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Verbot der Wochenmärkte: Kopfschütteln bei den Bauern
Aus Espresso vom 21.04.2020.
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Bis auf Weiteres keine Märkte Marktverbot sorgt für Unverständnis und kreative Alternativen

Dass zum Beispiel die Baumärkte öffnen dürfen, aber die Gemüsemärkte nicht, erntet beim Bauernverband Kopfschütteln.

Als «absolut unverständlich» bezeichnet es der Schweizer Bauernverband (SBV) in einer Mitteilung, dass etwa Gartenfachmärkte, Blumenläden oder Baumärkte nächste Woche ihre Türen wieder öffnen dürfen, die Wochenmärkte aber nicht. «Es handelt sich um Lebensmittelverkauf. Der ist ja nicht verboten und findet erst noch an der frischen Luft statt», argumentiert Mediensprecherin Sandra Helfenstein im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

Zudem liessen sich die Hygieneregeln auch an einem Markt durchsetzen, ist sie überzeugt. Ebenso wie die Vorgaben für die Distanz, indem man einfach die einzelnen Stände weiter auseinanderstelle.

BAG: «Schlecht steuerbare Menschenansammlungen»

Das Bundesamt für Gesundheit sieht das anders: «Wochenmärkte generieren oft ein nicht zu unterschätzendes Mobilitätsaufkommen und führen dann zu grossen, häufig schlecht steuerbaren Menschenansammlungen», schreibt das BAG auf Anfrage von «Espresso». Daher würden sich die Vorgaben des BAG zu Hygiene und sozialer Distanz oft schwieriger durchsetzen lassen als in einem Baumarkt, wo man mit Tröpfchensystem und Einlasskontrollen arbeiten könne.

Deshalb bleiben die Märkte bis auf Weiteres verboten. Ein Datum für ihre Wiedereröffnung gibt es laut BAG noch keines. Das hänge von der weiteren Entwicklung der Fallzahlen ab.

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Herber Verlust für die Marktfahrer

Für jene Landwirte, Gemüseproduzenten und andere Lebensmittelhersteller, die stark vom Direktverkauf ihrer Produkte am Markt abhängig sind, bedeutet das einen herben Verlust. «Die Hälfte des Umsatzes ist weg», bilanziert etwa eine Biobäuerin aus dem Kanton Thurgau nach über fünf Wochen Marktverbot.

Wie einige andere Marktfahrer liefert sie nun ihren Markt-Stammkunden frisches Gemüse an die Haustüre. Das sei aber sehr aufwändig und weit weniger erträglich: «Und noch mehr Lieferungen schaffen wir einfach kräftemässig nicht.»

Alternative: Einzelne Stände, über die Stadt verteilt

Damit die Marktfahrer nicht einen Totalausfall erleiden, verkaufen manche von ihnen ihre Ware an einem einzelnen Stand. Der Bund erlaubt das auch grundsätzlich, sofern die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Für die Bewilligung und Kontrolle seien die Kantone zuständig, schreibt das BAG.

Und so kommt es, dass sich die Standverkäufer in gewissen Städten wie etwa Solothurn, Biel, Fribourg oder La-Chaux-de-Fonds so organisieren, dass jeweils an den Markttagen gleich mehrere einzelne Stände in der ganzen Stadt verteilt sind. Und daraus ergibt sich quasi ein «Wochenmarkt light».

Espresso, 21.04.2020, 08:13 Uhr

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38 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Auch, falls es wie es im WorstcaseSzenario es sich beim SARS-CoV-2 um ein Laborchimäre handelt, müssen erst gerade recht unsere Immunsysteme nicht schachmattgesetzt werden durch eine Politik, die sich von Laborvirologen, die Teil des Schlamssels sind, beraten lässt. Ein gesundes Immunsystem braucht - gleich wie anfangs 20.JH. das Arbeiterproleyariat:
    Luft, Licht, anständige Nahrung&Wasser, gesunde Arbeits- und Lebensbedingungen. Das Problem: das braucht eine mutige Sozialpolitik.
  • Kommentar von Josef Graf  (Josef Graf)
    Ein Baumarkt ist kein Markt, sondern ein Fachgeschäft (für Baumaterialien), welches man durch einen Eingang betritt. Das sollte eigentlich auch beim Bauernverband bekannt sein. Der Vergleich mit einem nicht abgeschlossenen (nicht umzäunten) Wochenmarkt mit vielen einzelnen Anbietern hinkt also gewaltig. Wie man trotzdem von "absolut unverständlich" sprechen kann, ist deshalb für mich unverständlich.
  • Kommentar von Halbeisen Charles  (chh)
    Und wieso Autowaschanlagen geschlossen sein müssen, leutet mir auch nicht ein. Hinweis: Nur 1 Person im Waschraum hätte genügt. Und mehr als 2 habe ich noch gar nie erlebt. Reine Schikane.
    1. Antwort von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
      Die Autowäsche als Zeitvertreib in der Langeweile ist ja schon recht sinn- und reizvoll, Herr Halbeisen. Aber ist sie NOTwendig? ;-)
      Schikanös jedenfalls nicht, finde ich.
    2. Antwort von Lena Mäder  (lenamaeder)
      Die Autowaschanlage bei der Landi in unserem Ort ist geschlossen weil sich hordenweise junge Männer mit getunten Katzenfallen zu Bier und Zigi getroffen haben. Leider sehr therapieresistent bei der Aufforderung der Polizei bitte die Corona Regeln einzuhalten.