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Ein weisser Lexus mit Beschriftung «Google».
Legende: Der Internetkonzern Google testet bereits selbstfahrende Autos in Kalifornien. Keystone
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Schweiz Automatisches Einparkieren ist illegal

Viele moderne Autos können von alleine in Parklücken fahren. Doch wer diese freihändige Einparkierhilfe nutzt, handelt illegal. Gemäss Strassenverkehrsgesetz ist es nicht erlaubt, dem Auto die Kontrolle zu überlassen. Und dies wird eine Weile so bleiben, zeigt ein neuer Bericht des Bundes.

Ein Knopfdruck genügt, und schon fährt das Auto von alleine in die schmale Parklücke am Strassenrand. Das Steuerrad dreht sich dabei wie von Geisterhand.

Die Gesetze hinken dieser modernen Technologie hinterher – wie fast allen Innovationen. Stefan Huonder, Leiter des Bereichs Verkehrsregeln beim Bundesamt für Strassen (Astra), arbeitet derzeit an einem Bericht zur rechtlichen Situation von Assistenzsystemen in modernen Fahrzeugen.

Lenker muss Kontrolle behalten

Diese Situation ist ziemlich verfahren. So dürfen freihändige Einparkierhilfen, rechtlich gesehen, nicht benutzt werden. «Die heutigen Regeln verlangen vom Fahrer nach wie vor, dass er das Steuerrad in den Händen hält», sagt Huonder.

Der Autofahrer muss demnach jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug haben. Es gebe verschiedene Regeln, die dem automatisierten Fahren entgegenstehen würden, erklärt Huonder. «Das Strassenverkehrsrecht verlangt einen Fahrzeuglenker, der sein Fahrzeug ständig beherrscht und seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwendet.»

Gesetzesänderung dauert Jahrzehnte

Neuartige Autos erlauben es jedoch dem Lenker immer mehr, das Fahren dem Fahrzeug zu überlassen. Der Autofahrer der Zukunft wird so zum Insassen und kann Zeitung lesen oder im Internet surfen. Doch der Weg zu einer neuen Gesetzgebung, die dies erlauben würde, sei noch weit, sagt Huonder. «Das wird viel länger als zehn Jahre dauern.»

Das grosse Hindernis für eine Gesetzgebung sieht Huonder bei der Alltagstauglichkeit der Assistenzsysteme: «Der Nachweis, dass diese Systeme zuverlässig funktionieren, wurde noch nicht erbracht.»

Der Nachweis, dass diese Systeme zuverlässig funktionieren, wurde noch nicht erbracht.
Autor: Stefan HuonderLeiter Verkehrsregeln beim Astra

Assistenzsysteme gelten heute als Zusatzausrüstung, ähnlich wie beispielsweise ein Autoradio. An sie bestehen deshalb keine besonderen technischen Anforderungen. Hersteller dürfen Assistenzsysteme nach ihrem Gusto konstruieren, und es interessiert kein Strassenverkehrsamt, ob sie tatsächlich funktionieren oder nicht.

Erst wenn die Assistenzsysteme verlässlich genug werden, kann das Strassenverkehrsgesetz angepasst werden. «Die ganzen Verkehrsregeln, die sich an den Lenker richten, werden sich damit erübrigen», sagt der Experte vom Astra. Die Gesetze werden dann nicht mehr nur für den Autofahrer, sondern auch für die Maschinen und ihre Programmierer gelten.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Suter  (Simi)
    Wer selber nicht fähig ist, vernünftig zu parkieren, kann nicht ausreichend autofahren und hat darum hinter einem Lenkrad eh nichts verloren. Dafür gibts den Zug und den Bus.
  • Kommentar von K. Svec  (K. S.)
    Auch der Katalysator und das dritte Bremslicht waren in CH mal verboten... Die Gesetze sollte auch die Obrigkeit nicht so ernst nehmen, morgen ist alles anders...
    1. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Es geht hier letztlich um die unveruzichtbare Geschicklichkeit des Fahrers am Steuer und nicht um Sicherheits-& oder Umwelt-Ausstattungen.
  • Kommentar von Regina Fürst  (R. Fürst)
    Ich frage mich, wer in dem Gesetzeswald das alles überprüfen kann! Bei so vielen Verboten müssten wir ja pro Kopf einen Kontrolleur haben! Irgendwann werden wir die Technologie haben, wo wir das Steuer aus der Hand geben werden. Ein Leitsystem auf Autobahnen z.Bsp. dazu gibt es bereits Studien. Mir ist es ehrlich gesagt lieber, es benutzt jemand eine gut funktionierende Parkhilfe, als dass sie einfach so in eine Parklücke parkieren ohne sich zu vergewissern, dass die Lücke auch leer ist.
    1. Antwort von M. Keller  (MK)
      Richtig Frau Fürst. Bin ihrer Meinung. Zudem parkiere ich (ohne Hände am Steuer!) auch nicht mit 120 km/h.