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BGer-Urteil Firma muss wegen diskriminierender Kündigung Monatslöhne zahlen

  • Ein Genfer Immobilienunternehmen muss einer Frau wegen geschlechtsdiskriminierender Kündigung drei Monatslöhne zahlen.
  • Das hat das Bundesgericht entschieden und die Beschwerde des Unternehmens abgewiesen.
  • Die Firma hatte einer Angestellten gekündigt, nachdem sie Mutter geworden war.
Video
Aus dem Archiv: Unrechtmässige Kündigung wegen Schwangerschaft
Aus News-Clip vom 30.05.2019.
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Am Tag der Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub in das Berufsleben kündigte das Unternehmen der Frau. Diese hatte wenige Monate vor ihrer Babypause den Posten der Kommunikationschefin übernommen.

Zu wenig Ellenbogen-Vermögen

Zuvor hatte sie mehrere Funktionen innerhalb des Unternehmens innegehabt. Dies geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervor.

Die Firma begründete die Kündigung vom September 2016 damit, dass die Angestellte für den Job als Kommunikationschefin nicht geeignet sei und nicht genug Ellenbogen-Vermögen dafür habe. Das Unternehmen hatte im Frühling 2016, als die Angestellte ihr Kind zur Welt brachte, mit der Suche einer neuen Kommunikations-Verantwortlichen begonnen und die Stelle in der Folge vergeben.

Geänderter Kündigungsgrund

Als die Gekündigte Ende Januar 2017 Einsprache gegen die Kündigung einreichte, begründete das Unternehmen die Entlassung nur noch mit einer internen Umstrukturierung. Vor Bundesgericht betonte die Firma, sie habe ihre Kommunikations-Abteilung professionalisieren wollen.

Deshalb habe sie den Posten an eine Person mit entsprechenden Vorkenntnissen vergeben. Die Kündigung der früheren Angestellten habe nichts mit deren Mutterschaft zu tun.

Bundesgericht misstraut Argumenten

Für das Bundesgericht sind die Argumente der Immobilienfirma nicht stichhaltig. So habe das Unternehmen die Frau vor ihrer Mutterschaft trotz fehlender Kenntnisse im Kommunikationsbereich angestellt. Ein Pflichtenheft habe es nicht gegeben.

Die Umstrukturierung sei zudem nicht belegt worden. Das Bundesgericht verweist auch auf die Ausführungen des Genfer Kantonsgerichts, wonach man der Frau trotz der rund 10-jährigen Anstellung keine andere Tätigkeit angeboten habe.

SRF 4 News, 23.6.2020, 14:00 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Das alte Rollendenken und danach handeln koennte die Loesung vieler Probleme sein.. es gaebe weniger Arbeitslose .. die sind ja nicht zuletzt wegen Corona im zunehmen.. die Kinder haetten wieder Fuehrung und der Mann Rueckhalt, die Frau.. die wichtigste Aufgabe, der Halt der Familie... jaja ich bin furchtbar altmodisch.. haha meine Frau arbeitet als leitende Angestellte, ich bin Farmer und Hausmann etc.. und finde es so in Ordnung...
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    1. Antwort von Walter Plüss  (Walep)
      Jaja. Und die Frau zurück an den Herd.
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  • Kommentar von Chiara Lauber  (Chiara)
    Also das ist ja nichts neues, kenne ich selbst.... Ich ziehe meinen Hut vor der Frau, dass sie dagegen vorgegangen ist.
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  • Kommentar von Domi Becker  (die etwas andere Sichtweise)
    Hmmm, würde gerne noch einen anderen Aspekt aufgreifen. Gleichstellung etc. ist alles gut und recht, und es ist auch nicht in Ordnung, wenn man eine Frau nach der Schwangerschaft fragt oder ihr deswegen kündigt.
    Habe selber einen Kleinbetrieb. Wäre ein Desaster, wenn wir eine Frau einarbeiten würden, und kaum ist sie einsatzbereit, Probezeit abgelaufen, verkündet sie uns ihre Schwangerschaft. Das ist doch ein veritables Dilemma und verschlechtert auch die Chancen für Frauen. Alles schon erlebt.
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    1. Antwort von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
      Diese Frau arbeitete ja schon seit 10 jahren in diesem betrieb, Aber ich kann sie gut verstehen, für einen kleinen Betrieb sind solche Ankündigungen kurz nach der Probezeit nicht immer zu verkraften und Beschämend für für die Frauen welche sowas bewusst praktizieren..
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