenn es oben zu heiss wird.

Zudem dürften sich Fische gemäss Philipp Sicher auch verändern. «Es besteht möglicherweise auch die Chance, dass man wärmeliebendere Arten selektionieren kann – oder, dass sie sich selber selektionieren.» So könnte es sein, dass künftig gezüchtete wärmeresistente Bachforellenarten im Rhein schwimmen. Der Klimawandel verändert also auch unsere Fischwelt.

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