Zum Inhalt springen

Header

Video
1000 Franken Verlust mit Twint-Überweisung
Aus Kassensturz vom 09.06.2020.
abspielen
Inhalt

Bargeldloses Bezahlen 1000 Franken Verlust mit Twint-Überweisung

Schnell kann mit der App Geld hin- und hergeschickt werden. Doch «Kassensturz» zeigt: Das System hat Tücken.

Livia M. nutzt Twint seit eineinhalb Jahren: «Ich brauche Twint gerne und auch viel. Jetzt aber habe ich damit über 1000 Franken verloren.»

Das kam so: Livia M. wollte im Januar ihrem Geschäftspartner 1129 Franken überweisen. Doch bei Ben K. ist das Geld nie angekommen. Kein Wunder: «Mit der von Livia gewählten Telefonnummer habe ich gar kein Konto verbunden, also konnte das Geld bei mir gar nie ankommen», erklärt Ben K.. Das wiederum erstaunt Livia M.: Denn sie hatte unter seiner Telefonnummer sehr wohl ein Twint-Konto gefunden. Zudem wurde ihr die Geldüberweisung von der Twint-App bestätigt.

Video
Livia M. kann nicht verstehen, warum das Geld nicht zurückgefordert werden kann
Aus Kassensturz vom 09.06.2020.
abspielen

Geld verschollen

Twint gehört der Zahlungsplattform Six und den Schweizer Grossbanken. Nutzerinnen und Nutzer können mit Twint in Läden, Restaurants und Onlineshops bezahlen. Und sie können sich gegenseitig Geld überweisen. Denn die Twint-App verknüpft die persönliche Telefonnummer mit dem eigenen Bankkonto.

Während mehrerer Wochen kontaktieren Livia M. und Ben K. ihre Hausbanken, auf der Suche nach dem verschollenen Geld. Schliesslich heisst es, das Geld sei auf ein Konto der UBS überwiesen worden: auf das Konto des Vorbesitzers der Telefonnummer von Ben K.!

Video
Ben K. versucht zu verstehen, warum das Geld nicht auf seinem Konto gelandet ist
Aus Kassensturz vom 09.06.2020.
abspielen

Neue Mobilenummer als Falle

Wie bitte? Ben K. versucht zu verstehen: «Ich habe letzten November von der Swisscom eine neue Nummer erhalten. Jetzt ist es offenbar so, dass diese Telefonnummer früher jemand anderem gehört hat. Dieser Andere hatte seine Nummer mit einem Twint-Konto bei der UBS verknüpft, und so ist das Geld auf diesem Konto gelandet.»

Am Telefon erklärt die UBS, man habe den unberechtigten Empfänger des Geldes mehrfach aufgefordert, den Betrag zurückzuzahlen. Livia M. solle eine Strafanzeige bei der Polizei einreichen. Denn Banken dürften nicht ohne Einwilligung des Kontoinhabers Geld abheben und an Dritte weiterleiten – auch wenn das Geld auf ein falsches Konto überwiesen worden sei. Das bestätigt gegenüber «Kassensturz» auch der Schweizerische Bankenombudsmann mit Verweis auf das Bankkundengeheimnis.

Twint gelobt Besserung

Twint zeigt sich gegenüber «Kassensturz» äusserst erstaunt über den krassen Fall: «Wir haben für unsere 2,5 Millionen Kunden schon 100 Millionen Transaktionen getätigt, und so etwas ist noch nie passiert», betont der stellvertretende Twint-Geschäftsführer Anton Stadelmann. Und weiter: «Es handelt sich dabei um eine Verkettung unglücklicher Umstände. Die Kundin wird ihr Geld zurückerhalten. Dass sie Umtriebe hatte, tut uns sehr leid.»

Twint gelobt Besserung: So wolle Twint unter anderem mit den Telekomanbietern sicherstellen, dass künftig bei einem allfälligen Besitzerwechsel der Telefonnummer jegliche Verknüpfungen mit Twint-Konten automatisch gelöscht würden.

Zwei Tage nach der Intervention von «Kassensturz» hat Livia M. ihr Geld wieder zurückerhalten. Ob der unberechtigte UBS-Kunde das Geld endlich zurückerstattet hat oder ob es sich um Kulanz der Banken handelt, darüber wollen sich weder Twint noch die involvierten Banken äussern.

Espresso, 09.06.2020, 08:13 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

38 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Alessio Cusintino  (Alessio)
    Bevor sich meine Bank auf Kriegsfuss mit Twint begab, nutzte ich es oft, um Kollegen & Verwandten Geld zu senden. Auch als Alternative für die Kreditkarte, zum Beispiel in Online-Shops habe ich immer Twint verwendet. Nun hat Twint den Vertrag angepasst und es kann bis zu fünf Tagen dauern, bis das Geld von meinem Konto auf Twint landet und ich es effektiv benutzen kann. Auch Vorfälle (z. B. Änderungen, die nie kommuniziert wurden) führten dazu, dass ich der Plattform den Rücken kehrte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von René Wachter  (herrwachter)
    Ich habe einem Kollegen über Twint Geld überwiesen als wir die Kosten für die Silvesterparty aufteilen wollten. Er wohnt zurzeit im Ausland und hatte nur eine Prepaid Nummer von der Swisscom. Weil er die Nummer ein Jahr lang nicht brauchte, hat die Swisscom die Nummer weitergegeben, wir merkten dies aber erst nach der Twint Zahlung. Weder meine Bank noch Twint fühlen sich dafür zuständig. Ich finde es lächerlich dass Twint heitzutage noch nur die Telefonnummer als ID verwendet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Jonathan Wolff  (Nathanloup)
      Ärgerlich, allerdings liegt halt die Verantwortung manchmal auch beim Konsumenten. Der Sender sollte sich vergewissern, dass der Empfänger Twint auch nutzt und seine Nummer aktiv ist. Und der Empfänger sollte vor allem transparent mitteilen können, dass er seine Nummer nicht mehr nutzt (das finde ich in diesem Fall nicht unbedingt fair des Kollegen), weil Twint gerade über die Telefonnummer funktioniert, sollte das einem klar sein.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jeanette Roldo  (sparky)
    Wegen offenbar eines Vorfalls (wären es mehr, wären sie gezeigt worden) einen Beitrag zu machen und zu behaupten wahrscheinlich werden sich solche Fälle mehren, finde ich gelinde gesagt, an den Haaren herangezogen und undifferenziert. Ich arbeite regelmässig mit twint und bin zufrieden.
    Sonst finde ich euch super!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten