Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Schnellere Asylverfahren: Klemmt es bei den IT-Systemen? abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 28.02.2019.
Inhalt

Beschleunigte Asylverfahren Reform vorangetrieben, IT vernachlässigt?

Ab dem 1. März, werden die neuen, beschleunigten Asylverfahren schweizweit eingeführt. Beschleunigt heisst: 60 Prozent der Verfahren sollen innert 140 Tagen erledigt sein. Schnellere und besser koordinierte Verfahren – das soll unter anderem mit neuen IT-Systemen möglich werden. Doch offenbar klemmt es dort noch, heisst es bei den Kantonen.

Schnellere Verfahren im Asylwesen seien sinnvoll, sagt Marcel Suter, Präsident der Vereinigung der kantonalen Migrationsbehörden (VKM). Doch dafür müsste der Bund den Kantonen die richtigen technischen Systeme, die IT, bereitstellen. «Wir arbeiten da zum Teil noch mit alten Systemen. Die sind jetzt am 1. März nicht bereit», sagt er.

Wir hinken etwas hinterher.
Autor: Marcel SuterPräsident Vereinigung der kantonalen Migrationsbehörden

Alte Systeme – das heisst: Listen, Tabellen, Papier statt elektronischer Dossiers. Mit der Folge, dass in einigen Kantonen noch nicht alle Involvierten – Asylstellen, Fremdenpolizei, Sozialdienste – zum Beispiel elektronisch auf ein Personaldossier eines Asylsuchenden zugreifen könnten.

Und auch wenn Kantone untereinander oder mit dem Bund Dossiers austauschen wollten, gebe es Probleme. «Wir möchten eigentlich ganze Dossiers schaffen, auf die man unterschiedlich von den verschiedenen Kantonen, auch bei Kantonswechseln, und vom Bund zugreifen und damit arbeiten kann», sagt Suter. Das sei jetzt noch nicht überall möglich und führe zu mehr Arbeit und Aufwand bei Kantonen und Gemeinden, sagt er. Kurz: «Wir hinken hier etwas hinterher», sagt Suter.

Was bereit sein muss, damit wir die Asylverfahren beschleunigen können, ist bereit.
Autor: Lukas RiederSprecher Staatssekretariat für Migration

Hat man also beim Bund die Asylreform vorangetrieben, aber die dafür benötigte IT vernachlässigt? «Nein», heisst es beim zuständigen Staatssekretariat für Migration (SEM). «Alle, Bund und Kantone, wollen dasselbe: eine gute, problemfreie IT», sagt SEM-Sprecher Lukas Rieder.

Wer hat Recht: Bund oder Kantone?

Bei IT-Projekten dieser Grösse gebe es immer Verbesserungspotential. «Natürlich wird es noch gewisse Feinjustierungen und Anpassungen nach den ersten Erfahrungen und den ersten Monaten geben», sagt er und erklärt weiter: «Aber was bereit sein muss, damit wir die Asylverfahren beschleunigen können, ist bereit.»

Wer recht hat, der optimistische Bund oder die misstrauischen Kantone, wird der Praxistest ab morgen zeigen.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Steven Hill  (LevelsHint)
    Hoffen wir, dass mit den schnelleren Verfahren die Menschlichkeit nicht aussen vor bleibt :) Asylsuchende suchen nicht umsonst asyl
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Reto Camenisch  (Horatio)
    Nach den Kommentaren hat es einmal mehr haufenweise Haare in der Suppe, bevor die Praxis zeigt was wirklich ist. Leute, wir haben abgestimmt!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    Ist doch schön, dass da immer noch mit Papier und Bleistift gearbeitet wird. Das schafft Arbeitsplätze, verhindert Transparenz und Kontrolle. Die Asylindustrie ist ja wie Pilze aus dem Boden geschossen, dass zB eine effektive Kostenrechnung wohl verhehrend wäre. Und, auch bei beschleunigten Asylverfahren bleibt alles wie bisher, einzig der Status der für ewig Hierbleibenden ändert sich ein wenig schneller.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen