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Bundesgericht bejaht Besuchsrecht für Kinder gleichgeschlechtlicher Eltern
Aus Info 3 vom 16.04.2021.
abspielen. Laufzeit 02:56 Minuten.
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Besuchsrecht für Kinder Bundesgericht stärkt Regenbogenfamilien den Rücken

Auch bei der Trennung von eingetragenen Partnerschaften soll ein Kinder-Besuchsrecht möglich sein. Dieser Entscheid des Bundesgerichts ist besonders wichtig für Regenbogenfamilien.

Das Bundesgericht stärkt den Regenbogenfamilien den Rücken. Auch wenn eine eingetragene Partnerschaft in die Brüche geht, soll der Kontakt zu den gemeinsam aufgezogenen Kindern möglich sein. Und zwar für beide Elternteile.

Das Bundesgericht hält fest, dass die Gerichte auch bei der Trennung von gleichgeschlechtlichen Paaren ein offizielles Besuchsrecht erlauben können.

Für Maria von Känel, Geschäftsführerin des Dachverbands Regenbogenfamilien, ist dieses Urteil eine sehr gute Nachricht: «Die Freude ist riesig. Es ist ein wichtiges Bundesgerichtsurteil, das aufzeigt, dass die originäre Elternschaft von Regenbogenfamilien anerkannt wird. Damit wird auch das Recht des Kindes auf Kontakt mit seinem zweiten Elternteil gestärkt.»

Das Bundesgerichtsurteil zeigt, dass die originäre Elternschaft von Regenbogenfamilien anerkannt wird.
Autor: Maria von KänelGeschäftsführerin, Dachverband Regenbogenfamilien

Diese originäre Elternschaft für gleichgeschlechtliche Paare gibt es in der Schweiz eigentlich nicht. Wenn zwei Männer oder zwei Frauen zusammen Kinder grossziehen, gilt nur der leibliche Vater oder die leibliche Mutter von Anfang an als Elternteil.

Kriterium: Kinder als gemeinsames Projekt

Und trotzdem sagt das Bundesgericht jetzt: Wenn die Kinder ein gemeinsames Elternprojekt sind, wenn beide Partnerinnen oder Partner die Kinder aufgezogen haben, dann geht es den Kindern wohl in den meisten Fällen besser, wenn sie nach einer Trennung den Kontakt zu beiden Elternteilen halten können.

Im konkreten Fall ging es um zwei Genferinnen, die dank einer Samenspende im Ausland drei Kinder haben. Bei der Auflösung der Partnerschaft wurde der einen Frau aber kein Besuchsrecht gewährt. Das Bundesgericht hat diesen Entscheid nun aufgehoben, und das Genfer Gericht muss den Fall noch einmal neu beurteilen.

Eingetragene Partnerschaft rückt näher an Ehe

Maria von Känel erkennt darin einen Wandel in der Gesellschaft: «Die soziale Akzeptanz gegenüber der Familienvielfalt wird gestärkt. Somit wird die Lebensrealität von Regenbogenfamilien auch als eine von vielen möglichen Familienformen wahrgenommen und respektiert.»

Während die Schweiz also darüber diskutiert, ob die Ehe für alle eingeführt werden soll, ob gleichgeschlechtliche Paare Eltern sein können, rückt das Bundesgericht die eingetragene Partnerschaft bereits näher an die Ehe. Auf alle Fälle dann, wenn Kinder im Spiel sind.

Info 3, 16.04.2021, 12:00 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Vale Nipo  (VNxpo)
    Das ist sehr erfreulich. Warum wird dieser soziale Fortschritt nicht höher gefeiert. Das ist fast wie der erste Schritt zum Mond für diejenigen, welche in einer Homosexuellen Beziehung geschieden sind und Kinder erzogen haben.
  • Kommentar von Sam Meier  (tsam39947)
    Kinder gehören in eine heterosexuelle Beziehung, sie haben eine Mutter und einen Vater. Nicht zwei Mütter und auch nicht zwei Väter.
    1. Antwort von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
      Lieber zwei Väter oder zwei Mütter, als ein heterosexuelles Elternpaar, das seinen Kindern keine Geborgenheit und keine brauchbare Hilfe auf dem Weg ins Leben hinaus bieten kann, Herr Meier.
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Wird noch lustig werden, wenn dann das Kind sich das Recht erstreitet seinen biologischen Vater oder die biologische Mutter kennenlernen zu dürfen ...
    1. Antwort von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
      Dies, Herr Lang, ist der Punkt, den ich nicht akzeptieren kann: dass Kinder nicht erfahren können/sollen/dürfen, wer der andere biologische Elternteil ist. Ich finde das verheerend. Ehe für alle? Unbedingt! Recht auf Familiengründung? Unbedingt. Recht des Kindes, seine biologische Herkunft nach Wunsch kennenlernen und ggfs. kontaktieren zu können?
      Wer sein(e) Kind(er) wirklich liebt, wird einsehen, dass dies Grundbedingung für die Elternschaft sein MUSS!
      Alles andere finde ich egoistisch.
    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @A.Nussbaum
      Ich bin da durchaus bei Ihnen. Mein Hinweis macht auch klar, dass die hier geforderte "einfache" Lösung über das Familienrecht ungeheuer komplex ist, weil das Recht des Kindes mit dem individualistischen Recht der nicht reproduktionsfähigen Erwachsenenbeziehung kollidiert.