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Mehrsprachigkeit in der Schweiz nimmt zu
Aus Rendez-vous vom 25.01.2021.
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BfS-Studie Mehrsprachigkeit in der Schweiz nimmt leicht zu

Über zwei Drittel der Jugendlichen und Erwachsenen in der Schweiz verwenden im Alltag regelmässig mehr als eine Sprache.

Zu Hause mit dem Partner Französisch reden, am Arbeitsplatz Deutsch und ab und zu ein E-Mail auf Englisch schreiben: Solche sprachliche Vielfalt ist in der Schweiz ganz normal. 68 Prozent der Personen geben an, mehr als eine Sprache regelmässig zu benutzen. Hauptsprachen bleiben Deutsch, Französisch und Italienisch.

Eine wichtige Rolle spielt aber das Englisch, erklärt Georges-Simon Ulrich, Direktor des Bundesamtes für Statistik: «Englisch kommt als häufigste Nicht-Landessprache bei 45 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz regelmässig zum Einsatz. Bei den 15- bis 24-Jährigen wird die Fremdsprache sogar von fast drei Vierteln mindestens einmal pro Woche verwendet.»

Jugendliche sprechen, schreiben oder hören Englisch also am häufigsten. Wenn Erwachsene eine Sprache lernen – und das tut jeder und jede fünfte – so ist Englisch auch die häufigste Wahl, vor allem aus beruflichen Gründen. Das zeigt eine Erhebung des Bundesamtes für Statistik zur Sprache, Religion und Kultur, die zum zweiten Mal durchgeführt wurde.

Mehrsprachigkeit dürfte weiter zunehmen

Ein Grund für die Sprachenvielfalt in Schweiz ist auch die Zuwanderung, die dafür sorgt, dass etwa Spanisch, Portugiesisch und Albanisch in der Statistik auftauchen. Im Vergleich zur ersten Untersuchung vor fünf Jahren hat die Mehrsprachigkeit leicht zugenommen. Weshalb das so ist, lässt das Bundesamt für Statistik offen.

Die Mehrsprachigkeit dürfte aber weiter zunehmen. Denn die Kinder sind besonders polyglott unterwegs: Die Erhebung zeigt, dass über 40 Prozent der Kinder zu Hause mehr als eine Sprache sprechen, das ist häufiger der Fall als bei der Bevölkerung im Durchschnitt.

Der Schweizer Bevölkerung ist es offenbar wichtig, dass Landessprachen gepflegt und gelernt werden. «Ein Grossteil der in der Schweiz lebenden Personen ist der Meinung, dass Kenntnisse von mehreren Landessprachen wichtig für den Zusammenhalt in der Schweiz seien», so Georges-Simon Ulrich vom BfS.

Erste Fremdsprache: Französisch oder Englisch?

Folglich ist auch ein Grossteil der Bevölkerung der Meinung, dass an Schulen als erste Fremdsprache zuerst eine Landessprache unterrichtet werden soll. Diesem Wunsch folgen viele Deutschschweizer Kantone im Osten des Landes und in der Zentralschweiz nicht mehr.

Sie sind in den letzten Jahrzehnten dazu übergegangen, statt Französisch zuerst Englisch zu unterrichten, was in anderen Landesteilen für Kritik sorgte. Das zeigt: Die Sprachenvielfalt in der Schweiz ist nicht nur eine Statistik, sondern wird manchmal auch zum Politikum.

Rendez-vous, 25.1.2021, 12:30 Uhr

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Arthur Meili  (Arthur Meili)
    Informatiom: 1. Vor etwa 200 Jahren hat sich die Schweiz fuer das Hochdeutsche entschieden. Viele Ortsnamen wurden verhochdeutscht. Waehrenddessen haben sich die Niederlande fuer das hollaendische entschieden. 2. Angelsachsen, England, englisch. Die Angelsachsen waren ein germanisches Sammelvolk, das ab dem 5. Jahrhundert Grossbrittanien allmaehlich besiedelte und zunehmend beherrschte und bestand hauptsaechlich aus Sachsen und Angeln. Daher Angelland (England) und angelisch (englisch).
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Wie hätte sich die Schweiz entwickelt wenn drei der Sprachregionen sich entschieden hätten ihre Dialekte zu Landessprachen zu erklären (Schweizerdeutsch, Frankoprovenzalisch und Lombardisch). Beim Rätoromanisch machte man ja den umgekehrten Weg. Denn jedes der rätoromanischen Dialekte hatte seine eigene Schriftsprache. Weswegen man Sie ja als Idiome bezeichnet und nicht mehr als Dialekte. Man versuchte diese erfolglos zur künstlichen Sprache Rumantsch Grischun zu vereinen.
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Ja, Fremdsprache sprechen ist eine Sache, die eigene Muttersprache niederschreiben zu können, ich meine fehlerfrei, ist eine andere.
    1. Antwort von Chruti Da Goya  (Νικος)
      Nun, meine Muttersprache ist Berndeutsch, das hatten wir aber in der Schule nicht als Unterrichtsfach.
  • Kommentar von Christoph Stadler  (stachri)
    Das BfS bleibt uns übrigens noch schuldig wie hoch der Anteil der Schweizerdeutschsprechenden ist. Früher, als es noch Volkszählungen gab, hat man dies statistisch festgehalten.
    Ich persönlich fühle mich mit der Sprache "Deutsch" jedenfalls nicht repräsentiert...
    1. Antwort von Eduard Mauss  (eddim)
      Geht mir auch so
    2. Antwort von Jörg Frey  (giogio)
      Falsch, früher bei den Volkszählung wurde nicht nach dem so genannten "Schweizerdeutsch" gefragt, sondern nur nach Deutsch. Es gibt schlicht kein Schweizerdeutsch!! Wir sprechen verschiedenste zum Teil total anders klingende Dialekte, darum werden Sie nirgends repräsentiert sein und weiterhin von der "guten alten" Zeit träumen.
    3. Antwort von Christoph Stadler  (stachri)
      Herr Frey, Sie sind falsch informiert:
      Bei der Erhebung des Bundesamts für Statistik von 2010 betrug der Anteil der deutschsprachigen Schweizer 65,6 % der Gesamtbevölkerung. Von diesen gaben 93,3 % BEI DER VOLKSZÄHLUNG 2000 an, im Alltag Dialekt zu sprechen!

      Mit "Schweizerdeutsch" werden ALLE in der Schweiz gesprochenen alemannischen Dialekte zusammengefasst (Linguistik). MICH repräsentiert deshalb "Schweizerdeutsch". Welche Sprache SIE repräsentiert ist Ihre Sache.
    4. Antwort von Eduard Mauss  (eddim)
      @Jörg Frey: Unsere (v.a. hoch- und höchst-)alemannischen Dialekte sind sehr wohl nah miteinander verwandt, deswegen auch der Begriff "Schweizerdeutsch". Es ist halt einfach keine normierte, vereinheitlichte Schriftsprache. Deswegen müsste wohl eine solche geschaffen werden, damit es als Sprache gilt. (So wie damals Rätoromanisch).