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Kritik der Finanzkontrolleure an Drohnenbeschaffung
Aus HeuteMorgen vom 01.10.2019.
abspielen. Laufzeit 01:04 Minuten.
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Bericht der Finanzkontrolle Beschaffung von israelischen Drohnen: Nicht alles lief korrekt ab

  • Das Parlament sei grundsätzlich korrekt über die Anschaffung der sechs israelischen Aufklärungsdrohnen informiert worden, meint die Eidgenössische Finanzkontrolle.
  • Allerdings bemängeln die Finanzaufseher in ihrem Bericht mangelnde Transparenz über die Nachteile der Beschaffung.
  • Kritisch wird auch die Auftragsvergabe für Reparaturen an die israelische Herstellerfirma gesehen.

«Hermes 900» heisst die Drohne eines israelischen Herstellers, die die Schweizer Armee beschafft. Die Drohne wird zur Überwachung, zur Suche und Verfolgung von Zielen und zum Schutz kritischer Infrastruktur eingesetzt.

Die Drohne Hermes 900

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  • Die sechs Drohnen des Systems Hermes 900 HFE sollten im Verlauf des Jahres 2019 geliefert werden.
  • Technische Angaben zur Drohne gemäss der Schweizer Luftwaffe: Länge 8,3 m, Flügelspannweite 15 m, Startmasse 1'180 kg, Höchstgeschwindigkeit 220 km/h, Flughöhe 9'100 m, Einsatzdauer bis zu 36 Stunden.
  • Die Flugkörper sollen das aktuelle Aufklärungsdrohnensystem aus dem Jahr 1995 ablösen. Eine Bewaffnung ist nicht vorgesehen.

(sda/srf)

Für die sechs neuen Drohnen – inklusive Bodenmaterial, Simulator und Logistik – bezahlt die Schweiz 250 Millionen Franken. Der Kaufpreis ist auch deshalb so hoch, weil eine Software zum Betrieb der Drohne ganz neu entwickelt werden musste.

Keine Infos über mögliche Alternativen

Zuständig für die Beschaffung ist das Bundesamt für Rüstung Armasuisse. Grundsätzlich sei das Parlament von der Armasuisse korrekt über die Beschaffung informiert worden, hält die Eidgenössische Finanzkontrolle in ihrem Bericht fest.

Gleichzeitig bemängelt die Finanzkontrolle jedoch, dass Armasuisse zu wenig transparent über die Nachteile der Beschaffung informiert habe. Und auch über mögliche Alternativen.

Heikler Reparaturauftrag

Weiter kritisiert die Finanzkontrolle, dass die israelische Herstellerfirma auch den Auftrag erhalten hat, die Drohnen künftig zu reparieren – weil die Schweiz nicht über das nötige Know-how verfügt. Es ist dies das erste Mal, dass der Auftrag für zukünftige Reparaturen eines militärisches Fluggeräts ins Ausland vergeben wird.

Die Finanzkontrolle betrachtet diese Vergabe nach Israel als heikel. Sie befürchtet mögliche Versorgungsengpässe in einer Krisensituation, zum Beispiel fehlende Ersatzteile.

Teure Infrastruktur notwendig

Das Bundesamt für Rüstung Armasuisse ist mit den Empfehlungen der Finanzkontrolle einverstanden - und will sie in Zukunft möglichst umsetzen.

Das Amt gibt aber zu bedenken: Wenn die Schweiz die Drohnen künftig selber instandhalten und reparieren möchte, müsste sie dafür allerdings eine Infrastruktur aufbauen. Das wäre laut Armasuisse sehr teuer.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Lächerliche Vorwürfe und Bedenken, die aus offensichtlich nachvollziehbaren, ideologischen Gründen herbei geschrieben wird. Für ganze 6 Drohnen eine ganze, eigene Unterhalt und Reparatur-Infrastruktur aufbauen, ist schon etwas zu viel an Aufwand. Vielleicht sollte man es gerade in der Finanzkommission auch so sehen, geht es doch da um Geld und Ausgaben.
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    1. Antwort von Charles Morgenthaler  (ChM)
      @H.Haller: Ein gewisses Minimum an Rep. Infrastruktur muss aber vorhanden sein. Wenn diese fehlt, müsste jede Drohne für Unterhalt und Reparatur nach Israel zurück. Im Krisenfall kaum möglich. Einfach Techniker vom Hersteller einfliegen hilft nicht weiter, die nötige Infrastruktur ist ja nicht mit dabei. Irgendwie ist der ganze Handel schlecht aufgegleist und total überteuert sowieso. Eine Viertelmillion für sechs High-tech "Modellflugzeuge" ist jenseits jeder Vernunft.
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  • Kommentar von Richard Limahcer  (Limi)
    Irgendwie ist es seltsam, dass sich die Finanzkommission zu Sicherheitsfragen äussert. Was sagt die Sicherheitskommission und das Parlament dazu? Haben die geschlafen?
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    1. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Es wurden Gründe gesucht und wenn man sucht findet man immer ein Haar in der Suppe. Sicherlich wäre es sinnvoll, wenn man den Unterhalt und die Reparaturen selber machen könnte. Das weiss man inzwischen bei der SBB mit dem Türenproblem ja auch. Aber eben..., Politik verstehen und Politik machen sind halt zwei ganz verschiedene Sachen. Schon noch gut, dass dies da bei der "Neuen" hängen bleibt. (smile) - Auffällig, dass sie hier nicht mal erwähnt wurde. (smile) Es passt halt nicht so recht.
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  • Kommentar von Charles Morgenthaler  (ChM)
    Bei einem Stückpreis von mehr als 40 Mio Fr. Für ein unbemanntes, unbewaffnetes Fluggerät bleibt dem Steuerzahler nur ungläubiges Staunen. Dass noch eine Software entwickelt werden musste hat man bestimmt schon vorher gewusst. Wie war das schon mal von wegen Papierflieger? Der Hersteller hat ein einsatzbereites Gerät zu liefern, gilt das in diesem Fall nicht?
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