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Bedrohte Kleinfirmen Google verbietet Werbung von unabhängigen IT-Supportern

  • Der Suchmaschinengigant Google sperrt seit letztem Herbst Werbeanzeigen von kleinen, unabhängigen IT-Firmen.
  • Begründet wird die Massnahme damit, dass es bei Anzeigen in diesem Bereich viel Missbrauch und Betrug gegeben habe.
  • Die Werbesperre stellt viele kleine IT-Supporter in der Schweiz vor existenzielle Probleme. Ohne die Werbung auf Google haben sie keine neue Kundschaft mehr.
  • Die Wettbewerbskommission hat eine Marktbeobachtung eröffnet wegen möglichen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung durch Google.

Für die betroffenen unabhängigen IT-Dienstleister bedeutet dies, dass neue Kunden ausbleiben. Denn «Google Ads» ist in diesem Bereich das wichtigste Werbeinstrument. Betroffene Firmen werfen Google vor, sie unter Generalverdacht zu stellen und mit der schrittweisen Umsetzung der Werbesperre den Markt zu beeinflussen.

Nicht alle Anbieter betroffen

Zusätzlich problematisch an der Werbesperre: Die Sperrung solcher Anzeigen ist nicht für alle Anbieter gleichzeitig erfolgt, sondern geschieht schrittweise. Das hat zur Folge, dass die Anzeigen einiger IT-Supporter in der Google-Suche immer noch zuoberst erscheinen, mit dem Vermerk «Anzeige».

Google will Missbrauch verhindern
Legende: Die entsprechende Richtlinie von Google. Google

Firmen, deren Anzeigen bereits gesperrt wurden, erscheinen dagegen nur noch weiter unten in der normalen Google-Suche. Dass ihre Anzeigen gesperrt werden, wurde den Betroffenen nicht im Voraus angekündigt. Und ein im letzten Herbst von Google angekündigtes Verifizierungsprogramm für seriöse Anbieter, damit diese wieder Anzeigen schalten können, lässt bis heute auf sich warten.

Sollen Reparaturen verhindert werden?

Die unabhängigen IT-Supporter zweifeln die offizielle Begründung des Suchmaschinen-Konzerns an. Ivan Bonassi von der Interessengemeinschaft IT vermutet als wahren Grund, dass die grossen Hersteller von Elektronikgeräten kleine Reparaturwerkstätten für Handys und Computer vom Markt drängen wollen: «Man will verhindern, dass Geräte repariert werden, weil es um wahnsinnig viel Geld geht.» Es fällt auf, dass Anzeigen grosser Support-Anbieter, wie der Swisscom, bei Google nicht gesperrt werden.

Einige der unabhängigen IT-Supporter haben sich nun an die Wettbewerbskommission Weko gewandt. Und diese ist aktiv geworden, wie sie auf Anfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» schreibt: «Die von Ihnen vorgebrachte Problematik ist dem Sekretariat der Wettbewerbskommission bekannt. Wir haben diesbezüglich auch bereits eine Marktbeobachtung eröffnet.»

Es geht dabei um den möglichen Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung durch den Google-Konzern. Ob sich die betroffenen Kleinunternehmen bis zum Abschluss dieser Beobachtung über Wasser halten können, ist allerdings fraglich.

Auf konkrete Fragen zur Umsetzung der Werbesperre und zu deren Auswirkungen wollte Google nicht antworten. Die PR-Agentur des Konzerns schickte «Espresso» lediglich einige Internet-Links zu älteren Mitteilungen von Google.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Dezentrale und lokale verankerte Systeme braucht eine Weltgemeinschaft, die Freiheit als deren höchstes Gut sieht. Denn lassen wir weiter zu, dass GAFAMS mit ihrem fiesen Kleingedruckten, nationale Rechtssysteme einfach so mit einem Klick aushebeln können, sind wird selber schuld und verdienen es nicht besser, dass solche Konzerne alles, was ihnen im Wege steht niederwalzen. Derer juristischen Persönlichkeit geht zurückgebunden und das Vertragsrecht, das keines mehr ist, wieder gestärkt.
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Das sollte es uns wieder mal in Erinnerung rufen, dass es auch gute Alternativen zu Google gibt. Insbesondere wäre es auch wichtig, dass die Schweiz ihre eigenen Branchenverzeichnisse pflegt und promoted.
    Als Kunde sollte es einem auch klar sein, dass Google nur die betuchten Firmen zuoberst listen, welche Google am meisten Werbegeld zahlen, welches sie wiederum beim Preis für die Dienstleistung draufgeschlagen müssen.
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    1. Antwort von Tom Duran  (Tom Duran)
      Und trotzdem bietet Google die besten Suchresultate. Verwenden sie mal irgend eine Alternative: dort finden sie nur irrelevante Treffer.
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    2. Antwort von Ernst Boller  (BOER)
      @Duran: Ich nutze schon seit längerem eine andere Suchmaschine und kann Ihre Aussage nicht bestätigen.
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    3. Antwort von René Baron  (René Baron)
      @Tom Duran
      Wenn Sie sich natürlich an den Komfort ihrer eigenen Filterblase und Echokammer gewöhnt haben, dann mag es schon so scheinen, dass es nichts Besseres als Google für sie gäbe. Da hat Google - unbestritten - ganze Arbeit geleistet!
      Aber eben: Es gibt immer noch Menschen die Objektivität ihrer eigenen Bequemlichkeit vorziehen.
      Ausserdem: Auch Suchmaschine muss man können. Wenn Sie Filter nicht zu setzen wissen, dann kommt auf non-EchoKammer-Suchmaschinen natürlich "nur Schrott".
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  • Kommentar von Stefan Renevey  (weissdassichnichtsweiss)
    Schon lange aus meinen Anwendungen verschwunden. Quant ist eine europäische Suchmaschine die immerhin versucht keine Daten zu speichern.
    Allen zu empfehlen.
    Allerdings kann ich das Programm nicht speichern und als Standardprogramm einsetzen. Das lässt mein Maclein nicht zu...Nur schon das macht mich rasend... Aber die Mühe mach ich mir, es in den Favoriten jedesmal anwählen zu müssen...
    Mich kriegt ihr nicht soo einfach...
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      .... sicher von Interesse für so manche: https://stallman.org/google.html
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    2. Antwort von Rudolf Räber  (Eins)
      qwant.com, echt gut
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