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Bistum Chur weiterhin ohne Bischof
Aus Tagesschau vom 23.11.2020.
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Bischofwahl in Chur Kandidatenliste zurückgewiesen – immer noch kein neuer Bischof

  • Die Bischofswahl für das Bistum Chur wäre auf heute anberaumt gewesen und ist nun vertagt.
  • Das Domkapitel, jenes Gremium, das den neuen Bischof hätte wählen sollen, wies die Liste der drei Kandidaten zurück.
  • Der weitere Fahrplan ist laut SRF-Religionsexperte Norbert Bischofberger zurzeit offen.
  • Der Bischofssitz des Bistums Chur ist seit 2019 vakant. Geführt wird es vom Übergangsbischof Peter Bürcher.

Von offizieller Seite bestätigt wurde diese Meldung nicht. Bischofssprecher Giuseppe Gracia sagte auf Anfrage von Radio SRF, er könne könne keine Auskunft geben, stellte aber Informationen für Dienstag in Aussicht.

Die 22 Domherren können den neuen Bischof grundsätzlich aus einem Dreier-Vorschlag des Vatikans wählen. Stellt sich der Gewählte für das Amt zur Verfügung, muss die Wahl anschliessend von Papst Franziskus bestätigt werden. Das ursprünglich freie Wahlrecht des Churer Domkapitels wurde eingeschränkt und 1948 festgehalten im päpstlichen Dekret «Etsi salva».

Gräben seit drei Jahrzehnten

Der Churer Bischofsstuhl ist allerdings derzeit nicht vollständig verwaist. Der Papst setzte im Mai letzten Jahres den Oberwalliser Peter Bürcher als Apostolischen Administrator ein. Bürcher leitet die Diözese, bis ein neuer Bischof gewählt ist.

Dass die Bischofswahl in Chur überdurchschnittlich interessiert, liegt daran, dass sich in der Diözese seit über drei Jahrzehnten konservative und liberale Kräfte gegenüber stehen, was zu einer Spaltung führte.

Den Beginn der Grabenkämpfe markierte der frühere Churer Bischof Johannes Vonderach. Er machte den konservativen Geistlichen Wolfgang Haas zum Weihbischof mit Nachfolgerecht. Dadurch wurde das Mitspracherecht des Domkapitels ausgehebelt. Seither ist mit Blick auf eine Bischofswahl immer wieder die Rede von einem Brückenbauer, der Gräben zuschüttet, statt neue aufreisst.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Wenn man dann noch liest, was so ein Bischof "verdient" resp. die Steuerzahler dafür abgeben müssen, da sollten die Wünsche der Gläubigen bei einer Wahl schon berücksichtigt werden. Obwohl der Papst Bescheidenheit vorlebt, kann ein Bischof bei einem 100 Prozent-Pensum bis zu 220'000 pro Jahr einnehmen. Zwar variieren die Löhne kantonal, dennoch sind sie wohl alle nicht mit der Botschaft der Kirche kompatibel.
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Die Römisch-katholische Kirche ist keine demokratische Institution und die Mitglieder können jederzeit austreten.
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    2. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Der Kt BE und weitere Kantone wie VD zB, bezahlen bis heute aus den allgemeinen kantonalen Steuermitteln die doch sehr hohen Löhne der katholischen und reformierten Pfarrer, der Rabbiner und anderen Kirchenfunktionären inkl. Unterhalt kirchlicher Gebäude. Ich gehöre keiner Kirche/Religion an, finanziere aber das alles mit. Hat mit Solidarisierung nichts zu tun. Auch in DE beispielsweise werden die Gehälter der Pfarrer, ebenso der Bischöfe vom Staat und somit vom Steuerzahler bezahlt.
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  • Kommentar von Peter P. Odermatt  (Peter P. Odermatt)
    Dann wird nun der Papst die Nachfolge selbst bestimmen, so sind die Regeln.
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    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Das wäre ohnehin das Beste bei dem aktuellen Papst. Schliesslich waren die Vorschläge dem Domkapitel zu progressiv. Es ist erstaunlich, was sich diese rückständigen Herren erlauben. Sie machen aus dem Bistum Chur noch eine Sekte.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    "Abgesanndte, auserwählte göttliche Brüder" streiten um einen "Rang" in der brüderlichen Gemeinschaft...? Wo ist da die Bescheidenheit, etc? Was für ein "ausserirdischer" Macht-Verein...ob dabei beten hilfreich wäre...
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